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Elektron Digitakt

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Art.Nr.
27462
Elektron Digitakt, digitale Drum-Machine mit 8 Spuren und Overbridge-Integration
Elektron Digitakt

Digitakt ist eine digitale Drum-Machine mit acht Stimmen und Sample-Funktion. Das "Beat Making Powerhouse" liefert alles für treibende Rhythmen und durchschlagende Beats. Jede der acht Spuren kommt mit einem eigenen Filter daher und LFO daher.

Features
  • Digitale Drum-Machine
  • 8 interne Audiospuren
  • 8 dedizierte MIDI-Spuren
  • 1 Multimode-Filter pro Audiotrack
  • 1 zuweisbarer LFO pro Audiotrack
  • Samplemöglichkeiten
  • 2x Klinkeneingang
  • 2x Klinkenausgang (symmetrisch)
  • MIDI In/Out/Thru
  • Integration mit DAW via USB (Elektron Overbridge)
Weitere Informationen
Weitere Informationen Testbericht Elektron Digitakt Elektron Digitakt ist eine digitale, samplebasierte Groove-Box und rundet die Palette der Elektron-Instrumente nach unten ab.

Das geht bei Digitakt nicht zulasten der Klangqualität oder des Spaß-Faktors, im Gegenteil: Digitakt ist nicht nur im Preis, sondern auch in puncto Lernhürde niedriger angesetzt als die großen Brüder Analog Rytm MKII und Octratrack MKII. Letzteren haben wir ebenfalls für Sie getestet.


Übersicht

Digitakt transportiert den Kultstatus des schwedischen Herstellers deutlich unter die Eintausend-Euro-Grenze und ermöglicht als Einsteiger-Groovebox einen vergleichsweise unkomplizierten Zugang. Dabei muss man weder in puncto Verarbeitung noch bei der Klangqualität Abstriche hinnehmen. Allerdings beschränkt sich Digitakt auf digitale Klänge, sprich: Samples (während Analog Rytm über eine zusätzliche analoge Klangerzeugung verfügt). Neben fünf akustischen und 23 elektronischen Drumkits sind auch eine Reihe chromatisch spielbarer, tonaler Klänge für Basslinien oder Melodien an Bord, ergänzt durch Pads, Effektklänge und Geräusche.

Das Leistungsspektrum der handlichen Groove-Box kann durchaus auch höheren Ansprüchen genügen: Digitakt bietet acht Audio- und ebenso viele MIDI-Spuren. Die Audio-Engine beinhaltet einen kompletten Sampler. Hier kann man also nicht nur fertige Sounds abfeuern, sondern auch eigene Aufnahmen integrieren oder Werksklänge re-sampeln. Mit den MIDI-Spuren steuert man externe Klangerzeuger. Zusammen bieten die 16 Spuren genug Luft für komplexe Abläufe.

Überzeugen kann auch das einfache aber gut klingende Multimode-Filter, welches analogen Modellen kaum nachsteht. Jeder Track verfügt über sein eigenes Filter und seinen eigenen LFO. Der LFO steuert bei Digitakt nicht nur Lautstärke, Panorama und Filter, sondern auch Sampleparameter wie Start- und Looppunkt. Sogar fliegende Wechsel des Samples sind via LFO möglich. Insgesamt klingt Digitakt angenehm direkt und unverstellt.

Grooves entstehen durch den achtfachen Step-Sequenzer mit bis zu 64 Schritten pro Track, der auch polyrhythmisch agieren kann, Zufallsfunktionen und Fills einschließt. Eigene Pattern können intuitiv live eingespielt oder schrittweise erzeugt werden. Die Echtzeitsteuerung von Sampleparametern, Filtern und den Effekten Echo und Hall ermöglicht eine abwechslungsreiche und spannende Performance. Und diese gelingt mit Digitakt auch ganz autark, ohne DAW.

Andererseits wird sich das Leistungsspektrum mit dem künftigen Einbinden von Digitakt in die DAW mittels Elektron Overbridge noch einmal deutlich erweitern: Dann soll unter anderem ein Echtzeit-Streamen aller acht Audiospuren und eine komplette Fernsteuerung des Geräts über eine virtuelle Oberfläche möglich sein.

Unterm Strich ist Digitakt ein leistungsfähiges, eigenständiges Klanglabor für komplexe Grooves einschließlich tonaler Bestandteile und abgedrehter Effekte. Es gibt sicher billigere Beatboxen, die aber in puncto Ausstattung, insbesondere was das Sampeln und die Echtzeit-Modulation von Sample-Parametern betrifft, nicht mithalten können. Vermisst habe ich lediglich die Anschlagsdynamik bei den Pads und die Verarbeitung von Stereosamples.


