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Korg Prologue 8

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Art.Nr.
28269
Korg Prologue 8, analoger Synthesizer mit 8 Stimmen, zusätzlicher digitaler Oszillator, 49 Tasten
Korg Prologue 8

Der Prologue 8 ist ein Analogsynthesizer mit achtfacher Polyphonie. Er baut auf den Erfolgen von Minilogue und Monologue auf mit einer durchsetzungsstarken Klangerzeugung in Kombination mit einer neu entwickelten Multi-Engine. Die analogen Oszillatoren werden durch einen dritten Oszillator ergänzt, der digitale Wellenformen und FM zur Verfügung stellt. Über eine kostenlose Software lassen sich eigene Oszillatoren und Effektprogramme programmieren und im Instrument abspeichern.

Features
  • 8-fach polyphoner Analogsynthesizer
  • 49 Tasten in Standard-Größe
  • 3 Oszillatoren (2 anaolog + digitale Multi-Engine mit Noise, VPM und User Oszillatoren)
  • Hochwertige Effekte (Modulation, Master und User), voll programmierbar
  • Arpeggiator
  • Layer- / Split-Funktion
  • 4 Voice Modi
  • Stilvolles Gehäuse aus Aluminium mit Echtholz-Seitenteilen
  • Made in Japan
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Testbericht Korg Prologue 8

Zusammenfassung
Bei den beiden prologue-Modellen von Korg handelt es sich um leistungsstarke, moderne Hybrid-Synthesizer, deren acht oder sechzehn Stimmen sich auf zwei Timbres verteilen. Die beiden Klänge können als Splits, Crossfades oder Layer sowie über separate MIDI-Kanäle gespielt werden.

Die Klangerzeugung mit zwei analogen und einem digitalen Oszillator ist die Eintrittskarte in ein breit angelegtes Klangspektrum, das sich von klassischen Analogsounds wie fetten Bässen, dominanten, singenden Leads bis zu wunderbar schwebenden Flächen erstreckt. Extras wie VPM- und Wavetable-Klangerzeugung und ein gut klingendes Analogfilter ergeben einen edlen, warmen und organischen Klang, der durch zwei hochwertige DSP-Effekte abgerundet wird.

Die internen Modulationsmöglichkeiten sind allerdings begrenzt, sodass der prologue weniger ein vielschichtiges Klanglabor für Bastler, sondern vielmehr ein praktikabler, leicht beherrschbarer Synthesizer ist, der auch Einsteigern Freude bereitet. Weniger hohe Erwartungen sollte man an die Klaviatur stellen, die Keyboarder mit pianistischem Hintergrund nicht zufriedenstellen wird und die zudem auf Aftertouch verzichtet.

Preislich bewegt sich der Testkandidat in einem heiß umkämpften Umfeld, indem er mit seiner hohen Polyphonie punktet. So übertrifft der prologue bisherige Analogsynthesizer nicht um Längen, sondern präsentiert sich als gut ausgestatteter Synthesizer für Einsteiger mit gehobenen Erwartungen sowie als interessante Erweiterung für Keyboarder, die bereits andere Synthesizer ihr Eigen nennen.

Inhalt
  • Hoher Anspruch
  • Überblick
  • Verarbeitung
  • Konnektivität
  • Klaviatur
  • Analoge Klangerzeugung
  • Digitale Zugabe
  • User-Oszillatoren und SDK
  • Filter und Dynamik
  • Interne Modulationen: LFO und weitere Hüllkurvenoptionen
  • Effekte
  • Der Arpeggiator
  • Ausgeklügeltes Stimmenmanagement, Verteilung im Panorama
  • Praxis und Bedienung
  • 8 oder 16 Stimmen? Die Extras des großen Modells
  • Klang
  • Anwendungsbeispiele
  • Plus / Minus

Überblick
Der prologue ist das Flaggschiff der neuen Generation von Korg-Analogsynthesizern. Die Reihe wurde mit dem monophonen monologue und dem vierstimmigen minilogue im Jahre 2016 gestartet. Im Gegensatz zu den Veteranen der analogen Klangerzeugung setzt man auf moderne Fertigungstechnik, die immerhin mehr als 11.000 Bauelemente unterbringt.

Das polyphone Modell gibt es achtstimmig mit 49 Tasten und 16-stimmig mit 61 Tasten. Diese Stimmen verteilen sich auf zwei Klänge (Timbres), die gleichzeitig als Split, Layer oder im X-Fade-Modus überblendbar gespielt werden.

