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Elektron Analog Rytm MKII

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Art.Nr.
27850
Elektron Analog Rytm MKII, Drum-Machine mit Kombination aus analoger und Sample-gestützter Klangerzeugung für einen einzigartigen Sound
Elektron Analog Rytm MKII

Analog Rytm ist eine Drum-Machine mit analoger Klangerzeugung, die jedoch auch in der Lage ist, Samples abzuspielen. Die acht Stimmen der Klangerzeugung sind auf die Erzeugung von Drums und Percussion-Sounds hin optimiert. Jede Stimme besitzt ein eigenes analoges Multimodefilter und eine analoge Distortion-Einheit. Die analogen Sounds können mit Samples, die sich per USB in die Maschine laden lassen, kombiniert werden. Mit Reverb und Delay sowie dem analogen Masterkompressor kann der Sound zusätzlich aufbereitet werden.

Features
  • Achtstimmiger Drumcomputer
  • Analoge Klangerzeugung
  • Sample Playback
  • 12 anschlagdynamische Pads
  • Analoger Masterkompressor und Distortion
  • Reverb und Delay Send-FX
  • Leistungsfähiger Stepsequenzer
  • Chromatischer Spielmodus
  • Performance-orientierte Bedienung
  • Einzelausgänge für alle Stimmen
  • Overbridge Enabled

Analog Rytm besitzt einen extrem leistungsfähigen Stepsequenzer, wie man ihn von anderen Elektron-Produkten her kennt. Die bis zu viertaktigen Pattern können nicht nur einfach per Lauflicht programmiert, sondern auch pro Step in allen Parameter variiert werden.

Analog Rytm verfügt über eine Vielzahl von Anschlüssen, darunter Einzelausgänge, Sample-Eingang, MIDI-Trio und USB.

Technische Daten
  • 128x64 Pixel OLED mit Hintergrundbeleuchtung
  • MIDI IN/Out/Thru mit DIN Sync Out
  • 2x Klinke, symmetrischer Masterausgang
  • 8x Klinke, symmetrische Einzelausgänge
  • 2x Klinke, symmetrische Eingänge für Sampler
  • 2x Klinke, Expression/CV
  • 1x Klinke, Kopfhörerausgang
  • 48 kHz, 24 Bit D/A- und A/D-Wandler
  • Abmessungen: 385 x 225 x 82 mm (BxTxH), inklusive Füße und Bedienelemente
  • Gewicht: 2,5 kg

Overbridge


Overbridge ist eine Software, die es ermöglicht, die Geräte der Elektron Analog-Serie per USB mit einem Audio PC zu verbinden. Das Overbridge-VST-Plug-in wird wie ein virtueller Klangerzeuger in die DAW geladen. So integriert sich die Hardware nahtlos in die Software. Sounds können am großen Bildschirm editiert werden, MIDI- und sogar Audiodaten werden per USB zwischen Synthesizer und Workstation ausgetauscht - es wird kein separates MIDI- und Audio-Interface benötigt.

Die aktuelle Version von Overbridge können Sie direkt von der Elektron-Seite herunterladen. Beachten Sie dort die Kompatibilitätshinweise.
http://eu.elektron.se/overbridge/

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Testbericht Elektron Analog Rytm MKII

Mit Analog Rytm und der Machine Drum hat Elektron Drumcomputer konzipiert, die Kultstatus erreicht haben. Markiert die überarbeitete und erweiterte Analog Rytm MKII nun einen neuen Höhepunkt in der Geschichte der Grooveboxen?


Zusammenfassung


Als Beat Machine lässt die erstklassig und livetauglich verarbeitete Analog Rytm MKII kaum Wünsche offen. Von den Oszillatoren über das Filter bis zum VCA ist der Signalpfad komplett analog. Die acht analogen Engines decken dabei die volle Bandbreite analoger Drums und Percussion ab. Dazu lassen sich Samples ergänzen, was das Einsatzgebiet nochmals beträchtlich erweitert. Als Performance-Groovebox bietet Analog Rytm einzigartige Funktionen, wie etwa komplexe Klangsteuerungen per Aftertouch, bei der die Pads als Makro-Controller fungieren. Dazu lassen sich Klangtransformationen sogar direkt in die Patterns aufzeichnen. Mit seinen fantastischen Optionen zur Echtzeit-Klangsteuerung lässt Analog Rytm MKII die meisten Mitbewerber blass aussehen und kann neben beeindruckenden Beats auch gleich noch, dank chromatischer Spielbarkeit, Bass- und Synthlines übernehmen.

