Audioworkstation Extreme64 mit verschiedenen Audio-Interfaces

Audioworkstation Extreme64 Test mit verschiedenen Audio-Interfaces
Im Rahmen der Entwicklung unseres Spitzensystems, der Audioworkstation Extreme64, haben wir Audio-Interfaces verschiedener Hersteller auf ihre Latenzwerte hin überprüft. Dabei haben wir einen Demosong in Cubase 6 64 Bit geladen und gemessen, mit welcher minimalen Latenz gearbeitet werden kann. Der Demosong bestand aus 38 Spuren mit Cubase eigenen virtuellen Klangerzeugern. Auf jeder dieser Spuren wurden vier Effekte geladen. Damit haben wir eine hohe CPU-Auslastung erzeugt, die Treiberprobleme in Form von Dropouts ("Knacksern") schnell offenlegt.
| Interface | Latenz in Samples |
| (kleinere Werte = besser) | |
| PCIe | |
| RME HDSPe AIO | 64 |
| EMU 0404 | 224 |
| EMU 1616m | 224 |
| USB | |
| RME Babyface | 64 |
| Akai EIE Pro | 128 |
| Avid Mbox | 128 |
| Focusrite Scarlett 2i2 | 128 |
| Motu Audio Express USB | 128 |
| Steinberg UR28M | 192 |
| Presonus Audiobox 1818VSL | 256 |
| Firewire | |
| RME Fireface 400 | 64 |
| Avid Mbox Pro | 128 |
| Motu Audio Express FW | 128 |
| TC Electronic Impact Twin | 192 |
| Presonus Firestudio Mobile | 256 |
Die obige Tabelle gibt an, bis zu welcher im ASIO-Treiber eingestellten Latenzzeit, der Demosong bei einer CPU-Auslastung von 50…60% ohne Dropouts abgespielt werden kann. Die Ergebnisse wurden mit einem spezifischen Demosong produziert. Je nach verwendeter Software kann es zu abweichenden Werten kommen.
Kaum verwunderlich hat die RME HDSPe PCIe-Karte die Nase vorn. Der direkte Zugriff auf den Systembus erlaubt einen schnelleren Datenaustausch, als über USB oder Firewire. Dass dies jedoch kein grundsätzlicher Vorteil sein muss, zeigen die Werte der Karten von EMU. Wichtiger als die theoretischen Vor- und Nachteile der verschiedenen Schnittstellen sind sauber programmierte Treiber. RME, Focusrite, Avid und Akai zeigen, dass auch USB-Interfaces bei guten Latenzwerten zu betreiben sind.
Lange Zeit galt Firewire als die Profischnittstelle schlecht hin. Die theoretisch mögliche Datenbandbreite von FW400 liegt mit 400 MBit/s zwar etwas unterhalb der von USB 2.0 mit 480 MBit/s, allerdings sollte Firewire wegen des netzwerkartigen Aufbaus effizienter arbeiten. Bei Kopiervorgängen zwischen Festplatten konnte Firewire diesen Vorteil auch ausspielen. Aber auch hier zeigt sich, bei Echtzeitanwendungen wie Audio- und Videoübertragung spielen die Hardwaretreiber eine zentrale Rolle. Es gibt USB-Interfaces, die mit besseren Latenzwerten arbeiten, als so manches Firewire-Interface. Motu zeigt mit dem Audio Express ein Interface, das beide Schnittstellen mit gleichen Latenzwerten unterstützt. Das RME Fireface 400 ist nicht mehr erhältlich und wurde durch das Fireface UCX ersetzt. Dieses bietet nun integrierte DSPs und verfügt wie das Motu-Interface über einen Firewire- und einen USB-Anschluss.
Die Audioworkstation Extreme64 hat ausreichende Reserven, um auch massive Produktionen zu stemmen. Um die Leistung auch wirklich nutzen zu können, sollte auf ein gutes Audio-Interface geachtet werden. Neben Ausstattungsmerkmalen und Klangeigenschaften sind gute Treiber ein wichtiges Auswahlkriterium. Die Ergebnisse unseres Versuchs können Sie dabei als Richtfaden heranziehen.
Audio-Interface Test

Unter dieser Rubrik möchten wir einige
Testmöglichkeiten aufzeigen, um ein gutes Audio-Interfaces von
einem Schlechteren unterscheiden zu können. Ein
häufig angesprochenes Thema ist dabei die Latenz. Es ist sehr
wichtig diesen Begriff genauer zu definieren.
