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Eventide UltraTap H9 Plug-in

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27885
Eventide UltraTap Plug-in, Multi-Tap-Delay mit vielen einzigartigen Möglichkeiten
Eventide UltraTap Plug-in

UltraTap ist ein Multi-Tap-Delay, das rhythmische Delays, glichty Reverbs, gigantische Crescendi und außergewöhnliche Modulationen erzeugt.

Features
  • Delay-Plug-in
  • Breites Spektrum an Effekten produzierbar
  • Virtueller Ribbon-Controller morpht zwischen zwei Settings
  • "Spread" Manipuliert die länge zwischen den Taps
  • "Slurm" lässt Taps zusammenfließen
  • "Chop" erzeugt verschiedene Volume-Effekte
  • Plug-in für Windows (VST, AAX Native) und Mac (AU, VST, AAX Native)
Weitere Informationen
Weitere InformationenAktivierung
Die Installer-Dateien der Software finden Sie direkt beim Hersteller:
https://www.eventideaudio.com/support/downloads

Zur Aktivierung der Software benötigen Sie ein Nutzerkonto sowohl bei Eventide, als auch bei iLok. Sofern Sie noch keinen iLok-Account haben, legen Sie sich hier einen an: https://www.ilok.com/
Von dort laden Sie den iLok License Manager herunter und installieren ihn auf Ihrem Rechner.

Gehen Sie als nächstes auf https://www.eventideaudio.com/user/registerund legen ein neues Konto an. Dort registrieren Sie das Plug-in mit Hilfe der von uns zugesandten Seriennummer. Die Lizenz wird anschließend auf Ihren iLok-Account übertragen und steht im iLok License Manager zur Aktivierung der Software zur Verfügung.

Eine englischsprachige Anleitung des Aktivierungsprozesses finden Sie hier:
https://www.eventideaudio.com/support/downloads/installing-and-authorizing-plug-ins

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Aus steuerrechtlichen Gründen können wir ab dem 1. Januar 2015 Online-Lizenzen nicht mehr elektronisch in EU-Länder übermitteln. Wir müssen Lizenzcodes als Paket verpackt verschicken und bitten um Ihr Verständnis. Bestellungen aus Deutschland werden wie gewohnt per Email abgewickelt.



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Testbericht Eventide UltraTap H9 Plug-in

Wenn Eventide aus der Luxushardware H8000 Algorithmen auskoppelt und sie als native Plug-ins anbietet, darf man immer mit etwas Besonderem rechnen. Aber trifft das auch auf den Hall/Echo-Effekt UltraTap zu? Schließlich ist dieses Marktsegment nicht gerade dünn besiedelt, und die meisten User sind hier schon gut versorgt.

Schon auf den ersten Blick erkennt man, dass UltraTap einige Extras an Bord hat:

Eventide UltraTap

Die Parameter Slurm, Chop und Rise klingen ungewohnt und machen neugierig. Auch ein Band mit Leuchtfaden und der Schalter Hotswitch sind Bedienelemente, die man anderswo nicht findet. Was steckt dahinter und was kann man damit anfangen?


Das Leistungsspektrum

UltraTap ist ein vielseitiger Effekt: Ping-Pong Echos, Cluster-Echos, wogende Halleffekte, rhythmische Echos und temposynchron mitschwingende Räume sowie Raum-Morphing sind im Angebot.

UltraTap läuft plattformübergreifend auf dem Mac und PC und liegt in 32- und 64-Bit-Versionen in den Formaten AU, VST 2 und AAX native vor. Zur Autorisierung ist ein iLok Account erforderlich. Im Preis enthalten sind zwei Lizenzen, sodass UltraTap zugleich auf der stationären Studio-Workstation und einem mobilen Laptop betrieben werden kann - auch ohne physikalischen iLok.


Die speziellen Extras von UltraTap

UltraTap ist als Grenzgänger, der sowohl Echos als auch Hall generiert, nicht gerade schmal aufgestellt. Die Grundlage liefern (bis zu) 64 einzelne Reflexionen. Auch solche dichten Echo-Cluster würden sich immer noch eher körnig anhören. Der Clou an der Sache ist aber, dass UltraTap in der Lage ist, eine zusätzliche Diffusion zu erzeugen und die Echos geringfügig zu verstimmen. So entstehen auch angenehm modulierte, organisch klingende Halleffekte mit ausgesprochen musikalischen Schwebungen.

Im Gegensatz zu einem Echo mit Feedback-Schleife schaukeln sich die diffusen Echos auch bei Extremeinstellungen nicht unbegrenzt hoch.