Technisch baut unser Testkandidat auf der optimierten analogen Klangerzeugung seiner jüngsten Vorgänger auf. Der rein analoge Signalpfad wird durch eine neu entwickelte Multi-Engine ergänzt. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine Auswahl digitaler Oszillatoren, die den Klang unter anderem mit variablen Obertonspektren bereichern. Diese digitalen Signale durchlaufen ebenfalls das Analogfilter und profitieren damit von dessen Wärme. So schafft Korg es, die analoge Klangerzeugung mit ausgefeilter Digitaltechnik zu kombinieren. Das gilt auch für die beiden digitalen Effektmodule, die dank hoher Auflösung den Klang bereichern.

Unser Testkandidat ist somit ein ausgewachsener Hybrid-Synthesizer. Seinen eigenständigen Klang und sein beachtliches Klangfarbenspektrum erreicht er neben der Kombination von analogen und digitalen Oszillatoren unter anderem über Wave-Shaping, eine Oszillator-Sync/Ring-Funktion für härtere Sounds sowie das korg-spezifische 12-dB-Tiefpassfilter, kombiniert mit Hochpassfilter und Drivefunktion für angezerrte Klänge.

Verarbeitung
Das Chassis aus schwarz eloxiertem, gebürsteten Aluminium mit leicht geneigter Oberfläche wird von edlen Holzapplikationen flankiert. Das Instrument ist robust gebaut, für den Bühnenalltag ausgelegt und dank seines vergleichsweise geringen Gewichts von rund neun Kilo (7,5 kg beim kleineren Modell) angenehm transportabel.

Die Oberfläche ist klar strukturiert und verzichtet auf optische Spielereien. 36 griffige Regler, 16 Schalthebel und 21 Taster sitzen fest und vermitteln einen durchweg hochwertigen Eindruck. Dank kontrastreicher Beschriftung findet man sich auch bei schlechten Lichtverhältnissen zurecht.
Das kleine OLED-Display für Menüfunktionen und Wertedarstellung lässt sich aus seitlichen Blickwinkeln gut ablesen und erweist sich als praxisnah und ausreichend. Der aktive Oszillator der Multi-Engine wird über ein LC-Display angezeigt.

Pitchbender und Modulationsrad sind für meinen Geschmack etwas klein gehalten, zudem über der Klaviatur positioniert und nicht daneben. Sie funktionieren einwandfrei, sind aber - anders als die Regler und Schalter - relativ sparsam gefertigte Kunststoffteile.

Konnektivität
Alle Anschlüsse finden sich auf der Rückseite. Hier gibt es zwei Pedalanschlüsse (kontinuierlich für Expression-Pedale und ein Schalter, etwa für Dämpfer und Sustain), ein MIDI-Duo, der USB-Port zur Verbindung mit dem Rechner und Sync In und Out (etwa zur Synchronisation des Arpeggiators mit dem Sequencer anderer analoger Geräte wie der Rhythmusmaschine Korg volca). Das Audiosignal wird über einen Stereoausgang und einen Kopfhörerausgang ausgegeben. So lassen sich die beiden Timbres zwar über separate MIDI-Kanäle spielen aber nicht über eigene Ausgänge abmischen. Ein Audioeingang ist hingegen nicht vorgesehen.

Klaviatur
Die Tasten sind eher weich gefedert. Breit gegriffene Akkorde, Läufe und schnelle Soli lassen sich damit zwar realisieren, ein pianistisches Spielgefühl will allerdings nicht aufkommen. Es gab schon Korg Controller, die über präzisere und nuancierter spielbare Klaviaturen verfügten, wie etwa das Modell Taktile. Bei direkten Mitbewerbern wie etwa dem Arturia Matrix Brute oder Synthesizern von Clavia und Dave Smith überzeugten mich die Klaviaturen eher. Auch auf Aftertouch hat Korg leider verzichtet. Immerhin stehen neun Velocitykurven zur Auswahl.

Analoge Klangerzeugung
Zwei stimmbare analoge Oszillatoren können mittels Pitch-Regler fein (um ±1.200 Cent) und über Schalthebel um bis zu vier Oktaven gestimmt werden. Geboten werden die klassischen Wellenformen Sägezahn, Dreieck und Rechteck, deren Pulsbreite beziehungsweise Symmetrie per Shape-Regler geformt werden kann, nebst Echtzeitvisualisierung im Display.

Im alternativen Sync-Modus erhält man reine, härtere bis schneidende Klänge; während der Ringmodulator drahtige und harsche Sounds mit angereichertem Obertonspektrum bereithält. Feine Schwebungen bis zu dissonanten, geräuschhaften Klängen erzielt man mit per Cross-Modulation. Es ist erstaunlich, welch breites Klangfarbenspektrum mit diesen wenigen aber effektiven Eingriffsmöglichkeiten erreicht wird.