Abseits der vielen Echtzeit-Performanceoptionen erlauben Pattern-Chains und bis ins Detail ausgearbeitete Songs einen reibungslosen, komplett arrangierten Einsatz, in den man jederzeit gezielt eingreifen kann.

Der logische Aufbau des extrem leistungsfähigen Instruments macht die erforderliche Einarbeitung überschaubar. Erste Erfolgserlebnisse stellen sich schnell ein, und mit der wachsenden Beherrschung des Geräts steigt der Spaßfaktor. Zusammen mit der Overbridge-Software und einer DAW-Fernsteuerung erhält man ein inspirierendes, durchdachtes Kreativwerkzeug, an dem man lange Zeit Freude haben wird. Angesichts des immensen Leistungsspektrums ist der Preis absolut angemessen.


Was ist neu?

In der zweiten Generation wartet Analog Rytm MKII mit neuem Gehäuse, modifizierten und erweiterten Bedienelementen sowie komfortablem Direktzugriff auf wichtige Funktionen auf. Dazu kann man über symmetrische Klinkeneingänge nun auch selbst Samples aufzeichnen. Statt vier Stereoausgängen sind nun acht Mono-Klinkenbuchsen für Einzelinstrumente vorhanden. Hinzu kommen zwei Pedal-/CV-Eingänge, die per Lernfunktion beliebigen Parametern zugewiesen werden können.

Wie beim Analog Four MKII und Octatrack MKII hat man sich für ein OLED-Display entschieden, das auch aus seitlichen Blickwinkeln problemlos abgelesen werden kann. Dazu wurde die analoge Klangerzeugung überarbeitet und bietet in den tiefen Frequenzen einen noch satteren, durchsetzungsfähigeren Klang.

Der neue Quick Performance Modus mit Universalregler als Makro-Controller steht in jedem Betriebsmodus zur Verfügung. Schließlich wird Analog Rytm MKII in Kürze auch von der weiterentwickelten Overbridge-Software profitieren, die eine Kommunikation und Steuerung über den Rechner sowie eine DAW-Einbindung ermöglicht. Die Einzelausgänge sollen dann via USB als Audiostream direkt aufgezeichnet werden können. Dazu kann man Analog Rytm als Zweikanal-Audio-Interface nutzen. Anders als bisher steht Overbridge künftig in Vollausstattung kostenfrei zur Verfügung.


Überblick

Analog Rytm MKII setzt auf eine achtstimmige, vorrangig analoge Klangerzeugung, die durch Samples ergänzt werden. Pro Track werden ein individueller analoger Klangerzeuger und eine Sample-Engine angesprochen. Über die Audioeingänge oder per Resampling können dabei eigene Samples erstellt und eingebunden werden. Den Oszillatoren und Sample-Engines mit Bit-Reducer folgt ein analoges Multimodefilter mit Hüllkurve, ein frei adressierbarer LFO, ein analoger Overdrive-Effekt und eine Lautstärke-Hüllkurve. Die Instrumente können im Panorama platziert und über einen globalen Kompressor und die Sendeffekte Echo und Hall weiter geformt werden. Letztere können über einen zweiten LFO moduliert werden.

Der interne +Drive-Speicher mit 1 GB Größe beherbergt die Library in Form von Samplebänken. Hier lassen sich 128 Projekte speichern, jedes davon mit zwölf Songs, 128 Patterns, 128 Kits, ebensovielen Sounds und 127 Samples. Pro Kit werden zunächst zwölf Drum- und Percussionklänge den Pads zugewiesen, dazu die Effekte konfiguriert. Allerdings sind die analogen Engines im Rahmen einer Performance fließend modellierbar. Ebenso lassen sich Samples pro Pattern laden und sogar schrittweise wechseln.

