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Elektron Analog Four MKII

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Art.Nr.
27852
Elektron Analog Four MKII, 4-stimmiger analoger Synthesizer mit Elektrons berühmtem Step-Sequenzer für den richtigen Groove
Elektron Analog Four MKII

Analog Four MKII ist der Nachfolger des äußerst erfolgreichen Synthesizers Analog Four. Der vierstimmige polyfone Synthesizer kombiniert eine analoge Klangerzeugung mit einem leistungsfähigen Stepsequenzer. Für die MKII-Version hat Elektron die Schaltung überarbeitet, um definiertere Bässe erzeugen zu können. Zudem ist durch das OLED-Display und die beleuchteten Tasten der Bedienkomfort erhöht worden.

Features
  • Vierstimmiger Analogsynthesizer
  • Pro Stimme 2 VCO, 2 Sub-OSC, 2 Filter
  • Leistungsfähiger Stepsequenzer
  • CV/Gate- und DIN-Sync-Ausgänge
  • Chorus, Delay, Reverb-FX
  • OLED-Display
  • Taster mit extrem hoher Lebensdauer
  • Präzise Encoder
  • USB zur Anbindung an Audio PC
  • Overbridge-Unterstützung angekündigt (noch nicht vorhanden!)

Die Klangerzeugung bietet pro Stimme zwei Oszillatoren, zwei Suboszillatoren, Noise und zwei Filter (24 dB Tiefpass mit Kaskadenschaltung und 12 dB-Multimodefilter), sowie einen analogen Overdrive. Neben zwei zuweisbaren LFOs und Hüllkurven gibt es mehrere LFOs mit fester Zuordnung. Die Effektsektion kann mit Chorus, Delay und Reverb aufwarten.

Der Sequenzer kann nicht nur Steps setzen, sondern auch alle Synth- und Effektparameter steuern. Jede Spur kann eine individuelle Länge haben und auch mit Arpeggiator gespielt werden.

Analog Four MKII besitzt vier CV/Gate-Ausgänge und einen DIN-Sync-Ausgang um analoges Equipment ansteuern zu können. Die Tonerzeugung des Gerätes kann via MIDI-gespielt werden. Über zwei Audioeingänge lässt sich externes Audiomaterial einspeisen.

Technische Daten
  • 128x64 Pixel OLED Display
  • MIDI In/Out/Thru mit DIN Sync Out
  • 4x Klinke, symmetrische Einzelausgänge
  • 2x Klinke, symmetrischer Masterausgang (L/R)
  • 2x Klinke, Line-Eingang
  • 1x Klinke, Kopfhörerausgang
  • 2x Klinke, Dual CV/Gate-Ausgang
  • Abmessungen: 385 x 225 x 82 mm (BxTxH), inklusive Füße und Bedienelemente
  • Gewicht: 2,4 kg

Overbridge

Overbridge ist ein Programm, mit dem Sie den Analog Four MKII direkt in eine DAW integrieren können. Per USB stellt Analog Four eine Verbindung mit dem Overbridge-VST-Plug-in her, mit dem Sie Sounds am PC editieren können. Außerdem werden MIDI- und sogar Audiodaten zwischen Synthesizer und Workstation ausgetauscht, ohne dass ein separates MIDI- und Audio-Interface benötigt wird. Das Klangpotenzial eines echten, analogen Synthesizers wird kombiniert mit dem Komfort eines Soft-Synth.


Die aktuelle Version von Overbridge können Sie direkt von der Elektron-Seite herunterladen. Beachten Sie dort die Kompatibilitätshinweise.
http://eu.elektron.se/overbridge/

Weitere Informationen
Weitere Informationen Testbericht Elektron Analog Four MKII Als vierstimmig polyphoner, echter Analogsynthesizer samt aufwendigem Mehrspur-Sequencer ist der Elektron Analog Four MKII in seiner Preisklasse einzigartig. In der zweiten Generation hat der Kult-Synthesizer aus Schweden nochmals zugelegt.


Zusammenfassung


Wer auf der Suche nach einer leistungsstarken Groove-Maschine mit unverfälschtem analogem Sound ist, wird beim Analog Four MKII fündig. Der mit Funktionstastern und Reglern vollgepackte Synthesizer ist eine elegante Symbiose aus kompromisslos analoger Klangerzeugung und digitaler Präzision. Ein satter, knackiger bis aggressiver Sound trifft auf groovige Sequenzen, und Beides zusammen trifft den Nerv der Zeit. Kein Wunder, dass der Analog Four heute bereits Kultstatus erreicht hat.

