Digital Audio Workstation


Die Digital Audio Workstation (DAW) vereint Aufnahmegerät, Mischpult und Outboard-Equipment und ist damit zum Herzstück des modernen Tonstudios geworden. Auch wenn analoge Bandmaschinen, Mischpulte sowie Equalizer, Dynamics und Effektgräte durchaus noch in vielen Studios zu finden sind, spielt sich der Großteil der täglichen Studioarbeit innerhalb eines digitalen Systems zur Audiobearbeitung ab. Arbeitsabläufe haben sich durch DAWs enorm beschleunigt und sind überaus effizient geworden.

Die DAW ist zusammen mit entsprechenden Audiointerfaces Aufnahmegerät und Mischpult in einem. Dabei geht die Digital Audio Workstation deutlich über die Möglichkeiten klassischer Mehrspurbänder hinaus. Sie ermöglicht Schneiden, Editieren und Kopieren ganzer Takes und innerhalb von einzelnen Spuren, das Anlegen von Submixes, die Aufnahme zahlloser Overdubs und das Exportieren kompletter Produktionen oder einzelner Teile, um daran andernorts weiter zu arbeiten. Dank eines einfachen File-Transfers kann an einer Produktion in mehreren Studios, selbst wenn sie sich in unterschiedlichen Ländern befinden, gleichzeitig gearbeitet werden.

Die Grenzen werden eigentlich nur von der verfügbaren CPU-Leistung gesetzt. Viele DAWs setzen hierbei auf native Ressourcen, dass heißt, die Kapazitäten des verwendeten Computers, andere machen von separaten DSP-Karten Gebrauch, wodurch die Leistungsfähigkeit unabhängig vom verwendeten Rechner bleibt.

Das System Pro Tools (ursprünglich von Digidesign entwickelt) ist seit rund 20 Jahren nicht nur einfach eine feste Größe in diesem Bereich, sondern seit der Fusion mit Avid zum Standard für Broadcasting, Postproduction und Video/Audiobearbeitung geworden. Pro Tools kann entweder als native Audio-Software mit beliebigen Audio-Interfaces oder mit eigenen Audio-Interfaces und DSP-Karten betrieben werden.

Im nativen Bereich, z.B. in Steinberg Nuendo, Magix Sequoia oder PreSonus Studio One, werden die Schnittstellen VST und AU verwendet, wie sie auch von Audio-Sequencern bekannt sind. Hierüber kann das Aufnahme- und Mischsystem der DAW mit allen erforderlichen Werkzeugen zur Klangbearbeitung ausgerüstet werden: Equalizer, Dynamics, Hall-, Delay- und alle sonstigen Effekte.

Die Schnittstelle AAX (Avid Audio Extensions) hingegen ist exklusiv für Pro Tools verfügbar. Es gibt sie in der Variante AAX Native, bei der Plug-ins auf dem Hauptprozessor des Computers berechnet werden und AAX DSP zum Einsatz auf den Pro Tools HDX-Karten. Die verfügbaren Plug-ins haben im Laufe der Zeit ein sehr hohes Niveau erreicht und können sich durchaus mit ihren Hardware-Pendants messen. Außerdem gibt es Plug-ins, die Effekte erzeugen, wie sie auf anderem Wege überhaupt nicht realisierbar sind.

Die Vorteile von Plug-ins gegenüber Hardware-Equipment liegen durch die mehrfache Verfügbarkeit in multiplen Instanzen und den einfachen Austausch, zum Beispiel eines Equalizers gegen einen mit anderer Charakteristik, klar auf der Hand. Trotzdem braucht man in seinem System nicht auf Outboard-Equipment zu verzichten, da es sich über I/O-Wandler in die Digital Audio Workstation bequem einbinden lässt. Oft bringen Musiker ihre bevorzugten Amps mit ins Studio und wollen nur über diese einspielen - kein Problem. Bei speziell abgestimmten Systemen wie Pro Tools hält sich die Latenz in einem äußerst geringen Rahmen und kann bei Bedarf problemlos kompensiert werden.

Um die richtige Konfiguration für Ihr Studio zu finden empfiehlt sich die persönliche Beratung durch einen unserer Mitarbeiter.