Digitale Zugabe

Die Multi Engine wurde speziell für unseren Testkandidaten entwickelt und erweist sich als ergiebige Zugabe mit enormem Experimentierpotential. Zwischen Rauschgeneratoren, VPM-Oszillator und User-Wellenformen schaltet man per Hebel um. Der VPM-Oszillator bietet sechzehn Algorithmen. Diese produzieren im Zusammenwirken mit Filter und Hüllkurven zarte Sinusklänge, angesägte Glocken, Retro-Chöre in rauschendem Wind, virtuell-analoges Blubbern mit metallischem Anschlag und vieles mehr.

VPM steht für variable Phasenmodulation. Diese arbeitet vergleichbar zur Frequenzmodulation mit Carrier, Modulator und Rückkopplungsschaltungen, erweitert durch modulierendes Rauschen und einen Ausgangsverstärker. Per Shape-Regler variiert man unter anderem das Verhältnis zwischen Träger und Modulator und beeinflusst damit das Obertonspektrum.

Der Rauschgenerator eignet sich unter anderem für percussive Klänge oder für Effekte wie Wind- und Brandungsrauschen. Zwischen den Klangcharakteren schaltet man mit dem Type-Regler um und kombiniert dabei das Rauschen mit Hoch-, Tief- und Bandpassfilter sowie einem Bitcrusher, der sich für apokalyptisches Getöse anbietet. So eröffnet sich ein breites Spektrum atonaler Klänge.

User-Oszillatoren und SDK
Die Klangformung mit analogen und den bereits implementierten digitalen Oszillatoren können sich sehen lassen. Doch der Korg prologue hat einen Joker im Gepäck: Der Hersteller hat ein kostenloses Software Development Kit bereitgestellt, mit dem die Multi-Engine und Effekte nach Bedarf in C oder C++ neu programmiert werden kann. An Bord sind je 16 Slots für entsprechende User-Algorithmen. Man darf hoffen, dass Drittanbieter diese Option nutzen und damit die Klangpalette des Testkandidaten nachhaltig erweitern. Exemplarisch hat Korg den ersten Slot mit einem Wavetable-Oszillator belegt. Dieser verfügt über zwei Grundwellenformen und eine Subwelle. Per Taster erreicht man alternative Wellenformen, mischt die Subwelle bei und dosiert bei Bedarf eine Ringmodulation sowie einen Bit-Crusher. Man darf also gespannt sein …

Filter und Dynamik
Nachdem man den Anteil der drei Oszillatormodule im Mischer justiert, geht es weiter zum Filter. Das analoge, resonanzfähige 12-dB-Tiefpassfilter lässt auch höhenreiche Signale der Multi Engine nie kalt oder digital klingen. Das Filter gefällt mit analoger Wärme und klingt auch bei Selbstoszillation und hohen Resonanzwerten nie unangenehm schrill oder überspitzt. Mitbewerber kontern allerdings teils mit Multimode- oder Doppelfiltern.

Modulationen der Filterfrequenz erreicht man dosierbar und bei Bedarf auch invertiert über die ADSR-Hüllkurve. Hinzu kommt ein dreistufiges Keytracking und eine regelbare Abhängigkeit des Hubs von der Anschlagsdynamik. Dank direktem Zugriff hat man im Nu einen zappenden Bass oder einen markanten, perkussiven Anschlag kreiert. Benötigt man mehr Präsenz oder Dominanz, bietet sich der analoge dreistufig schaltbare Drive-Effekt an. Per Low-Cut-Schalter lässt sich schließlich der tiefe Frequenzbereich etwas zähmen, leider nur ein- und ausschaltbar.

Hinter dem Filter folgt der spannungsgesteuerte Verstärker (VCA), der ebenfalls über eine ADSR-Hüllkurve verfügt.

Interne Modulationen: LFO und weitere Hüllkurvenoptionen
Mit zwei Hüllkurven und nur einem LFO (pro Stimme) ist unser Testkandidat in puncto Modulationen bescheiden. Auf weitere Modulationsquellen und eine flexible Matrix wurde zugunsten einer übersichtlichen Ausstattung verzichtet. Man verliert sich nicht in einem Labyrinth verschlungener Verdrahtungen.

Der digitale LFO bietet die Wellenformen Rechteck, Dreieck und Sägezahn in den Modi BPM (temposynchron), Slow und Fast. Slow liefert Modulationen ab Zeitlupentempo aufwärts, Fast reicht bis in den hörbaren Bereich und kann zum Erzeugen zusätzlicher disharmonischer Obertonspektren verwendet werden.

