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Moog DFAM

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Art.Nr.
28253
Moog DFAM, Drummer From Another Mother, analoger Drum- und Percussion-Synthesizer mit Sequenzer
Moog DFAM

Moog DFAM ist ein analoger Drum-Synthesizer mit analogem Sequenzer und einer sehr organischen, intuitiven Bedienung. Das semimodulare Konzept erlaubt es gleich loszulegen, ohne lange patchen zu müssen. Wer weiter gehen möchten, dem stehen 24 Patchpunkte zur Verfügung, über die die interne Verschaltung geändert oder DFAM mit anderen Synthesizern verbunden werden kann.

Features
  • Analoger Drum/Percussion-Synthsizer
  • Rauschgenerator
  • Zwei Oszillatoren (Rechteck/Dreieck)
  • Moog Ladder Filter (HP/LP)
  • Analoger Sequenzer, 8 Schritte, Pitch & Velocity pro Schritt
Weitere Informationen
Weitere Informationen Testbericht Moog Drummer From Another Mother
Zusammenfassung

DFAM richtet sich an unterschiedliche, mögliche Nutzer: Da wären zunächst die Moog-Jünger, die vermutlich längst zwei Mother-32-Einheiten besitzen und in DFAM eine ideale Erweiterung ihres bestehenden Systems finden werden. Auf der anderen Seite gibt es Besitzer kleiner und mittelgroßer Eurorack-Systeme, die mit dem DFAM eine, gemessen am Preis mancher Boutique-Module, erschwingliches, multifunktionales Module für ihren Rahmen zukaufen können. Die dritte Gruppe besitzt vielleicht schon eine Reihe von Desktop-Modulen für Studio- und Live-Performances, kann unter Umständen CV und Trigger-Signale senden, etwa über den Arturia Beatstep Pro oder ähnliche Controller und möchte die eigene Klangpalette um rohe Percussion-Sounds erweitern. In allen Fällen kann DFAM auf ganzer Linie überzeugen. Lediglich als erster Monosynthesizer ist dieser Moog vielleicht nicht die beste Wahl und auch als reines Kickdrum-Modul kann ich mir günstigere Lösungen vorstellen. Für schräge FM-Percussions und Sequenzen, die Subwoofer und Hochtöner gleichermaßen an ihre Grenzen treiben ist diese Schlagzeugerin jedoch eine ideale Besetzung.


Einleitung

Mit DFAM bringt Moog einen Percussion-Synthesizer auf den Markt, der gleichzeitig hochspezialisiert und flexibel ist. Wie das geht? Cleveres Design und ein erstklassiger Stammbaum …

Der geniale Name "Drummer From Another Mother" knüpft an Moogs aktuelles Engagement in der LGBTQ-Szene und ist neben Mother-32 und Grandmother der dritte feministisch angehauchte Produktname der legendären Firma aus North Carolina. Genau wie die beiden anderen Ladies handelt es sich um einen halbmodularen, analogen Synthesizer mit einer gehörigen Portion Charakter.


Form, Faktor und Funktion

Das kompakte Pultgehäuse mit Eurorack-kompatibler Befüllung (60 TE) dürfte Besitzern der Mother-32 bekannt sein, denn DFAM wurde von Grund auf als Erweiterung für das halbmodulare Ökosystem dieses Synthesizers konzipiert. So stehen die verschiedenen Aufstellrahmen, Gigbags und Rackgehäuse für Mother-32 auch hier zum Einsatz bereit. An der Geräterückseite findet sich neben dem Anschluss für die Stromversorgung lediglich ein monophoner 6,3-mm-Klinkenausgang. Dafür bietet die Gerätevorderseite 24 Patchpunkte mit 15 Ein- und 9 Ausgängen. Dank der fünf beiliegenden Patchkabel kann sofort losgelegt werden. Da es sich um ein halbmodulares Gerät handelt, funktioniert DFAM aber auch ganz ohne Kabelwirrwarr: Der vorverdrahtete Signalweg ist ein perfekter Startpunkt für Drums, Rhythmus-Sequenzen und Bässe.
Die Verarbeitungsqualität entspricht dem hohen eigenen Standard. Wichtige Drehregler sind mit den klassischen verschraubten Potikappen aus Bakelit versehen, lediglich die Sequenzer-Parameter und Mixersektion müssen sich mit etwas fummeligen Minipotis begnügen. Schmale Holzseitenteile und ein solides, verschraubtes Blechchassis erfüllen die Erwartungen, die man an einen echten Moog stellt. Wirklich toll geschriebene gedruckte deutsche und englische Anleitungen sowie eine Reihe Overlays für eigene Beschriftungen runden das Paket ab.