Der Sequenzer mit Lauflichtanzeige bietet bis zu 64 Schritte, die per Wahltaster über vier Seiten programmiert oder live aufgenommen werden können und die ein Pattern bilden. Für jeden Schritt können individuelle Parameterkonfigurationen erstellt werden. Daneben gibt es mit dem Performance-, Scene- und Mute-Modus weitere Möglichkeiten, Patterns in Echtzeit zu transformieren. Der Chromatic-Modus erlaubt sogar das Einspielen einfacher melodischer Linien über vier Oktaven.


Verarbeitung, Bedienelemente und Pads


Gehäuse und Bedienelemente der Analog Rytm MKII sind für Bühnentauglichkeit und Langlebigkeit konzipiert. Das elektronische Herz der Beat Machine schlägt in einem stabilen Aluminiumgehäuse. Die Elektron-typischen sparsam gummierten Taster ohne Druckpunkt sind gewöhnungsbedürftig, sind aber laut Hersteller auf 50 Millionen Betätigungen ausgelegt. Die Drehregler weisen nicht das geringste Spiel auf. Fertigungstoleranzen sind bei Elektron ein Fremdwort, allerdings hätte der Abstand zwischen den Encodern etwas größer bemessen sein dürfen. Alle Taster sind hintergrundbeleuchtet. Sie verfügen dazu meist über Zweitfunktionen, die durch kontrastreichen Aufdruck gut ablesbar sind.

Die zwölf anschlagsdynamischen Pads mit polyphonem Aftertouch fallen recht hart aus und erlauben in weiten Bereichen eine gute dynamische Auflösung. Schwache Anschläge führen allerdings nicht zu einem Triggern von Noten, was sich auch nicht ändern lässt, da eine Empfindlichkeitseinstellung fehlt. Alternativ kann eine feste Anschlagsstärke vorgegeben werden. Die Pads sind klein, aber ausreichend groß, um die Feinmotorik nicht zu überfordern. Sie funktionieren auch, wenn man sie versehentlich nicht in der Mitte, sondern im Randbereich trifft. Ergänzend verfügen die Pads über eine mehrfarbige Hintergrundbeleuchtung, die den Status im jeweiligen Modus visualisiert.


Konnektivität

Sämtliche Anschlüsse finden sich auf der Rückseite: Expression-Pedal und CV-Input, MIDI-In, -Out und -Thru, Samplingeingänge (2x TRS), External In zum Anschluss anderer Audiogeräte, dazu die Summenausgänge, Einzelausgänge und der Kopfhörerausgang, der leider nicht individuell gepegelt werden kann. Per USB-Port wird die Verbindung zum Rechner hergestellt, wobei die Stromversorgung ausschließlich über das mitgelieferte Netzteil erfolgt. Auch ohne Overbridge-Software sendet und empfängt Analog Rytm MIDI-Daten und lässt sich zur DAW synchronisieren. Über die Pads lassen sich zudem externe Instrumente anschlagsdynamisch und mit Aftertouch spielen, im Chromatic Mode per Transponierung sogar über vier Oktaven. Der Sequencer der Analog Rytm gibt allerdings leider keine MIDI Daten aus.


Die Basissounds: Analoge Sound Engine, Samples und Stimmverteilung

Analog Rytm bietet zwölf Tracks, die über die Pads gespielt und zur Editierung angewählt werden. Jeder Track hat eine eigene analoge Sound-Engine, ein eigenes Samplemenü mit Bit-Reduktion, Multimodefilter, Amp-Menü mit Lautstärkehüllkurve und Overdrive sowie eine frei adressierbare LFO-Modulation. Bassdrum, Snare, Rimshot, Hihats, Becken und Kuhglocke verfügen über alternative Basismodelle, deren Auswahl man leider nur per Doppelklick auf den Source-Taster oder per Function + Assign erreicht.