Zu einem richtigen Hall gehört natürlich auch eine Vorverzögerung. Das Pre Delay von UltraTap ist ebenso wie alle synchronisierbaren Parameter in Millisekunden oder in Notenwerten einstellbar. Dadurch sind auch rhythmische Echo- und Halleffekte möglich. Zusammen mit den anderen Parametern lassen sich abgefahrene, wogende Rhythmen erzeugen.

Eventide UltraTap

Diese gestaltet man unter anderem mit den Reglern Chop und Speed, wodurch Reflexionsmuster mit Lautstärkemodulationen unterschiedlichster Art gekoppelt werden. Es entstehen unter anderem Tremolo- und Stotter-Effekte möglich.

Eventide UltraTap

Die Echos finden alle in einem klar begrenzten Zeitfenster statt. In diesem Zeitfenster können die Echos gleichmäßig verteilt oder als Cluster richtungsweise gestaucht werden. Mit einer gleichmäßigen Verteilung erreicht man, dass die einzelnen Echos exakt im Tempo bleiben. Über die Anzahl der Echos und die Länge des Zeitfensters ist auch eine Polyrhythmik erzielbar. Durch das Stauchen erreicht man je nach Richtung Dopplungen, Doppelschläge oder Pseudo-Flams bei Drums und Percussion bzw. irreale Slap-Backs mit Hinhöreffekt.

Eventide UltraTap

Auch die Verteilung der Lautstärke lässt sich regeln, allerdings nur echo-übergreifend und nicht separat pro Tap. Um überzeugende anschwellende oder abschwellende Echos zu erhalten, kombiniert man ein sich verdichtendes oder sich ausdünnendes Echomuster mit einer sukzessiv abebbenden oder ansteigenden Lautstärke. Ein rasches Abebben der Echos zusammen mit hoher Diffusion simuliert kleine Räume in einer exzellenten Qualität. Feinarbeit am Raumklang leistet man mit der Stärke der Diffusion und einer einfachen Höhenbegrenzung oder -anhebung.

UltraTap klingt bei kleinen Räumen ausgesprochen rund und angenehm warm und ist im Nu konfiguriert. Manch anderer Halleffekt produziert hier flatternde, kurze Echomuster, einen zu unauffälligen Raumklang oder verlangt viel Fingerspitzengefühl beim Konfigurieren.

Ein echtes Highlight ist der Ribbon-Controller, mit dem man zwischen zwei Parameter-Snaps morphen kann.

Eventide UltraTap

Über die flankierenden Schalter links und rechts speichert man zwei komplette Reglereinstellungen als Makros ab (ausgenommen sind der Chop-Regler, In/Out-Fader und die Tempoabteilung). Die Regelbereiche erscheinen nun als blaue Kreise mit Pünktchen an den Enden. Diese Pünktchen dienen als Anfasser, um den Wirkungsumfang nachträglich zu verkleinern oder zu vergrößern oder auch, um die Richtung der Reglerbewegung umzukehren.

Eventide UltraTap

Mit dem Ribbon-Controller sind auch abgedrehte Klangfahrten möglich. Hinzu kommt ein schneller Wechsel zwischen zwei Räumen per Hotswitch. Diesen hält man zwei Sekunden gedrückt, bis er blinkt und damit seine Lernbereitschaft anzeigt. Anschließend stellt man die zweite, alternative Reglerkonstellation ein. Im Gegensatz zum Morphing via Ribbon kann man hier auch den Chop-Parameter einbeziehen, also etwa zwischen zwei LFO-Wellenformen hin- und herspringen. Der Klangwechsel per Hotswitch benötigt eine kurze Zeitspanne und eignet sich daher auch für genau platzierte Glitch-Effekte.

Die Parametersteuerung kann als Automation aufgezeichnet werden oder auch über MIDI-Controller erfolgen, denn UltraTap kann zusätzlich zur üblichen Automation über eine eigene MIDI-Spur gesteuert werden. Das ist nicht zuletzt für den Live-Einsatz eine wichtige Option.
Im Falle der Automationsaufzeichnung werden sämtliche Regler zusätzlich zur Ribbon-Fahrt als individuelle Automationsspuren festgehalten, können also auch im Host-Sequencer später noch bis ins kleinste Detail editiert werden.


Presets und erste Eindrücke

Was man alles mit UltraTap anfangen kann, erfährt man bereits, wenn man durch die Presets steppt. Schon die Kategorien zeigen, wie umfangreich das Repertoire ist:

Eventide UltraTap

Neben allen klassischen Anwendungen trifft man auch auf fertige Presets für Tremolo, Glitch- und Stottereffekte. Im Gegensatz zu den üblichen Effekten dieser Art bauen sie hier auf Reflexionen auf, was eine neue Dimension von Stotterklängen erschließt. Einige namhafte Klangkünstler haben eine Reihe teils außergewöhnlicher, experimenteller Presets beigesteuert.