Der LFO moduliert wahlweise die Eckfrequenz des Filters, die Tonhöhe und den Shape-Parameter der individuellen Oszillatoren. So ist es beispielsweise möglich, nur die internen Filterfrequenzen der Multi Engine per LFO zu modulieren. Zudem lassen sich die LFOs der einzelnen Stimmen synchronisieren und bestimmen, ob der LFO mit jedem Tastenschlag neu starten soll, was vor allem bei niedrigen LFO-Raten, die das Einschwingverhalten von Klängen mit bestimmen, von Bedeutung ist. Die Geschwindigkeit oder Intensität des LFOs kann (wie viele andere Parameter) über das Modulationsrad gesteuert werden, wobei eine Mehrfachbelegung mit unterschiedlichen Zielparametern leider nicht vorgesehen ist.
In der Praxis kann man mit dem einzigen LFO einiges anstellen. Mir persönlich fehlen dennoch zusätzliche Wellenformen, eine Einblend-Funktion sowie eine Abhängigkeit der LFO-Intensität zur Anschlagsdynamik.

Effekte
Die digitalen Effekte arbeiten mit einer 32-Bit-Auflösung und bewegen sich hinsichtlich ihrer Auflösung und Transparenz auf hohem Niveau. Mit einem Modulationseffekt (Chorus, Ensemble) und einem Echo/Hall stehen zwei gleichzeitig nutzbare Effekte bereit. Der direkte, modulierende Zugriff beschränkt sich auf je zwei Parameter. Über das Menü wählen man zwischen den Algorithmen Phaser, Flanger, Chorus und Ensemble sowie diversen temposynchronisierbaren Echovarianten. Auch die Raumsimulation liefert mehrere Modelle bis hin zum so benannten Horror, dessen Hallfahne sich durch starke Tonhöhenmodulationen für gespenstische Klangreisen eignet.

Der Arpeggiator
Rhythmik und Klangkaskaden erreicht man eindrucksvoll mit dem Arpeggiator, der mit sechs Tonfolgemustern ausgestattet ist, darunter auch Zufall und nach Reihenfolge der eingespielten Noten. Die Spielhilfe Arpeggiator kann eines der beiden Timbres oder beide gemeinsam bedienen. Das Tempo ist durch eine interne Clock mit Tapfunktion oder eine externe Clock definierbar. Als Besonderheit können auch Audiosignale zur Synchronisation verwendet werden. Mit jedem Audioimpuls schreiten die Tonfolgen eine Achtel- oder Sechzehntelnote weiter. So lassen sich klanglich interessante und groovige Sequenzen im Zusammenspiel zwischen einem Bass oder Lead-Sound mit einer Beat-Machine erzielen.
Probieren Sie den Arpeggiator auch mit dem internen Echo aus: Es entstehen imposante, sich überlagernde Klangkaskaden mit einem Umfang von bis zu vier Oktaven.

Ausgeklügeltes Stimmenmanagement, Verteilung im Panorama
Die acht oder 16 Stimmen verteilen sich zunächst auf zwei Timbres (Main und Sub), die gleichzeitig gespielt werden: über zwei Tastaturzonen, übereinandergelegt oder per Crossfade überblendbar. Pro Timbre stehen ferner vier Modi für die Stimmenverteilung bereit: Mono mit Suboszillator, etwa für klassische Synth-Bässe oder Leads; Unisono mit Vervielfältigung der monophonen Stimmen für besonders fette und dominante Klänge; Chord für Ein-Finger-Akkorde und Poly mit der Option eines zweifachen Unisonos per Voice-Depth-Regler (bei Halbierung der Polyphonie).

Der Regler Voice Spread verteilt die Stimmen im Panorama und verleiht breit angelegten, imposanten Flächen eine zusätzliche Dimension. Filigrane, zarte Klänge mit langem Release wirken dank Voice Spread bezaubernd schwerelos. Des Weiteren verfügt unser Testkandidat bei gebunden gespielten Noten über ein optionales Hüllkurven-Legato mit regelbarer Portamentozeit.

Praxis und Bedienung
Für ein erstes Kennenlernen eignen sich die 250 Werksounds. Ebenso viele Speicherplätze stehen für eigene Kreationen bereit. Über Taster fokussiert man auf bestimmte Kategorien und hört beispielsweise folgend nur Bässe, Leads oder Pads. Auch können Lieblingssounds markiert oder die Klänge nach der Häufigkeit ihrer Benutzung nacheinander aufgerufen werden. Für die Bühne gibt es vier konfigurierbare Live-Sets mit jeweils acht direkt über Taster wählbaren Klängen.