Die Sound Engines der ersten vier Tracks sind Bassdrum, Snare, Rimshot und Clap zugeordnet. Die Parameter des aktiven Tracks werden im Display angezeigt und über die Encoder justiert. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind üppig: Im Falle der Bassdrum kann man etwa zwischen den Modellen Hard, Classic, FM, Plastic, Sharp und Silky wählen und teils Grundwellenformen stufenlos überblenden oder einen regelbaren Tonhöhen-Sweep und ein Attack-Sample für einen charakteristischen Anschlag justieren. Auch verfügt das analoge Modell mit Hold und Decay über eigene Hüllkurvenparameter, ergänzend zur AHD-Hüllkurve im Amp-Menü.

So sind alle gängigen Schattierungen analoger Bassdrums erzielbar: knackig und zappend, fett und rund, hohl und trocken, knarrend oder angezerrt oder, hoch gestimmt, mit dem Charakter analoger Toms. Die Parametersteuerung ist ausgesprochen effektiv und kann im Pattern-Sequencer für alle Instrument auch zur Echtzeit-Modulation aufgezeichnet werden.

Bei den Snare-Modellen (Natural, Classic, FM, Hard) und Rimshot (Hard, Classic) stimmt man analoge Oszillatoren, formt die Transienten und fügt im Falle der Snare mittels Rauschgenerator die elektronische Variante eines Snare-Teppichs hinzu. Besonders gefallen hat mir die FM-Snare, mit der allerlei unkonventionelle Klänge erstellt werden können, etwa fremdartig-hölzerne oder knochentrockene Varianten mit prägnantem Attack. Beim Rimshot lässt sich der Klang zwischen tonalen elektronischen Varianten und geräuschhaften Anschlägen überblenden. Zwei Oszillatoren können harmonisiert oder für atonale bis schrille Sounds gegeneinander verstimmt werden. Der Anschlag lässt sich per Tic-Parameter fein zeichnen. Mit dem Classic-Modell entstehen bei ausreichendem Decay Klänge ähnlich einer Triangel, die man per Multimodefilter effektiv weiter formen kann. Damit liefert Analog Rytm die wohl beste, wandlungsfähigste analoge Rimshot am Markt. Ausgefallen sind die elektronischen Claps, die als feine, einzelne Schläge oder als grobkörniges Cluster eingesetzt werden können.

Weitere vier Pads widmen sich den Toms. Abgesehen vom Low Tom mit Tuning, drei Anschlagsmodellen, Geräuschlevel und Abklingverhalten bieten alle Toms auch Sweeps, ideal für Retro-Beats mit dem Charme früher elektronischer Modelle à la Simmons.

Die nächsten vier Pads widmen sich den beiden Hihats (Classic, Metallic, Basic, Noise Generator), dem Becken (Classic, Metallic, Ride) und der Kuhglocke. Hihats und Becken erweisen sich als sehr wandlungsfähig. Elektron unterscheidet zwischen offener und geschlossener Hihat. Über Stimmung, Abklingverhalten und Klangfarbe kann man jedoch alle Modelle beliebig justieren - so lassen sich detaillierte Varianten gestalten.

Die hohe Klarheit, Transparenz und Detailtreue findet sich auch bei der Becken-Engine wieder, die für kurze, gestoppte Beckenschläge oder als lang ausklingendes Ride-Becken verwendet werden kann. Alleine das Ride-Modell bietet vier Typen mit unterschiedlichen metallischen Klangfarben, die sich wiederum aus drei mischbaren Komponenten zusammensetzen. Schon ohne Filter ergibt sich so ein Arsenal unterschiedlicher Becken mit analogem Retro-Charme oder schillernden, obertonreichen Varianten.

Die Samples erweitern die analogen Modelle nochmals drastisch und machen aus der Analog Rytm ein regelrechtes Percussion-Klanglabor: Jedem Pad lässt sich ein Sample zuordnen. Dabei finden sich Klänge aller Art, von Drums und Percussion über Fingerschnippen bis zu mächtigen metallischen Geräuschen, Synthesizerklängen oder gar einer waschechten Posaune. Über den Sampler können zudem eigene Klänge hinzugefügt werden, ebenso über USB und Overbridge.