Ob polyphon oder vierstimmig monophon: Die tief editierbaren, stimmstabilen Oszillatoren mit packendem, direktem Klang und die hervorragenden Filter, die auch bei hoher Resonanz einen markanten Sound abliefern, schaffen eine solide Basis.

Seine Stärke entfaltet der Analog Four MKII durch die Kombination dieser Basisklänge mit dem sechsfachen 64-Step-Sequencer. Die Sequenzen dienen nicht nur dazu, Notenfolgen abzuspielen, sondern meistern auch umfassende Klangmetamorphosen einschließlich rasanter Soundwechsel, Effektmodulationen und der Steuerung analoger Peripherie mittels CV-Sequenz. Auch eine abgefahrene Polyrhythmik oder farbenprächtige Klangkaskaden durch die Kombination aus Arpeggiator und Sequencer lassen sich realisieren. Nicht zuletzt kann man externe Audiosignale filtern, modulieren und in die Sequenzen einbinden.

Der Analog Four MKII präsentiert sich mit lückenloser Konnektivität: Über USB und die Overbridge-Software lässt er sich nahtlos in die DAW integrieren, wie ein virtuelles Instrument bedienen und (mit der optionalen Overbridge Premium - Variante) sogar als Audio-Interface nutzen. Über das klassische MIDI-Trio und CV-Anschlüsse kommuniziert er mit externer Hardware.

Die Verarbeitung ist auf Langlebigkeit ausgerichtet und an Robustheit kaum zu übertreffen. Schwächen sind bei diesem Meisterstück aus Schweden nicht auszumachen. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass das vielschichtige Potenzial eine gewisse Einarbeitung erfordert. Der Analog Four MKII reizt technisch die Funktionalität des kleinen, wenngleich gut lesbaren Displays und die vielen Funktionstasten mit Mehrfachbelegung voll aus und ist nicht gerade der ideale Einsteiger-Synthesizer.

Unterm Strich erwirbt man mit dem Analog Four MKII eine autarke, enorm leistungsstarke Groove-Maschine, die vor allem im Dance/Club-Bereich Zeichen setzt.

Der Analog Four macht in der zweiten Generation mit überarbeiteter Schaltung, insgesamt acht analogen Oszillatoren, ebenso vielen analogen Filtern und spannungsgesteuerten Hüllkurven (VCA) auch abseits der Club-Genres als klassisch gespielter Synthesizer-Expander eine gute Figur und verfügt über ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis.

Inhalt
  • Überblick - Was ist neu am Analog Four MKII?
  • Verarbeitung und Konnektivität
  • Overbridge und Overbridge Premium
  • Architektur
  • Klangerzeugung und Klanggestaltung
  • Sequencer und Arpeggiator
  • Klang und Performance
  • Bedienkomfort - Der Analog Four in der Praxis
  • Plus/Minus


Überblick - Was ist neu am Analog Four MKII?


Etwa vier Jahre nach dem Erscheinen der ersten Version hat Elektron seinen analogen Desktop-Expander überarbeitet und in die zweite Runde geschickt. Nun stehen rückwärtig für die vier einzelnen Tracks separate Ausgänge zur Verfügung - neben dem zweikanaligen Main-Out. Auch an der Klangerzeugung wurde gefeilt. Durch die neue Schaltung klingt der Analog Four vor allem im Bassbereich prägnanter und insgesamt massiver und durchsetzungsfähiger.

Wie auch beim neuen Octratrack MKII ist ein OLED-Display verbaut, welches auch aus seitlichen Blickwinkeln einwandfrei lesbar ist. Die überwiegend runden Taster der ersten Generation sind durch eckige, hintergrundbeleuchtete Modelle ersetzt worden. Acht weitere Taster sind für den direkten Zugriff auf alle acht Bänke (und weitere Zusatzfunktionen) sowie zur direkten Anwahl der grundlegenden Menüs hinzugekommen. Die Oberfläche ist dicht besiedelt, jedoch, dank sinnvoll gruppierter Elemente, nicht unübersichtlich.

Elektron hat den Usern zugehört und die wichtigsten Wünsche in der Neuauflage umgesetzt.