Obwohl die Presets durchweg interessant sind, wird man schnell mit eigenen Experimenten beginnen, denn UltraTap ist zügig erlernt, und das Surfen durch eigene Echo- und Raumwelten bei laufendem Playback entwickelt sich bald zu einer packenden Klangreise.

Zwischenergebnisse, die interessant klingen, sollte man am besten sofort abspeichern. Das geht auch in einer eigenen Ordnerhierarchie, die bei jedem Start des Plug-ins ohne umständliche Navigation quer durch den Rechner wiedergefunden wird. Mangels Undo/Redo kommt man nach einigen weiteren Reglerbewegungen nämlich nicht mehr exakt zu einem solchen Zwischenergebnis zurück - es sei denn, eine History des Host-Sequencers übernimmt diese Aufgabe (wie etwa bei Cubase 9).

Es gibt jedoch eine Compare-Funktion, mit der man zwischen der Startvorlage und der Bearbeitung jederzeit hin- und her schalten kann.


Die Architektur im Detail

Flankiert von Fadern für den Ein- und Ausgangspegel samt virtuellen LED-Ketten trifft man zunächst auf elf zentrale Regler plus Tempo-Abteilung.

Eventide UltraTap

Mix definiert die Balance zwischen trockenem und Effektsignal. Diesen Regler kann man über den Schalter Mix Lock arretieren, damit sich beim Ausprobieren verschiedener Presets an dieser wichtigen Grundeinstellung nichts ändert. Die Presets verfügen nämlich über individuelle Mix-Einstellungen.

Lenght: globale Echo- bzw. Halldauer, von 0 bis 10 Sek. bzw. von 0, 1/64tel Note bis zu 4 Takten. Da es bei UltraTap kein Feedback gibt, enden auch die Halleffekte mit hoher Diffusion am Ende des Zeitfensters relativ schnell ab. Das vermindert die Gefahr verwaschene Klänge durch kumulierende, sich übereinanderschichtende Hallfahnen.

Taps: Anzahl der Echos: 1 bis 64

Pre Delay: 0 bis 1 Sek. bzw. 0, 1/64tel bis ¼ tel Note punktiert, maximal 1 Sek.

Spread: Verteilung der Echos im Zeitfenster (Length), Werte von -100 bis +100. Tipp: Bei Extremeinstellungen kann man mit Spread auch Kammfiltereffekte erzeugen. Dazu stellt man den Regler in den Linksanschlag, das Predelay auf 0, Taper in die Neutralposition und wählt ein Zeitfenster (Length) zwischen 0 und 50 ms.

Taper: Crescendo oder Decrescendo der Echos innerhalb des Zeitfensters. Wertbereich: -100 bis +100.

Width: Die Verteilung der Echos im Stereo-Panorama von zentral (mono) bin zu harten Links/Rechts-Positionen - beispielsweise für Ping-Pong Echos oder Spezialeffekte wie hin- und her schwebende Hallfahnen.

Slurm: leichte Verstimmung und Diffusion. Im Linksanschlag erzielt man diskrete Einzelreflexionen. Der Rechtsanschlag eignet sich für Halleffekte. Interessant ist die stufenlose Überblendung zwischen beidem, die reizvolle Effekte zischen Echocluster und modulierten Hallfahnen ermöglicht.

Chop: Multifunktionsregler. 1. Lautstärkemodulation per LFO (Dreieck, Sägezahn, Rampe, Sample & Hold); 2. Lautstärkeanstieg per Ribbon-Controller; 3.: Swell (Crescendo mit regulierbarer Stärke); 4. Trigger (Gate mit Empfindlichkeitseinstellung). Trigger eignet sich für pumpende, rhythmische und abgehackte Stotter-Effekte.

Speed ist ebenfalls ein Multifunktionsregler und korrespondiert mit Chop. Beim LFO reguliert er die Geschwindigkeit zwischen ½tel Note und 1/8 Triole bzw. 1 und 20 Hz und eignet sich beispielsweise dazu, einem Beat maschinenartige Nebengeräusche hinzuzufügen. Bei Swell wird die Zeit des Anschwellens definiert, bei Trigger das Release des Gates.