Inhalt:

  • Klangangebot und Grundlegendes im kurzen Überblick
  • Verarbeitung und Anschlüsse
  • Klangerzeugung und Klangmodulation
  • Digitakt in der Praxis
  • Plus / Minus


Klangangebot und Grundlegendes im kurzen Überblick

Digitakt beinhaltet werksseitig fünf akustische und 23 elektronische Drum-Kits, 42 Synthesizerklänge, 44 Stabs und Pads sowie 83 Oszillatorwellenformen und Geräusche-Loops. Dieses Repertoire kann durch diverse Soundpacks, die für kleines Geld, teilweise auch als Freeware erhältlich sind, und nicht zuletzt mit eigenen Samples aufgestockt werden.

Digitakt verfügt mit +Drive über einen nicht-flüchtigen Speicher (etwa 1 GB), in dem alle Samples und 128 Projekte abgelegt werden. Das aktuelle Projekt bedient sich dem 64 MB großen RAM. Für heutige Verhältnisse klingt das nicht gerade üppig, bedenkt man aber, dass das RAM insgesamt 11 Minuten Sampledauer zur Verfügung stellt und Digitakt nicht mit anschlagsdynamischen Layern oder Multisamples arbeitet, so ist dieser Speicher mehr als ausreichend dimensioniert.

Ein Pattern beinhaltet acht Sounds für acht Tracks, die über einen Step-Sequencer mit bis zu 64 Steps für jeden Track gesteuert werden. In einem Projekt werden außer den Samples auch sämtliche performanten Klang- und Sequencer-Einstellungen abgespeichert.

Zur Bearbeitung und Steuerung der Klänge stehen die Menüs Trigger, Sampler, Filter, Amplifier und LFO zur Verfügung.



Verarbeitung und Anschlüsse

Mit etwa 21,5 x 17,5 x 4,5 cm bringt Digitakt rund anderthalb Kilo auf die Waage, ist ausgesprochen kompakt und dürfte in jedem Setup seinen Platz finden.

Das Metallgehäuse ist vorbildlich robust und zweifelsfrei für den harten Bühnenalltag ausgelegt. Auch die Taster sind auf Langlebigkeit ausgerichtet - zu deren Gunsten verzichtet man hier auf einen Druckpunkt oder haptisch angenehmere Gummi- bzw. Silikon-Bauteile. Die neun Endlos-Drehregler sind hoch auflösend und erlauben eine präzise Einstellung.

Zwischen den Parameterreglern A bis H (rechts des Displays) dürfte allerdings etwas mehr Raum sein. Greift man nicht zielsicher, so kann es passieren, dass man versehentlich auch den Nachbarregler erwischt.

Das OLED-Display (etwas pixelig und im Retro-Style) erweist sich als sehr praxisnah und funktional und lässt sich auch aus seitlichen Blickwinkeln gut ablesen. Die Hintergrundbeleuchtung aller Taster ermöglicht auch bei Bühnenlichtverhältnissen eine gute Orientierung.

Sämtliche Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite: Symmetrische Ein- und Ausgänge (jeweils linker/rechter Kanal), das klassische MIDI-Trio, USB-Port und der Anschluss für das Netzgerät. Nur das Netzteil (im Lieferumfang enthalten) versorgt Digitakt mit Strom, nicht die USB-Verbindung. Letztere soll Anfang 2018 durch die nachträgliche Implementierung von Elektron Overbridge besser genutzt werden. Overbridge ist eine Software, die nicht nur dem Datenaustausch mit dem Rechner dient, sondern auch

ein diskretes Echtzeit-Streaming der acht Audiospuren ermöglicht,
eine Steuerung von Digitakt über eine virtuelle Bedienoberfläche (GUI),
ein Abspeichern und Aufrufen der kompletten Digitakt-Einstellungen im Rahmen eines DAW-Projektes
und die Verwendung von Digitakt als einfaches Zweikanal-Audio-Interface (mit 48 kHz Samplerate und 24 Bit Auflösung).


Klangerzeugung und Klangmodulation

Digitakt ist rein digital und bedient sich einer samplebasierten Klangerzeugung. Zwar können über die Eingänge Stereo-Instrumente verbunden werden, die Digitakt-Audiospuren verarbeiten jedoch nur Mono-Samples, verwenden also wahlweise das linke oder rechte Signal.