Dies sind die wichtigsten Latenzarten:
- Bearbeitungslatenz der DAW Software oder des Plug-in Host bzw. Standalone Plug-in
- I/O Latenz auf Audiotreiberebene (z.B. ASIO, WDM, Core Audio)
- I/O Latenz auf Schnittstellenebene (z.B. PCIe, FireWire, USB)
- I/O Latenz auf Prozessoreben auf der Audiokarte, wie DSP etc.
- Latenz bei der AD/DA Wandlung
- Gesamtlatenz (Roundloop): Sequenzer spielt ab und nimmt gleichzeitig die selbe Spur wieder auf
Das ganze muss teilweise im Rahmen der, der DAW zugewiesen
Interface-Latenz (z.B. Asio) berechnet werden. Oft spielt es dabei kaum
eine Rolle, dass es Audio-Interfaces gibt, die auch bei 32 Samples
arbeiten können, da der Host in diesem Rahmen nicht
hinterherkommt, besonders wenn komplexe Plug-ins ins Spiel kommen.
Wir bitten an dieser Stelle zu entschuldigen, dass wir nicht an jeder
Stelle ins Detail gehen werden. In diesem Blog stehen die Erfahrungen
im Vordergrund, die wir im Laufe der letzten 10 Jahre durch "Trial and
Error" gesammelt haben. Wer Treiber programmieren kann, wird sicher ein
erweitertes Wissen haben.
In diesem Blog-Artikel geht vor allem es um die so genannte DPC Latenz,
die maßgeblich von Prozessen abhängig ist, welche
vom System nicht rechtzeitig ausgeführt werden
können. Diese Prozesse ereignen sich in der Kernel-Ebene und
verhindern einen reibungslosen Audio-Betrieb. In einigen
Fällen kann durch die Erhöhung der Audio-Interface
Treiberlatenz solche erheblich Fehler ausgleichen, in vielen
Fällen hilft dieser Schritt nicht weiter.
Was passiert, wenn das Audiosignal "Knackser" hat? Ein
schlecht programmierter Treiber kann in einem bestimmten Zeitrahmen
einen Prozess nicht mehr ausführen, blockiert dabei alle
weiteren Prozesse und so auch eine Echtzeitanwendung wie Cubase. Das
führt ganz simpel zu einem Aussetzer, "Drop-Out" also einem
Knackser. Das Gleiche passiert auch wenn der Fehlerkorrekturpuffer
eines CD-Spielers überläuft.
Selbstverständlich sind die Treiber professioneller
Audiointerfaces so programmiert, dass ein Puffer nicht
überläuft. Aber in einem komplexeren System wie einer
DAW erzeugen die nicht echtzeitkritische Treiber wie Ethernet- oder
Maustreiber oft erheblich Probleme. So ist das typische Durchschnitts-
Notebook aus dem "Technik-Markt" für den Audio-Betrieb meist
völlig ungeeignet. Mit etwas Glück kann man bei
diesen Geräten durch Treiber Updates nachhelfen. Es gibt aber
auch Computer, bei denen nur noch der Sondermüll hilft.
Um dieses Problem zu erkennen gibt es ein sehr einfaches Tool, den DPC Latency Checker
Hier ein Screenshot meines Macbook Air unter Windows 7:
Erzeugt ein Treiber auf Kernel-Ebene eine zeitliche
Verzögerung, wird ein hoher Ausschlag angezeigt. Hier sehen
Sie rote, gelbe und grüne Balken. Die Balken sind für
den Leerlauf schon so hoch, dass dieses Gerät, zumindest in
der Konfiguration für Audioanwendungen, nahezu unbrauchbar ist.
In vielen Fällen hat man Glück und kann durch simples
Abschalten nicht benötigter Geräte im
Geräte-Manager Abhilfe schaffen.
Folgnde Geräte lassen sich nicht
im Betrieb abschalten:
- Jedes Gerät, das im Geräte-Manager unter "Systemgeräte" oder "Computer"
- Die Festplatte, auf der das Betriebssystem installiert ist
- Die IDE/ATAPI- oder SATA-Controller, über den die Festplatte angeschlossen ist
- Benötigte Eingabegeräte wie Tastatur und Maus
- Der USB-Controller, über den die Eingabegeräte angeschlossen sind
- Die Grafikkarte, an dem der Bildschirm angeschlossen ist
Einige Geräte lassen sich ebenfalls direkt im BIOS abschalten.
Kommt man mit dieser Methode nicht weiter, bleibt in den meisten
Fällen nur die restlichen Treiber zu tauschen. Hilft das alles
nicht, bleibt oft nur die Geräte auszutauschen. Testen wir ein
Audio-Interface, so gehen wir sicher, dass die DPC Latenzwerte absolut
identisch sind und vor allem gleichmäßig.