Verarbeitung und Konnektivität

Wie alle Elektron-Instrumente ist auch der Analog Four MKII für den rauen Bühnenalltag ausgelegt: Das Innenleben des Klangerzeugers ist durch ein extrem widerstandsfähiges Metallgehäuse geschützt. Bei der Wahl der Taster hat man bewusst auf Gummi/Silikonbauteile verzichtet. Dadurch wirken die 79 Taster unter den Fingerspitzen zwar etwas archaisch, zumal auch ein Druckpunkt fehlt. Sie dürften sich aber auf lange Sicht als praktisch unverwüstlich herausstellen. Die meisten Taster verfügen über eine Zweit-, die Encoder über menüabhängige Mehrfachfunktionen. Die über den Func(tion)-Taster erreichbaren Zweitfunktionen sind gut lesbar aufgedruckt. Lediglich bei der Beschriftung der CV- und Effekt-Funktionen muss man mangels Kontrast (Silber auf Anthrazit) genau hinsehen, um zu erkennen, worum es hier geht.

Neben den Funktionstasten verfügt der Analog Four MKII über eine 1-oktavige Hilfsklaviatur, die über benachbarte Taster um plusminus drei Oktaven transponiert werden kann. Diese Klaviatur dient der Eingabe von Noten für die Sequencer-Steps. Beim Basteln an Sounds eignet sie sich zur direkten Klangkontrolle - wenngleich ohne Anschlagsdynamik. (In der Vorgängerversion verfügten die weißen Tasten der Hilfsklaviatur noch über eine Doppelfunktion zum Speichern von Sounds und Patterns, die nun sinnvollerweise zu den neuen Kit-, Pattern- und Song-Tastern umgezogen ist.)

Die zehn griffig gummierten Encoder-Drehregler lassen eine präzise Feinjustierung der Parameter zu. Für eine schnelle Grobeinstellung hält man sie beim Drehen gedrückt.
Insgesamt kennt der Analog Four keine Fertigungstoleranzen. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern gibt es keine wackeligen Taster oder unterschiedlich stramm sitzende Drehregler. Alles ist einwandfrei verarbeitet.

Rückwärtig finden sich die bereits erwähnten Anschlüsse, dazu ein klassisches MIDI-Trio zur Steuerung externer Hardware, zwei CV Ein- und vier CV-Ausgänge zur Anbindung an entsprechend ausgestattete analoge Synthesizer, der USB-Port, Netzgeräteanschluss, der Ein/Ausschalter und eine Kopfhörerbuchse (große Stereoklinke). Die Lautstärke für den Kopfhörerausgang regelt man gemeinsam mit dem Pegel des Main-Out durch den Volumenregler der Bedienoberfläche.

Seinen Strom erhält der Analog Four ausschließlich über das mitgelieferte Netzteil, nicht über USB. Per USB steht der Analog Four MKII direkt nach dem Anschließen an den Rechner als MIDI-Eingabe und Empfangsgerät zur Verfügung. Es empfiehlt sich jedoch, zumindest die kostenlose Version der Overbridge-Software von der Herstellerseite herunterzuladen.


Overbridge und Overbridge Premium

Overbridge

erlaubt die vollständige Steuerung via MIDI über USB,
synchronisiert den internen Sequencer des Analog Four mit der DAW,
bietet ein generisches Bedienfeld, sodass man den Analog Four wie einen virtuellen Synthesizer am Rechner konfigurieren und steuern kann,
erlaubt ein Audio-Streaming des Main-Outs.

Neben der kostenlosen Software bietet Elektron die optionale Overbridge Premium-Variante an,

mit der man den Analog Four dank seiner beiden Eingänge als Zweikanal-Audiointerface nutzen kann (in 24 Bit und 48 kHz).
Außerdem lassen sich mit Overbridge Premium auch die vier Einzelausgänge streamen und deren Audiosignale auf separaten DAW-Spuren aufnehmen (ohne dafür Line-Eingänge des Audio-Interfaces zu verbrauchen).
Die komplette Konfiguration des Analog Four wird mit dem DAW-Projekt abgespeichert und beim Öffnen automatisch geladen.


Architektur

Analog Four MKII ist hierarchisch organisiert. An oberster Stelle stehen 128 Projekte, die insgesamt Tausende von Songs, Patterns und Kits beinhalten können. Die Projekte werden auf dem internen +Drive abgespeichert,  der ebenfalls die Sound Library beinhaltet. Bis zu 4096 Sounds können hier abgelegt werden. Jedes Projekt kann auf alle diese Sounds zugreifen.