Tone: Filter zur globalen Höhendämpfung. Da UltraTap nicht über einen Feedback-Weg verfügt, werden damit alle Echos gleichermaßen gefiltert, und es kommt nicht zu einer sukzessiven Höhendämpfung im zeitlichen Verlauf des Reflexionsmusters. Das erkennt man auch am Signalfluss-Diagramm:

Eventide UltraTap

Das Tempo kann schließlich frei in Hz, synchron zum Host-Sequenzer oder in BPM unabhängig vom Host-Sequenzer eingestellt werden. Im letzteren Modus kann man etwa Laidback-Echos mit minimaler zusätzlicher Verzögerung oder eine globale Polyrhythmik bei entsprechend errechnetem Versatz zum Host-Tempo erzeugen. Daneben ist es über den Tap-Taster auch möglich, das Tempo manuell einzuklopfen - etwa bei einer Session, die frei von Tempovorgaben durch eine DAW abläuft.

Eventide UltraTap


Gestaltung des Interfaces

Die Bedienoberfläche von UltraTap ist nicht skalierbar. Da die Dimension passend gewählt und alles gut erkennbar ist, ist aus meiner Sicht eine variable Größenänderung nicht erforderlich. Die Anordnung der einzelnen Bereiche ist logisch, die Grafik schnörkellos und dennoch ansprechend. Man findet sich sofort zurecht und muss nach nichts suchen.

Andere Tap-Delays bieten eine grafische Darstellung der Echoverteilung, sogar eine Grafik-Animation der Echos innerhalb des Zeitfensters. Ich muss sagen, dass ich diesen Luxus bei UltraTap nicht vermisst habe. Man hört sehr genau, was sich tut, wenn man mit Spread und Taper experimentiert. Da UltraTap mit Chop und Speed zusätzliche Modulationen an Bord hat, würden in einem Echo-Display die Linien ordentlich wabern - vielleicht hübsch anzusehen, aber eher ablenkend.


UltraTap in der Praxis - Audiobeispiele

Hier habe ich die Direktmikrofonierung der Snare mit UltraTap bearbeitet. Über den Ribbon-Controller hab ich gleichzeitig das Zeitfenster zwischen 0 und 55 ms, die Anzahl der Echos zwischen 5 und 9 sowie die Verteilung mittels Spread moduliert, um Doppelschläge und kurze Flams zu erzeugen:



Dieser Echoeffekt wird zwar vom Hörer kaum bewusst wahrgenommen werden, führt aber dazu, dass die Snare subtil abwechslungsreicher und natürlicher klingt.

Setzt man zusätzlich Slurm ein, so entsteht durch die leichte Verstimmung und Diffusion aus den Flams ein kurzer Hall mit Slap-Back-Effekt, wiederum per Ribbon-Controller moduliert:



Im nächsten Audiodemo habe ich bei einem StylusRMX-Beat über den Ribbon-Controller die Anzahl der Taps und die Diffusion verändert. Chop steht im Ramp-Modus und generiert ein Anschwellen der Echos mit dem Notenwert 1/8tel.



So würde sich der StylusRMX-Beat ohne UltraTap anhören:



Ein 3 ½ - Sekunden-Hall für Gesang:



Slurm steht hier auf Maximum, es kommen 64 Taps zum Einsatz. Das Ergebnis klingt wie ein Reverb mit eingebetteten Echo-Clustern und ist so mit kaum einem anderen Plug-in möglich. Ein herkömmlicher Hall, der eine ähnliche Raumgröße simuliert, würde deutlich länger ausklingen. Bei UltraTap ebbt die Hallfahne am Ende zügig ab. Das wird nicht in jeder Situation die bessere Lösung sein, bringt es aber mit sich, dass man UltraTap als Effekthall stärker beimischen kann, ohne dabei ein verschleiertes oder verwaschenes Klangbild zu riskieren.

Zum Abschluss noch eine Mini-Komposition, die recht minimalistisch ist und aus einem sparsamen Beat, wenigen Synthesizertönen und einem geräuschhaften Bass besteht, das Ganze garniert mit Indianergesängen Nordamerikas.

Für alle vier Instrumente habe ich UltraTap als einzigen Effekt eingesetzt. Zunächst der Beat ohne UltraTap:



UltraTap erzeugt hier einen seltsam knurrenden Gewölbehall. Die Verzögerungszeit und Echoverteilung habe ich per Ribbon Controller moduliert:



Der Synthesizersound (Sugar Bytes Factory) ist knochentrocken und fragil:



Mit UltraTap greift die fragilen Tonmuster auf und fügt Echocluster hinzu, die ich im Zeitfenster verschiebe und gleichzeitig die Diffusion verändere - wiederum über den Ribbon.