Was sind DPC Latenzen denn nun genau?
Die Verarbeitung von Daten in Echtzeit ist eine Herausforderung
für Windows-basierte Anwendungen und Treiber. Windows ist von
seiner Konstruktion her einfach nicht darauf ausgelegt
Echtzeitanwendungen zu unterstützen und kann daher nicht
garantieren, dass bestimmte periodische Aktionen zu einem bestimmten
Zeitpunkt ausgeführt werden.
Audio- und Video-Datenströme, die von einem, oder zu einem
externen Gerät übertragen werden, werden
typischerweise von einem Kernel-Mode-Treiber verwaltet. Die externe
Hardware löst in regelmäßigen
Abständen einen "Interrupt" aus, also eine Unterbrechung des
laufenden Prozesses, um den nächsten Datenblock vom Treiber
anzufordern bzw. einen eigenen Datenblock ans System zu liefern. Diese
Unterbrechung wird jedoch nicht sofort vom System angenommen. In
Betriebssystemen, die auf Windows NT aufbauen, wie auch das heutzutage
verwendete Windows 7, gibt es dazu eine spezifische Methode, um solche
Interrupts zu handhaben. Diese sieht vor, dass der Treiber einen
"Deferred Procedure Call" (DPC) beim System anmeldet.
Die DPCs der verschiedenen Gerätetreiber werden vom System in
einer Art Warteschlange verwaltet. In regelmäßigen
Abständen kontrolliert der Kernel die Warteschlange. Wird
gerade kein anderer DPC verarbeitet, wird der nächste
DPC-Aufruf angenommen und ausgeführt. Dieses Prinzip der
Warteschlange führt dazu, dass ein sehr lange laufender DPC
die Ausführung der anderen hinauszögert.
Man kann die Latenz eines spezifischen DPCs also definieren, als die
Summe der Laufzeiten aller vor dem auszuführenden DPC
liegenden DPCs.
Mit anderen Worten: Schlecht programmierte Treiber, die
unnötig viel Zeit beanspruchen, stören
sämtliche anderen Treiber. Wird bei einer Aufnahme das Abrufen
der Audio-Daten am Interface zu lange verzögert, reicht der
Pufferspeicher im Interface nicht mehr aus, um die Daten vorzuhalten
und an das System zu übergeben. Eine Signalunterbrechung ist
die Folge, ein Knacksen ist zu hören. Umgekehrt gilt dies
natürlich auch. Wenn dem Interface nicht ermöglicht
wird, schnell genug neue Daten vom Rechner abzufragen, wird die
Wiedergabe gestört. So kann es passieren, dass ein simpler
Maustreiber das Arbeiten unmöglich macht.
Mehr zum Thema Audio Interface: Link Audio Interface
Das Audio Interface

Das Audio Interface
Als Herzstück des digitalen Tonstudios ist der Computer mit multiplen Aufgaben betreut und ersetzt dabei Bandmaschine, Mischpult, Effekte und Instrumente. Im tontechnischen Einsatz muss der Computer "auf den Punkt" funktionieren, denn immerhin sollen Aufnahme, Playback, interne und externe Instrumente sowie Effekte nicht irgendwann, sondern sofort und gleichzeitig ertönen. Neben einem zuverlässig konfigurierten, schnellen Rechner ist hier vor allem das Audio-Interface gefordert. Es stellt die Audioein und -ausgänge eines Computersystems - die Schnittstelle zu Aufnahme und Wiedergabe. Im Vergleich zu einer internen Lösung handelt es sich dabei um eine Entwicklung für den tontechnischen Bereich mit entsprechenden Chips, Treibern und musikspezifischer Ausstattung sowie dem Ziel, die Klangqualität zu steigern.
Den Überblick im Dschungel der verschiedenen Modelle und Typen zu wahren, fällt schwer. Konkurrenz belebt zwar das Geschäft, bringt aber auch durch Preisdruck handfeste Nachteile mit sich. Fest steht: Ihr Audio-Interface soll gut klingen, dazu zuverlässig und schnell mit der DAW und den aktuellen Betriebssystemen arbeiten. Hierfür sind herstellerseitig Investitionen in die Hardware und die Treiberentwicklung unumgänglich. Wenn an einer der beiden Stellen gespart wird, hakt das Gesamtsystem! Gnadenlos billig bedeutet, zumeist Abstriche in Qualität und/oder Ausstattung in Kauf zu nehmen.