Samples können um plusminus zwei Oktaven gestimmt, einfach vorwärts, rückwärts und in beiden Richtungen als Loops abgespielt werden. Startpunkt, Länge und Looppunkt werden im Source-Menü über die Encoder präzise und in feiner Auflösung definiert. Neben der akustischen Kontrolle wird die Wellenform auch im Display angezeigt. Für schnellere Parametersprünge hält man die Encoder beim Drehen gedrückt. Des Weiteren trifft man hier noch auf einen Bit-Reducer, der angesagte Lo-Fi-Klänge produziert.

Jeder Track verfügt über eine Lautstärke-Hüllkurve mit vorgeschaltetem Verzerrer, ein eigenes Multimode-Filter und einen eigenen LFO. Die Ausstattung an Effekten beschränkt sich auf Echo und Hall über Send-Effekte, wobei man den Ausgang des Echos auch zum Eingang des Reverbs routen und dadurch sehr effektvolle Echo-Hall-Kombinationen erzielen kann.

Das Echo bietet einen optionalen Ping-Pong-Betrieb und verfügt (wie auch der Hall) über ein eigenes Dual-Filter (Tief- und Hochpass-Kombi). Der Hall bietet darüber hinaus ein Kuhschwanz-Filter zur Höhendämpfung und die Parameter Vorverzögerung und Ausklingzeit. Verschiedene alternative Algorithmen bzw. Raummodelle und -formen sind nicht an Bord.

Was mir fehlt, sind vor allem Kompressoren auf Track-Ebene, eigentlich das wichtigste Tool zur Bearbeitung von Drums und Percussion, ein Master-Limiter und Master-Equalizer. Sobald Overbridge implementiert ist, werden solche Beschränkungen insofern Vergangenheit sein, als man dann in der DAW beliebige externe Tools in allen acht Audiospuren separat einbinden kann.

Das eingebaute Multimodefilter ist zwar ebenfalls digital, kann aber kräftig zupacken und klingt angenehm rund und warm wie die gelungene Emulation eines analogen Filters. Derzeit besteht die Wahl zwischen einem Tief- und einem Hochpassfilter. Bezüglich weiterer Charakteristika besteht also noch Luft nach oben für kommende Updates. Aber auch mit der gegenwärtigen Ausstattung kommt man schon recht weit: Bei hoher Resonanz und Selbstoszillation verleiht man einer Bassdrum Sub-Bässe, die in den Bauch gehen, oder einer Snare ein aggressives Attack, indem man die oberen Mitte anhebt. Das Filter verfügt zudem über eine eigene ADSR-Hüllkurve: Kernige, zappende Bässe und Toms mit Sweep-Effekt à la Simmons sind überzeugend realisierbar.

Auch der erwähnte Verzerrer ist angenehm musikalisch ausgefallen, klingt ausgesprochen warm, eher nach Overdrive, und liefert dennoch den entsprechenden Biss, vor allem, wenn man ihn mit der Bit-Reducer-Funktion des Sample-Menüs kombiniert.

Eine experimentelle Klanggestaltung ergibt sich über den LFO, der sieben Wellenformen einschließlich exponentieller Verläufe sowie Sample and Hold bietet.

Der LFO ist zum Tempo synchronisierbar und liefert sowohl ultra-langsame als auch schnelle Modulationen bis in den hörbaren Bereich, kann ein- und ausgeblendet werden und steuert neben allen Filterparametern wahlweise den Verzerrer, Lautstärke-Hüllkurvenparameter und, besonders reizvoll, sämtliche Sample-Parameter.

Mit Sample-Slot, Sample-Start oder Loop-Länge als Modulationsziel und einer langsamen LFO-Modulation mit Sample und Hold-Wellenform erschafft man permanente zufällige Klangvariationen. Steuert der LFO die Panoramaposition mehrerer Tracks, so werden aus den monofonen Samples lebendige Klangpanoramen. Bei hoher Frequenz und Routing auf Sampleparameter zerlegt der LFO den Klang regelrecht in Fragmente und generiert in Kombination mit dem Echo vielschichtige, mutierende Klangwolken.


Digitakt in der Praxis

Wenn man Digitakt zum ersten Mal startet, zappt man zunächst durch die Pattern. Digitakt bietet an Speicherplätzen acht Bänke mit jeweils 16 Patterns. Werksseitig belegt sind die Bänke A und B mit insgesamt 32 Patterns. Diese zeugen bereits von der Vielfalt der Möglichkeiten.