Der Bass brutzelt im Keller und kommt Circuit Bending - Sounds recht nahe (Sugar Bytes Cyclop):



Mit UltraTap füge ich körnige Echos hinzu, die über den LFO des Chop-Moduls mit Ramp-Wellenform temposynchron anschwellen. Parallel dazu hebe ich mit dem Tone-Regler die Höhen an, sodass der Klang zu knistern beginnt.



Der Sänger hätte sich wahrscheinlich nie träumen lassen, mit einer solchen Begleitung aufzutreten. Hier das trockene Original (Ausschnitt):



UltraTap generiert aus den Echos mittels Slurm einen modulierten Halleffekt:



Nun noch einmal das Ganze ohne die vier UltraTap-Instanzen:



Und schlussendlich die Bearbeitung mit UltraTap:



Das selbe Echo- oder Hall-Plug-in setzt man normalerweise nicht gleich in allen Kanälen eines Projektes ein. Da sich UltraTap aber als regelrechtes Chamäleon erweist, kann man das tatsächlich tun. Durch UltraTap ist ein ausgesprochen lebendiger Raumklang mit Tendenz zum Experimentellen entstanden.

Die Erkenntnis der Vielseitigkeit bedeutet auch, dass UltraTap andere Echo- und Halleffekte ersetzen kann. Wer in diesem Segment also noch nicht umfangreich versorgt ist, deckt mit UltraTap viele Anwendungen ab und bracht nicht gleich noch drei weitere Echos oder Raumsimulatoren.

Für Toningenieure, die das Besondere lieben und gerne mit dem Klang experimentieren, empfiehlt sich der Eventide Hall Blackhole als ideale Ergänzung. Auch Blackhole bietet ungewöhnliche Extras und verfügt über Ribbon und Hotswitch.


Fazit

UtraTap bereichert genreübergreifend den Markt an Echos und Raumsimulatoren. Das kleine Plug-in hat es in sich und entpuppt sich als ausgesprochen leistungsstark.

  • Klassische Ping-Pong-Echos,
  • Dopplungen für Percussion und Gesang,
  • Echocluster mit variablen Verteilungen der Echos im Zeitfenster,
  • Crescendo- und Decrescendo-Effekte,
  • ausgesprochen luftige und schwebende Raumklänge
  • bis hin zu überdimensionalen Space-Effekten
sind in exzellenter Audioqualität möglich.

Da die Räume bei UltraTap auf verstimmte und mit Diffusion angereicherte Echos zurückgehen, sind sie von Natur aus nicht so dicht und alles überlagernd wie die Hallfahnen eines klassischen algorithmischen Reverbs. Außerdem ebbt der Hall mit dem letzten Echo im Zeitfenster relativ schnell ab. Daher wird das Originalsignal nicht so schnell zugehallt; die Räume wirken zwar organisch und rund, es bleibt aber dennoch Luft für den Direktschall.

Auch der Einsatz von UltraTap für Beats, Arpeggien und Sequenzen ist spannend: Club/Dance-Projekte profitieren von temposynchronen, per LFO modulierbaren Raumeffekten, die dazu geeignet sind, die Aufmerksamkeit des Hörers einzufangen. Dank niedriger CPU-Last ist UltraTap für den Live-Betrieb kein Problem.

Über den Ribbon-Controller, der wie alle Regler auch über externe MIDI-Controller steuerbar ist, sind atemberaubende Klangfahrten möglich; per Hotswitch wechselt man auf Knopfdruck zwischen zwei Räumen. Solche Optionen laden zu Klangexperimenten ein.

Die Bedienung gelingt intuitiv; die Lernhürde ist niedrig. Zahlreiche gelungene Presets dienen zum Einstieg und verdeutlichen, welches Potenzial in UltraTap steckt.

Die Demo-Version sollten sich auch User herunterladen, die bereits gut mit Echo- und Halleffekten versorgt sind. UltraTap hat einiges zu bieten, was man so nicht anderswo findet. Der Preis, der zwei Autorisierungen beinhaltet, ist ausgesprochen fair.


Plus
  • vielseitiger Echo- und Hall-Effekt
  • fließender Übergang zwischen diskreten Echos und einem diffusen Raumschall
  • temposynchrone Glitch- und Stotter-Effekte der besonderen Art
  • Klangmorphing und schnelle Wechsel der Raumakustik über Ribbon-Controller und Hotswitch
  • sehr gute Audioqualität
  • ausgesprochen musikalischer, organischer Klang
  • einfach zu bedienen
  • Steuerung über externe Controller
  • geringe CPU-Last, livetauglich
  • fairer Preis

Minus
  • keine VST 3 - Version
  • kein Undo/Redo