Rhythmusarchitektur

Der Drummer From Another Mother verfügt über zwei Oszillatoren, die jeweils als Dreieck oder Rechteck schwingen können. Statt der üblichen Oszilatorparameter verfügt der Synthesizer über einige spezifisch für Rhythmusklänge geeignete Parameter: Eine extrem schnelle bipolare Pitch-Hüllkurve ermöglicht bauchige Kickdrums ebenso wie schmatzende Zaps. Dabei hilft ein Drehregler zur Steuerung der Modulationsintensität. Bei Bedarf können die Tonhöhen der Oszillatoren einzeln oder gekoppelt durch den integrierten Sequenzer gesteuert werden. Das kann insbesondere sinnvoll sein, wenn man Oszillator 1 zur Frequenzmodulation von Oszillator 2 einsetzt.
Hier offenbart sich die tonale Vielfalt erst richtig: Kleinste Reglerbewegungen am FM-Amount-Regler, aber auch an den Frequenzen und Pitch-Hüllkurven haben mitunter extreme Auswirkungen und können schnell zu tollen Klängen führen. Neben den beiden Oszillatoren gibt es einen Rauschgenerator, der sich per Eingang am Patchfeld auch durch einen externen Eingang ersetzen lässt.
Diese drei Signalquellen werden vor der Filtersektion in einem Mixer zusammengeführt. Es folgt das klassische Moog-Ladder-Filter, das wahlweise als Hoch- oder Tiefpass eingesetzt werden kann. Die Einschwinggeschwindigkeit der Filterhüllkurve kennt lediglich Einstellungen für Slow und Fast, eine für Rhythmusprogrammierung sicherlich sinnvolle Einschränkung. Hinzu kommen Decay, eine bipolare Hüllkurven-Intensität sowie der Noise/VCF Mod-Regler zur Steuerung der Noise-Lautstärke durch die Filterhüllkurve. Statt der gewohnten ADSR-Hüllkurve für die finale Klangformung gibt es lediglich einen Decay-Regler zur schnellen Anpassung des Ausschwingverhaltens.





Pull the trigger and run


Da DFAM ein vollständig analoges Gerät ist, findet sich kein MIDI-Eingang und folglich auch keine schnelle Möglichkeit, einen Klang schnell per Klaviatur anzuspielen. Praktischerweise hat Moog neben einem Sequenzer mit acht Schritten auch an eine Trigger-Taste zum schnellen Abfeuern des aktuell programmierten Klangs gedacht. Wie dem aufmerksamen Leser vielleicht aufgefallen ist, gibt es keinen integrierten LFO. Natürlich kann dies dank des halbmodularen Designs problemlos von externen Geräten erledigt werden, mit einem Kniff lässt sich dies aber geräteintern realisieren. Dank der schnellen Maximalgeschwindigkeit des Step-Sequenzers können sowohl Velocity als auch die Tonhöhe des Sequenzers zur Modulation anderer Parameter verwendet werden und - wie im Klangbeispiel hörbar, bis in den hörbaren Bereich hinaufreichen.




Aber auch bei konventionelleren Anwendungen kann der Step-Sequenzer überzeugen: Auslassungen, Notenslides und abrupte Stopps meistert er mit Bravur, lediglich die etwas kleinen Potis machten mir in der Praxis teils zu schaffen. Und übrigens: In Kombination mit einem zweiten Sequenzer ergeben sich tolle Zusatzqualitäten, insbesondere weil der Trigger-Eingang für zusätzliche Notenevents genutzt werden kann.


Klangpalette

Moog weist auf die sensible Natur des Geräts hin, die auf jeden Benutzer unterschiedlich reagiert. So kritisch man solchen Aussagen auch begegnen mag, in diesem Fall ist da etwas dran: Natürlich sind halbmodulare Systeme stets etwas Persönliches, das war schon bei Korg MS-20 und noch ältereren Geräten so … Dennoch ist DFAM ein sehr empfindsames Gerät, das auf kleinste Änderungen mit großen Gesten reagiert, fast schon mimosenartig. Dennoch glänzt die kleine Moog-Lady mit großen Klängen, die von filmreifen Herzschlag-Sequenzen über abgedrehte Industrial-Sequenzen hin zu clubtauglichen, hypnotischen Bongo-Patterns reichen. Insbesondere in diesem Preissegment ist der Klangumfang von DFAM ein ganz großes Plus, sofern man auch chromatisches Spiel verzichten kann und sich den atonalen Klängen und Percussion-Sounds widmen möchte.







Plus
  • flexibler Percussion-Synthesizer
  • kompatibel mit Eurorack-Systemen
  • mächtiger Klang mit donnernden Bässen und schnellen Hüllkurven

Minus
  • etwas unpräzise Stiftpotis für Mixer und Sequenzer



Autor: Martin Hirsch
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