Zur Stimmenverteilung

Die zwölf Sounds werden über acht analoge Stimmen generiert. Das ist möglich, weil sich einige Klänge eine Stimme teilen. Die Verteilung ist so gewählt, dass sich keine wesentlichen Einschränkungen ergeben, denn die gruppierten Sounds (Rimshot und Claps, Mid- und High Tom, Hihats, Becken und Kuhglocke) wird man kaum gleichzeitig einsetzen. Offene und geschlossene Hihats stoppen sich gegenseitig, was sehr realitätsnah klingt. Die entsprechenden Mute-Gruppen sind auf der Gehäuseoberseite als gestrichelte Linien zwischen den Pads und unterhalb der Step-Taster des Sequencers gekennzeichnet.


Klanggestaltung mittels Filter und LFO

Neben analoger und Sample-Engine ist jedem Pad ein analoges, resonanzfähiges Multimodefilter mit Hüllkurve, eine Lautstärke-Hüllkurve und ein LFO zugewiesen.

Das Filter bietet die Charakteristika Hoch- und Tiefpass mit je 6 und 12 dB Flankensteilheit, dazu Bandpass, Peak und Notch. Es kann kräftig zupacken und gestattet bei hohen Resonanzwerten und Hüllkurvensteuerung ausgesprochen durchsetzungsfähige Sweeps. Im Bereich der Selbstoszillation klingt es schön bissig.

Der LFO bietet die Standardwellenformen und eine Zufallskurve, kann ein- oder ausgeblendet und in der Phase verschoben werden. Die Geschwindigkeit reicht von ultralangsam bis weit in den hörbaren Bereich, wodurch sich eine weitere Klangebene ergibt. Spannend ist auch, dass man per LFO nicht nur die üblichen Filter- und Hüllkurvenparameter adressieren, sondern auch Samples im fliegenden Wechsel austauschen oder deren Looplänge modulieren kann. Das führt zu Klangsprüngen mit Überraschungseffekt oder zu geräuschhaften Klängen.

Wer Lo-Fi Sounds sucht, erreicht diese per Bit-Reduzierer und analogem Verzerrer, mit dem man etwa raue Snares oder scheppernde Becken generieren kann, ohne die Klänge komplett zu zerlegen.

Der globale Kompressor packt kräftig zu und kann auch pumpende Sounds erzeugen.

Das Echo kann auch im Ping-Pong-Betrieb eingesetzt und mittel eigenen Hoch- und Tiefpass-Filtern im Frequenzgang beschnitten werden. Der algorithmische Hall liefert einen angenehm organischen Klang. Seine Raumgröße stellt man über die Vorverzögerung und Abklingdauer ein; Klangfarbe und Materialeigenschaften durch Tief-, Hochpass- und Kuhschwanzfilter mit variabler Frequenz. Da Hall und Echo über Send im Amp-Menü der Tracks angesteuert werden, kann man so gezielt einzelne Instrumente bearbeiten. Lebendige, luftige Hihats gestaltet man per Ping-Pong-Echo.

Eine kurze Halldauer produziert eine Art Gate-Reverb, von dem Snare und Toms profitieren können. Nicht zuletzt gibt es noch besagten, weiteren LFO, mit dem man die Effektparameter modulieren kann.


Patterns erstellen

Pro Projekt stehen acht Bänke à 16 Patterns zur Verfügung. Diese lädt man über Bank- und Step-Taster des Sequencers. Eigene Patters lassen sich schrittweise im Grid Recording Mode oder live über die Pads einspielen, bei Bedarf mit automatischer Quantisierung und Metronom. Die durchlaufende Beleuchtung der Step-Tastenreihe visualisiert die aktuelle Position. Aufgenommen werden nicht nur Schläge auf die Pads, sondern auch Parameterveränderungen, also das Drehen der Encoder. Spielerisch lassen sich Klangtransformationen der analogen Engines, Sample- und Filterparameter und der Effektabteilung bei laufendem Beat realisieren.

Im Grid Recording Mode gibt man die Schläge der einzelnen Instrumente durch Anwahl des Tracks und den Trigger-Keys ein. Über sogenannte Parameter-Locks lassen sich für jeden Schlag andere Klangeigenschaften einstellen. Damit lassen sich beispielsweise exakte Hihat-Figuren mit Wechsel zwischen geschlossener, halb offener und offener Hihat realisieren, einzelne Snareschläge mit anderer Tonhöhe versehen oder kräftige und sanftere Bassdrums abwechseln.