Das wesentliche und charakteristische Merkmal des Analog Four ist die Zuweisung eines Sounds zu einem Sequencer-Track. Ein Kit beinhaltet vier Sounds, einen pro Track, sowie Einstellungen für die Effekte und den CV-Track. Die Lautstärkeverhältnisse der Sound- und FX-Tracks können in einem einfachen Mixer-Menü über den Mix-Taster schnell angepasst werden.

Innerhalb eines Projektes hat man über acht Bank-Taster Zugriff auf insgesamt 128 Patterns (16 pro Bank). Patterns beschreiben die Sequencer-Konfiguration der vier Sound-Tracks, des Effekte- und des CV-Tracks, ebenso die Einstellungen des Arpeggiators und des Note-Menüs.

Die Abfolge von Patterns kann als Chain (Kette) und als Song (-Arrangement) konfiguriert werden. Insgesamt 64 Chains stehen pro Projekt zur Verfügung. Ein Arrangement entsteht durch komplexe Abfolgen von Patterns und wird als Song abgespeichert. Pro Projekt können 16 Songs angelegt werden.

Im Global Menü werden Projekte gespeichert und geladen, das Betriebssystem aktualisiert sowie generelle Einstellungen für den Sequencer, MIDI- und CV-Konfigurationen vorgenommen.

Die Architektur ist komplex und verlangt Einarbeitung. Hat man sie erst einmal verinnerlicht, stellt man mit wachsender Freude fest, welche differenzierten Möglichkeiten diese vielschichtige Groove-Box bereitstellt.


Klangerzeugung und Klanggestaltung

Der Elektron Analog Four MKII bietet pro Stimme zwei Haupt- und zwei Suboszillatoren, dazu einen Rauschgenerator.  Die Oszillatoren 1 und 2 können für härtere Gangarten oder metallische Klänge in verschiedenen Modi synchronisiert werden.

Die vier Stimmen des Analog Four kann man für polyphone Klänge verwenden, für fette Unisono-Sounds mit gegeneinander verstimmten Oszillatoren oder auf die Tracks aufteilen und dann bis zu vier monophone Sequenzen ablaufen lassen.

Die Oszillatoren durchlaufen jeweils zwei Filter. Als Modulatoren stehen pro Oszillator-Block und Pro Track zwei Hüllkurven und zwei LFOs pro Track. (ENV 2 und LFO2 erreicht man durch erneutes Drücken der Menütaster ENV und LFO.)

Die analogen Oszillatoren sind mit Grob- und Feinstimmung sowie Detune ausgestattet, verfügen über die Standardwellenformen Sägezahn, Puls, Transistor-Puls und Dreieck. Die Stimmung der Oszillatoren wird digital kontrolliert, sodass Analog Four nach dem Einschalten sofort stimmstabil ist. Im Sound-Menü kann ein Drift-Effekt hinzugefügt werden, der typische subtile Instabilitäten hinzufügt und dem Klang zusätzliche Wärme verleiht.

Alternativ zu den klassischen Wellenformen kann jeder Oszillator auch das an den externen Eingängen anliegende Audiosignal verwenden, und zwar entweder den linken oder rechten Kanal.

Nicht nur die Oszillatoren sind bei Analog Four analog, auch die beiden seriell geschalteten Filter: ein 4-Pol-Ladder-Filter, nachfolgend ein Multimode-Filter mit den Charakteristika Tief- und Hochpass (jeweils mit 6 oder 12 dB Flankensteilheit), Bandpass (6 dB Flankensteilheit), Peak und Notch. Mehr zum Filter im Kapitel "Klang und Performance".

Selbst bei den Hüllkurven setzt man auf spannungsgesteuerte ADSR-Modelle mit Shape-Parameter für lineare oder exponentielle Verlaufsformen. Die Hüllkurven werden ebenso wie die Oszillatoren und Filter über ein eigenes Menü gestaltet und können alle möglichen Oszillator-, Filter oder Lautstärkeparameter steuern. Über den Encoder D surft man bequem durch die Liste der Modulationsziele.

Auf die selbe Weise werden auch die wahlweise temposynchronen LFOs adressiert, die neben Standardwellenformen auch über einen Zufallsgenerator sowie Fade-in und -out verfügen.