Dank der klaren Struktur ist die Bedienung des Synthesizers ausgesprochen leicht. Korg ist es gelungen, die Oberfläche mit dem direkten Zugriff auf alle erstrangigen, für die Echtzeit-Klangveränderung relevanten Parameter auszustatten, während sinnvolle Zusatzfunktionen über einfach gehaltene Menüs erreicht werden. Unser Testkandidat sendet alle Reglerbewegungen als MIDI-Controllerdaten. Modulationsrad und Expression-Pedal können frei mit einem Parameter belegt werden.

8 oder 16 Stimmen?
Die Extras des großen Modells
Maßgeblich für die Wahl zwischen den beiden Modellen dürfte für Viele die Stimmenanzahl sein. Will man beide Timbres ausschöpfen und polyphone Klänge mit langem Release spielen, so kann es beim kleinen Modell eng werden.
Abgesehen von der größeren Klaviatur und der doppelten Stimmenanzahl bietet nur die große Version einen Spezialeffekt für besonders dominante und fette Sounds, etwa Bässe und Leads, nämlich einen analogen Tiefbass-Booster/Kompressor (L.F. COMP) Master-Effekt. Diese Option ist vor allem für die Bühne reizvoll und nicht speicherbar.
Die Funktion Voice Spread ist beim großen Bruder mit einem eigenen Regler vertreten (und kann damit als Effekt eingeblendet werden), beim kleinen Modell nur über das Edit-Menü erreichbar.

Klang
Der prologue deckt mit seinen beiden analogen Oszillatoren und einem guten Filter, das auch bei hohen Resonanzwerten und Selbstoszillation noch musikalisch klingt, alle gängigen Analogsounds ab, von fetten, zappenden Bässen über dominante Leads bis zu schwebenden Flächenklängen. Durch die Kombination mit den digitalen Oszillatoren der Multi Engine und der Duotimbralität finden sich unter den Werksklängen zahlreiche Hybridsounds, die analoge und obertonreiche digitale Klangkomponenten vereinen oder wie ein Duo aus Analog- und FM-Synthesizer klingen. Das Instrument eignet sich damit nicht nur für Pop und Rock: Kombiniert man den Arpeggiator mit Sequenzen aus einer Groove-Box, so erweist er sich als leistungsstarker Partner für Club und Dance. Obwohl die Modulationsabteilung nicht breit aufgestellt ist, gelingen dank der Multi-Engine auch Klangtexturen und experimentelle Sounds, die sich für Ambient, New Age oder die Filmmusik eignen.

Anwendungsbeispiele
Die folgenden Audiobeispiele sollen einen kleinen Einblick in die Klangvielfalt unseres Testkandidaten geben, den Sie hier ohne jegliche Nachbearbeitung hören.

Wir starten mit einer Bassline. Die Drums kommen von Spectrasonics Stylus, bearbeitet mit dem Audified DW Drum Enhancer.


Hier hören Sie einen weiteren Bass und einen Pad-Sound, die ich nacheinander eingespielt habe. Die Drums stammen aus dem Repertoire von Toontracks EZdrummer 2.


Beim folgenden Arpeggio habe ich zunächst den Parameter Voice Mode Depth kontinuierlich erhöht (hier: Unisono mit leicht verstimmten Stimmen) und anschließend mit dem Regler Voice Spread die Stimmen im Panorama verteilt. Die Drums stammen wiederum von Stylus.


Dazu ein Lead Sound. Über Filtercutoff und -resonanz habe ich den Sound von mittig bis zu hell und scharf moduliert.


Ergänzt durch einen Bass mit kurzem Filter-Snap im Attack. Hier habe ich das Decay der zum Ende hin leicht erhöht, wodurch der Anschlag breiter und etwas schmatzender klingt.


Ein weiterer, voluminöser und dunkler Bass mit einer Modulation der Filterfrequenz. Der Beat entstammt erneut dem Toontrack EZdrummer.


Dazu ein sanfter, singender Lead-Sound.


Und ein Pad mit Klangmalereien:


Plus:
  • übersichtlich strukturiert und einsteigerfreundlich
  • warmes, musikalisch klingendes Analogfilter bis in die Selbstoszillation
  • vielseitige Multi-Engine samt User-Oszillatoren
  • hochwertige Regler und Schalter
  • robustes Chassis
  • geringes Gewicht

Minus:
  • Klaviatur könnte besser sein
  • limitierte Modulationsmöglichkeiten
  • kein Aftertouch
  • nur ein Stereoausgang