Wer abgedrehte Effekte und Lo-Fi-Transformationen generieren möchte, experimentiert mit fließenden Änderungen der Looppunkte der Samples, der Bitreduktion und dem Overdrive-Effekt. Über einen Fill-Taster lassen sich dazu Breaks basteln und in den Beat einbinden.

Die Klangfahrten, die Analog Rytm ermöglicht, sind einzigartig und spielerisch umsetzbar, dazu mit packendem, direktem Klang. Das leistet so intuitiv keine Software, und auch unter den Hardware-Mitbewerbern gehört die Analog Rytm zweifellos in die Referenzklasse.


Alternative Betriebsarten

Im Scene- und Performance Mode verwandeln sich die Pads in Makro-Controller, im Chromatic Mode zu einer Vier-Oktaven-Klaviatur und im Mute-Mode zu Bypass-Schaltern für die Engines. Im Einzelnen:

Im Scene Mode lassen sich zwölf Klangvariationen für alle Instrumente und Effekte über die Pads abrufen. Tippt man auf ein Pad, zu dem eine Scene erstellt wurde, ändert sich der komplette Klang aller Instrumente mit einem Schlag, während der Groove des Patterns davon unberührt bleibt. Auch im Performance Mode können pro Pad komplette Klangmutationen aller Instrumente und Effekte abgerufen werden. Hier erfolgt die Veränderung jedoch fließend. Komplexe Klangmorphings über praktisch beliebig viele Parameter steuert man bei Bedarf mit mehreren Pads gleichzeitig über polyphonen Aftertouch. Die Klangtransformationen lassen sich durch Gedrückthalten der Ziel-Pads und gleichzeitiges Drehen an den Encodern bei laufendem Playback leicht selbst erstellen. Dabei kann man problemlos zwischen den verschiedenen Menüs umschalten, um die gewünschten Parameter zu erreichen.

Performance- und Scene-Modus lassen sich sogar kombinieren: Im Scene-Modus wechselt man die Klangkonfiguration, die dann im Performance-Modus als Ausgangsbasis für das Morphing verwendet wird. So lassen sich durch Hin- und Herspringen zwischen beiden Modi mit nur einem einzigen Pattern rechnerisch 144 Variationen erzeugen. Einzige Einschränkung: Die Klangveränderungen können nicht im Aufnahmemodus des Sequencers verewigt werden.
Im zusätzlichen Quick Performance Mode kann über einen Regler eines der zwölf Performance-Makros jederzeit bedient werden - also auch, wenn man sich nicht in dieser Betriebsart befindet.
Im Chromatic Mode können die Klänge in Halbtonschritten gespielt werden. Die Pads werden zur Klaviatur für das zuvor ausgewählte Instrument. Über die Pfeiltaster können dabei vier Oktaven erreicht werden.

Richtig interessant wird es, wenn man solche tonalen Abläufe im Sequencer aufzeichnet. Steigerungen erstellt man, indem man die Aufnahme stoppt, das Zwischenergebnis in ein freies Pattern kopiert und dann weiter aufnimmt. Anschließend fügt man die Patterns als Kette zusammen. Das einzige Manko ist, dass man bei Fehlgriffen zwar die gesamte Aufnahme löschen oder per "Reload Pattern" den Ausgangszustand wieder herstellen kann, nicht aber schrittweise, also Note für Note, die Änderungen zurücksetzen kann.

Im Mute Mode können schließlich Instrumente zu- oder abgeschaltet werden, um etwa schrittweise einen Rhythmus aufzubauen.


Chain Mode

Bis zu 256 Patterns können als Songstruktur hintereinandergehängt werden, indem man bei gedrückter Chain-Taste der Reihe nacheinander die gewünschten Patterns anwählt, was im Display visualisiert wird. Beschränkt man sich auf eine Bank, können Patterns auch im Quick Mode bei gehaltener Trigger-Taste des ersten Patterns durch anschließende Anwahl aller folgenden Patterns hinzugefügt werden. Bei der Darstellung stößt man erstmals an die Grenzen des kleinen Displays und wünscht sich mehr Überblick. Eine weitere Anmerkung: Nutzt man mehrere Chains, verringert sich die Anzahl nutzbarer Patterns.