Zur weiteren Klangformung stehen die Effekte Chorus, Echo (wahlweise temposynchron und alternativ im Ping-Pong-Betrieb) sowie Hall zur Verfügung. Echo und Hall sind mit eigenen Filtern bzw. Equalizern zur Höhendämpfung und Begrenzung der tiefen Frequenzen ausgestattet. Interessant werden die Effekte vor allem durch eine eigene Sequencerspur, über die man sie rhythmisch modulieren kann.


Sequencer und Arpeggiator

Zwischen den Oszillatorblöcken 1 bis 4, den Effekten und der CV-Konfiguration wechselt man über die Track-Taster. Die enge Verknüpfung zwischen Sequenzen und Klangerzeugung ist eine Besonderheit des Analog Four. Unter einer Sequenz versteht man hier außerdem nicht nur eine Notenabfolge, sondern auch eine Klangmodulation. Jeder Track bietet eine Sequenz mit 4 x 16 Steps, zwischen denen man über den Page-Taster wechseln kann.

Sequenzen nimmt man entweder Schritt für Schritt auf, drückt also der Reihe nach auf die Taster, die eine bestimmte Note spielen sollen und gibt diese Note über die Hilfsklaviatur oder ein externes Keyboard ein - oder man spielt die Notenfolge bei durchlaufendem Sequencer live ein. Die letztere Methode eignet sich vor allem für die Aufnahme von Parameterveränderungen.
Über die Parameter Lock - Funktion ist es möglich, sämtliche klangerzeugenden und klangformenden Parameter für jeden Step anders einzustellen. Alleine mit einem Wechsel von Oszillator- und Filterparametern kann man wahre Klangorgien ablaufen lassen. Hier kann man es sehr weit treiben und Klangexperimente realisieren, die die Hörgewohnheiten des Publikums auf eine harte Probe stellen - oder feine, wohl dosierte Klangverläufe generieren. Die Möglichkeiten sind fast grenzenlos. Kombiniert man Parameter Lock mit Steps, auf denen Noten lediglich gehalten und nicht neu getriggert werden, lassen sich Klangübergänge und Klangevolutionen innerhalb der Sustainphase eines Sounds realisieren.

Für zusätzliche Rhythmik sorgt der Arpeggiator, der über diverse Abspielmodi, Richtungen, Geschwindigkeiten im Verhältnis zum globalen Tempo sowie eine variable Länge der einzelnen gespielten Noten (sprich: Sustain) verfügt. In Kombination mit dem Sequencer entsteht beispielsweise eine sich überlagernde Rhythmik oder Klangkaskaden.


Klang und Performance

Die Palette an Basissounds, die mit dem Analog Four erzielbar sind, ist breit aufgestellt. Man trifft auch kernige, zappende Bässe, schneidende und prägnante Leads, fette und dominante Klänge ebenso wie auf sanfte, schwebende Pads. Auch analoge Drums gehören zum Repertoire des Analog Four.

Die Oszillatoren samt stimmbarer Suboszillatoren liefern ein klares, kerniges, sehr direkt klingendes Ausgangsmaterial, das man nun mit den Filtern veredeln oder auch zu einem kreischenden Lo-Fi-Monster verbiegen kann, vor allem, wenn man den Verzerrer, der zwischen den Filtern liegt, einbezieht und die Filter mit hohen Resonanzen betreibt. Dann quietschen sie nämlich wunderbar schrill, ohne auch nur im mindesten dünn oder technisch zu klingen, und es wird klar, dass virtuell analoge Nachbauten es schwer haben, solch eine Performance im Extrembereich hinzulegen.

Der Analog Four eignet sich auch als klassischer vierstimmiger Analogsynthesizer - ganz ohne Sequencer. Sowohl Bässe als auch Leads, besonders aber einige wunderbar weiche und seidige Streicher sind für sich alleine ein Hörgenuss.

So richtig ab geht es aber erst, wenn man die Track-Sequencer und die Klangmodulation hinzuzieht, eventuell auch noch den Arpeggiator für besonders abgedrehte Abfolgen. In der Kombination Klangerzeugung plus Sequencer spielt der Analog Four seine Stärke richtig aus und lässt manche Mitbewerber blass aussehen - vor allem, wenn es um Club/Dance-Projekte geht.