Zwar ist die grundsätzliche Klangqualität der AD/DA-Wandler heute beachtlich, dennoch gibt es klare Unterschiede insbesondere im Bereich der analogen Preamps, der Treiber, der Schnittstellenadaption innerhalb des Gerätes und natürlich der mechanischen Ausführung.
Die Schnittstellen
Mac, PC oder Unix?
Die relevanten Plattformen sind heute Mac OS X und Windows 7 sowie, auf älteren Systemen Windows XP und Vista. Ältere Systeme laufen trotz neuer Plattformen sicher nicht weniger stabil, allerdings sollte man nicht damit rechnen, dass Neuentwicklung auch wirklich explizit mit alten Betriebssystemen und Komponenten getestet wird. Bei einem Neukauf sollten Sie sich für ein Windows 7 System mit 64 Bit entscheiden, während aktuelle Macs ohnehin mit dem jeweils aktuellsten OS X ausgeliefert werden. Wer seinen Rechner in dieser Hinsicht Up-to-Date bringen möchte, sollte eine Kompatibilität seiner Werkzeuge zunächst überprüfen. Das gilt für Sequencer, Plug-ins und alle Treiber. Sich für ein 32 Bit Betriebssystem zu entscheiden ist unvernünftig, denn es kann bisher stets auch in einem 32 Bit Modus arbeiten (Win 7/64, Snow Leopard, Lion). Allerdings vergeben Sie sich durch den Verzicht auf 64 Bit die Option die aktuelle, rasante Adaptierung auf den größeren Speicherbereich mitzunehmen. Unix-Derivate, abgesehen von OS X selbst, sind im professionellen Audiobereich wenig verbreitet. Entsprechend werden wir dieses Thema an dieser Stelle auch nicht weiter verfolgen.
Die Frage nach der Rechnerplattform müssen Sie selbst treffen. Dabei können Ihnen folgende Tipps eventuell von Nutzen sein:
- Welche DAW kenne Sie bzw. möchten Sie nutzen?
- Welche DAW nutzen Ihre Bekannten und Partner?
- Legen Sie Wert auf modulare Erweiterung?
Der modulare Aufbau stationärer Windows-Systeme ist der Apple-Plattform deutlich überlegen. Das Angebot an internen Steckplätzen, möglicher Schnittstellenvielfalt und Erweiterbarkeit ist in der Regel deutlich größer. Allenfalls der Mac Pro kann hier konkurrieren, kostet allerdings auch signifikant mehr als vergleichbare PCs.
Geht es um fest konfigurierte oder gar Mobilsysteme ist deren Leistung von den eingesetzten Komponenten abhängig. Hier erweist sich der PC als größere Fallgrube. Auch hier bietet wir Ihnen ein durch und durch getestetes, fertiges System an.
Bei Apple Rechnern gilt es allerdings ebenfalls Fallstricke zu beachten: So gibt es Modelle außerhalb der Mac Pro Serie, die Firewire-Chip von Agere verbauen, die mit vielen Audio-Interfaces nicht kompatibel sind.
Technisch betrachtet ist Apples Audioarchitektur Core Audio der Windows-Spezifikation überlegen. Es ist ein modernes Treibermodell das niedrige Latenz und Multi-Client-Betrieb ermöglicht, ebenso wie ein Verschmelzen mehrere Audio-Interfaces zu einer kombinierten virtuellen Einheit (Aggregate Device).
Demgegenüber steht die veraltete MME/Direct X Basis von Windows, die für den Einsatz in der Musikproduktion untauglich ist. Modernere Treibersysteme wie WDM-KS setzen sich nicht einheitlich durch. Stattdessen greift eine Minderheit der anbietet zu proprietären Lösungen (Avid), die Mehrheit zum ASIO-Treibermodell der Firma Steinberg - hier sind ebenso überzeugende Ergebnisse möglich.
Monitoring und Latenz
Das ideale Audio-Interface transferiert alle Daten verzögerungsfrei vom Eingang zum Ausgang. So einfach ist das aber nicht. Neben der "gleichzeitigen Berechnung" mehrere Mischpultkanäle, ist die CPU auch noch an mehreren Orten tätig, etwa bei einer Kopieraktion, der Grafikaufbereitung usw. Wenn am Eingang ununterbrochen Audiosignale eingespeist werden, sollen diese Sprünge der CPU aber unhörbar bleiben. Diese Aufgabe ist nur durch Puffer umsetzbar, die die Daten vorhalten, bis die CPU Zeit zur Bearbeitung findet. Puffer gibt es an etlichen Stellen im Rechner und auch im Treiber für das Audio-Interface. Der Nachteil: Puffer bedeuten Zeitverzögerung mit folgenden Problemen:
- Eingangssignale und Ausgang sind zeitlich gegeneinander versetzt.