Die kleine Groove-Box hat es in sich, und meistert nicht nur polyrhythmische Abläufe (durch unterschiedlich lange Sequenzen und Metrik), sondern auch Melodien. Tonale Klänge können chromatisch über die 16 Tasten am Gerät selbst oder über ein angeschlossenes Keyboard eingespielt werden. Das einzige, was man vermisst, ist eine Anschlagsdynamik der 16 Trigger-Pads des Digitakt. Dynamische Abläufe müssen also nachträglich per Editieren und Modulieren erzeugt werden.

Das gelingt wiederum spielerisch: Bei laufendem Playback wählt man einen oder mehrere Steps über die Trigger-Pads und passt in den Menüs Filter, Amp und LFO den Klang in Echtzeit an. Auf diese Weise kann man nicht nur Sequenzen bearbeiten und anschließend abspeichern, sondern auch eine spannende Echtzeit-Performance gestalten.

Will man eigene Patterns erstellen, so kann man diese wahlweise live einspielen oder im Grid Recording Mode Schritt für Schritt eingeben. Zunächst wählt man acht Sounds für die acht Tracks. Im Live-Modus wählt man dann der Reihe nach einen Track aus und spielt die Hits bei durchlaufender Sequenz ein. Anschließend kann man alle eingespielten Hits eines Tracks gemeinsam über die Menüs Amp, Filter und LFO gestalten.


Im Grid Recording-Modus aktiviert man einfach die betreffenden Step-Taster des jeweiligen Tracks.

Länger ausklingende Steps lassen sich über die sogenannte Parameter Lock - Funktion gestalten. Diese erlaubt es, zuvor getriggerte Noten über mehrere Steps hinweg zu halten und den Klangverlauf des Sustains pro Schritt zu modifizieren. So lassen sich etwa Filtermodulationen oder auch Tonhöhenveränderungen über längere Passagen generieren.

Weitere Trigger-Optionen ermöglichen es, dass bestimmte Steps nur alle x Takte, mit einer prozentualen Wahrscheinlichkeit oder ausschließlich beim Betätigen des Fill-Tasters gespielt werden. Diese Funktion ist allerdings etwas versteckt und wird im beiliegenden Quickstart-Manual nicht erklärt. Um die Trigger-Bedingungen zu modifizieren, hält man im Aufnahmemodus die betreffende Trigger-Taste gedrückt und kann dann mit dem Encoder D die weiterführenden Trigger-Bedingungen anwählen.

Die Länge eines Tracks stellt man im Scale-Menü ein: Ein Pattern kann bis zu 64 Steps beinhalten und mit Faktoren von 1/8 bis zu 2x skaliert werden. Neben unterschiedlichen Längen der Sequenzen für die acht Tracks sind auch triolische Skalierungen möglich. Dadurch ergibt sich die Option für komplexe polyrhythmische Abläufe.

Um eigene Sample zu erstellen, schaltet man den Recorder des Digitakt scharf und wählt einen geeigneten Threshold, um automatisch den richtigen Samplestart zu erwischen und ein unnötiges Vorlaufen mit Rauschen auszuschließen. Die Aufnahme startet, sobald der definierte Pegel erreicht wird. Anschließend steigt man in die Wellenform ein, justiert den Start- und Endpunkt und speichert das Sample ab.

Neben dem RAM verfügt Digitakt mit +Drive über ein weiteres internes Speichermedium, von dem man ebenfalls Samples ins RAM laden und diese dann den Tracks zuordnen kann. Neben diversen Drum-Kits (darunter verschiedene akustische Schlagzeug-Kits) finden sich hier auch Synthie-Sounds für Melodiene, Pads und Stabs sowie Geräusche und Samples diverser synthetischer Oszillatoren einschließlich FM- und Orgelklänge.


Plus
  • direkter Klang, gute Audioqualität
  • integrierter Sampler
  • Echtzeitsteuerung von Sample-Parametern
  • gut klingendes Filter
  • hochwertige, auf Langlebigkeit ausgerichtete Verarbeitung
  • vergleichsweise unkomplizierte Bedienung
  • polyrhythmische Sequenzen möglich
  • Echtzeit-Audiostreaming über Overbridge (ab Januar 2018)
Minus
  • Beschränkung auf Mono-Samples
  • Trigger-Pads nicht anschlagsdynamisch
  • Filter bietet derzeit nur Tief- und Hochpass-Charakteristik

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