Wer diese Kiste im Griff hat, kann einen Hinhör-Effekt nach dem anderen abfeuern und pulsierende Grooves abliefern, die niemanden kalt lassen. Der Vorteil des Analog Four ist, dass der Sequencer nicht nur Noten abspielt, sondern zugleich auch umfangreiche Klangmodulationen ermöglicht - bis hin zu drastischen Wechseln von einem Step zum nächsten.

Lediglich die Effekte sind etwas schmal aufgestellt, wenngleich effizient und gut zu gebrauchen. Aber neben Chorus, Echo und Reverb könnte man sich gut noch Kompressor, Equalizer, Lo-Fi-Effekte oder Amp/Speaker-Simulationen vorstellen.

Wer sich die Premium-Version von Overbridge zulegt, kann über die Einzelausgänge in der DAW den Analog Four mit allen möglichen externen Extras versehen. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt.


Bedienkomfort - der Analog Four in der Praxis

Für ein erstes Probehören drückt man auf den Play-Button, dann auf einen Bank-Taster und wählt anschließend ein Pattern über die 16 Taster im unteren Bereich. Die Grooves werden bei laufendem Playback zum nächsten Taktanfang gewechselt; werksseitig belegt sind die Bänke A und B. Will man in einen Groove tiefer einsteigen, wählt man anschließend einen der Tracks 1 bis 4 über die Taster am rechten Rand und anschließend die Oszillator-, Filter-, Amp-, Envelope- und LFO-Menüs.

Dabei stellt sich schnell heraus, dass der Elektron Analog Four kein Buch mit sieben Siegeln ist, doch auch kein selbsterklärendes Instrument. Für den Einstieg sollte man sich Zeit lassen und das detaillierte PDF-Manual in englischer Sprache herunterladen. Mit dem beiliegenden Quickstart-Manual kommt man nicht sehr weit.

Die Oszillatoren, Hüllkurven und LFOs verfügen beispielsweise über eine zwei Menüseite, die man schnell übersieht. Dann fragt man sich möglicherweise, wo der Rauschgenerator eigentlich ist. Den "doppelten Boden" erreicht man einfach durch wiederholtes Betätigen der OSC-Taster, und den (digitalen) Rauschgenerator findet man auf der zweiten Menüseite für OSC 1. Auf der zweiten Seite zu OSC 2 konfiguriert man Oszillator Sync, Vibrato, Triggermodi und schaltet die Amp-Hüllkurven an oder aus.

Detailinformationen erhält man über das zentrale OLED-Display. Dieses ist nicht gerade üppig dimensioniert, zeigt aber deutlich lesbar alles an, was man braucht. Die verwendeten Abkürzungen für die Parameterkennzeichnung sind meist evident und keine kryptischen Hieroglyphen. Zudem wird in der oberen Zeile des Displays bei jeder Encoderbewegung die Funktion der angewählten Parameter im Klartext angezeigt.

Auch die lückenlose Kennzeichnung der überwiegend doppelt belegten Taster hilft bei der Orientierung. Per Func(tion)-Taster gelangt man in die zweite Befehlsebene. Das alles funktioniert reibungslos und vor allem bugfrei, es versteht sich aber von selbst, dass die komplexe und verschachtelte Architektur und die Steuerung über mehrfach belegte Bedienelemente keine Sache ist, die man in fünf Minuten verinnerlicht hat.

Im Prinzip ist es nicht schwer, eigene Sequenzen mit ausladenden Klangmetamorphosen zu erstellen, diese ablaufen zu lassen und dann in Echtzeit am Sound zu schrauben. Nach ein bis zwei Stunden stellen sich auch bereits die ersten Erfolgserlebnisse ein, und man wird den Analog Four so schnell gar nicht mehr ausschalten wollen. Der Spaßfaktor steigt kontinuierlich mit dem Meistern der Lernkurve.


Plus
  • Vollständiger analoger Pfad in der Klangerzeugung (Oszillatoren/Filter/Hüllkurven)
  • stimmstabile analoge Oszillatoren
  • exzellente Filter (Ladder und Multimode)
  • sechs leistungsstarke Sequencer mit umfangreicher Klangmodulation
  • DAW-Steuerung und Synchronisation via Overbridge-Software
  • CV-Steuersequenz für analoge Peripherie
  • Einbindung externer Audiosignale in die Klangerzeugung
  • robuste, langlebige Verarbeitung
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Minus
  • intensive Einarbeitung in die komplexe Architektur erforderlich

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