Song Mode

Der Song-Modus verfügt über ein eigenes Editierfenster. Im Display werden die Patterns und angelegte Chain angezeigt. Dabei können auf einfache Weise Patterns hinzugefügt, gelöscht, wiederholt, einzelne Tracks stummgeschaltet sowie die Patternabfolge innerhalb der Ketten bearbeitet werden. Ein Arrangement stellt sich also etwas abstrakt als eine Liste von Pattern-Nummern oder Chains dar, etwa A1 oder die Chain A1 A3 A6 - dabei kann die Startposition des Songs kann innerhalb der Pattern-Liste beliebig verschoben werden. Tempo- und Taktartwechsel ergeben sich durch Aneinanderhängen von Patterns mit unterschiedlichen Tempi oder unterschiedlicher Länge. Tempowechsel innerhalb eines Patterns sind hingegen nicht möglich.


Eigene Samples aufnehmen

Analog Rytm ist mit einem Sampler ausgestattet. Das rückwärtig anliegende Stereosignal wird zu einem Mono-Sample zusammengemischt. Mittels Threshold justiert man dabei den automatischen Start der Aufnahme. Anschließend legt man Start- und Endpunkte fest und schneidet die Samples. Diese Arbeit ist mit dem kleinen Display zwar nicht komfortabel, dank Zoom-Funktionen jedoch gerade noch realisierbar. Nur bei langen Samples wünscht man sich eine größere Darstellung.

Vor dem Abspeichern verleiht man Samples einen Namen und kann sie anschließend direkt einem Pad zuweisen. Sowohl eigene Samples als auch Werkssamples können in ein bestehendes Projekt auf freie Speicherplätze geladen oder vorhandene Samples ersetzen.


Bedienkomfort

Die vielseitigen Performance-Optionen der Analog Rytm verlangen vom Benutzer eine Bereitschaft zur Einarbeitung. Die leistungsstarke Groove-Maschine wendet sich vor allem an fortgeschrittene Musiker und DJs. Anhand des englischsprachigen Quick Start Manuals findet man einen raschen Einstieg.

Auch wenn die doppelt und mehrfach belegten Taster und Regler zunächst in ihrer Funktionsweise durchschaut werden wollen, erzielt man dank des logischen und praxisgerechten Aufbaus bald erste Erfolgserlebnisse. Und spätestens, wenn man den Performance-Modus mit Makrosteuerung der Klangparameter über Aftertouch entdeckt hat, mit Looplängen der Samples und Filtersweeps experimentiert, steigt der Spaßfaktor exponentiell an. Die Klangmetamorphosen, die man dieser Kiste entlocken kann, haben es in sich! Das PDF-Handbuch lässt kaum Fragen offen, sodass die Analog Rytm MKII letztlich kein Buch mit sieben Siegeln bleibt, sondern eine mächtige Groove-Workstation darstellt, die der kreativen Beatgestaltung kaum Grenzen setzt.


Ausblick: Overbridge

Zum Zeitpunkt des Tests stand die Software Overbridge noch nicht zur Verfügung. Folgende Funktionen sollen enthalten sein:
  • Plug-in-Steuerung im Stile eines virtuellen Instruments
  • Audiostreaming aller Ausgänge einschließlich Einzelkanälen
  • Recall der kompletten Konfiguration mit Start des DAW-Projekts
  • Verwendung als Audio-Interface


Plus
  • exzellenter, vielseitiger Analogsound
  • kräftig zupackendes analoges Multimodefilter
  • mächtige Hybrid-Drums durch Integration von Samples
  • einzigartige Performancemöglichkeiten (Pads als Makro-Controller via Aftertouch, fließende Parameterfahrten in Patterns aufnehmbar)
  • Sampler

Minus
  • keine Empfindlichkeitseinstellung der Pads
  • Anwahl alternativer analoger Engine-Modelle versteckt
  • Samples nur in mono
  • kein schrittweises Undo