- Steuersignale (z.B. Keyboard) für rechnerinterne Signale sind verzögert.
Zur Lösung bzw. Minderung des Problems gibt es drei Wege:
- das Monitoring außerhalb des Computers, etwa über ein Mischpult
- das Heruntersetzen der Treiberpuffer
- der Einsatz von Direktmonitoring-Verfahren
Variante 1. ist sinnvoll, aber an die Verfügbarkeit externer Geräte gebunden. Variante 2. liefert bei kleinen Treibergrößen gute Ergebnisse. Allerdings geht mit kleinen Puffergrößen auch ein Anstieg der Rechnerbelastung einher. Typischerweise werden Sie deshalb auf Variante c zurückgreifen. Die Ausnahme: Wenn Sie etwa einen virtuellen Synthesizer oder einen virtuellen Gitarrenverstärker spielen, also Effekte und Instrumente aus dem Rechner nutzen, kommen Sie um kleine Puffer nicht herum.
Bei Direktmonitoring wird das Eingangssignal während der Aufnahme "direkt" an die Ausgänge weitergeleitet. Dieses Direktmonitoring ist entweder über den Treiber spezifiziert oder aber Teil der Hardware in Form eines regelbaren Mischungsverhältnisses von Playback und Eingang.
Komplexer arbeiten autarke Monitorsysteme, die über einen Signalprozessor im Audio-Interface organisiert werden. Hier lassen sich mehrere Eingänge als Monitormischung auf spezifische Ausgänge zusammenführen. Solche Monitormischpulte in Audio-Interfaces sind unterschiedlich komplex aufgebaut. Vollkommene Freiheit bieten Systeme, die unabhängige Mischungen von Eingangs- und Playbacksignale an beliebige Ausgänge erzeugen können, wie etwa bei RME. Diese Unabhängigkeit erfordert natürlich auch zusätzliche Ausgänge bzw. Kopfhörerverstärker.
Weiteren Komfort bieten Effekte, die den Monitormix aufwerten, etwa in Form eines Nachhalls für den Sänger. Da diese Effekte quasi verzögerungsfrei für die Eingangssignale zur Verfügung stehen müssen, müssen also durch den Signalprozessor berechnet werden. Dafür liefert dieser oft gleichzeitig noch schnelle Pegelanzeigen, Werkzeuge zur Signalanalyse und weitere Vorteile. Entsprechende Lösungen findet man bei RME, Motu. Nahezu echtzeitfähige Signalprozessoren sind auch der Grund, warum im Bereich der gängigen Audio-Interfaces bis heute nur DSP-Systeme wie Pro Tools HD eine konzeptionelle Umgehung des Problems Latenz bieten: DSPs und ein direktes Kommunikationssystem zwischen den Wandlereinheiten und Steckkarten ermöglichen eine Signalbearbeitung, die in vielen Fällen einem analogen Mischpult nahekommt - allerdings nur solange native Elemente nicht im Signalfluss beteiligt sind.
Tipp: Latenz-Kontrolle
Der Treiber eines Audio-Interfaces übermittelt der Software seine Verarbeitungszeit. Mittels dieser Latenzangaben stellt der Sequenzer sicher, dass eine Audioaufnahme synchron zum Arrangement auf der Spur landet. Dabei werden die Wandler und eventuelle Systempuffer kompensiert. Falsch übermittelte Latenzwerte sind deshalb problematisch! Sie suggerieren gute Werte, bringen aber den Sequenzer in Bedrängnis.
Sie können die Treiberwerte mit einer Rundummessung hinterfragen. Das Prinzip ist einfach: Sie geben einen klaren Impuls an einer definierten Zeitposition aus. Dabei verbinden Sie den Analogausgang des Audio-Interfaces mit einem Eingang. Auf einer weiteren Spur nehmen Sie den abgespielten Impuls wieder auf. Das aufgezeichnete Signal kommt um die Gesamtlatenz des Systems verzögert an (Ausgangslatenz, Eingangslatenz, alle Puffer, Wandler). Der Versatz gegenüber der Originalposition auf der Ausgangspur müsste sich mit der gemeldeten Gesamtlatenz decken. Übrigens: Weder ASIO noch Core Audio berücksichtigen die unterschiedliche Laufzeit analoger und digitaler Anschlüsse an Audio-Interfaces.
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