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Spectrasonics Omnisphere 2

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25698
Spectrasonics Omnisphere 2, extrem vielseitiger Synthesizer mit einer gigantischen Klangfülle
Spectrasonics Omnisphere 2.5

Omnisphere ist ein unfassbar vielseitiger Soft-Synth, der verschiedene Syntheseformen mit einander kombiniert. Klänge werden durch Granularsynthese, Wavetable-Oszillator, Frequenzmodulation, Ringmodulation, Timbre Shifting, Waveshaping und einem riesigen Effektarsenal geformt. Dazu können eigene Audiodateien importiert oder aus einer mitgelieferten Library geladen werden.


Features
  • Viele verschiedene Syntheseformen
  • Über 400 neue DSP Waveforms in Version 2
  • Wavetable Synthese - jede Waveform ist eine morphbare Wavetable
  • Mächtiger Granular-Algorithmus
  • FM/Ringmodulation für aggressive Timbres
  • Dual Filter Architektur mit 28 Filter-Algorithmen
  • 58 Effektprozessoren
  • Flex-Mod Modulationssystem mit flexiblem Routing
  • 10 Oszillatoren (DSP-Synth oder Sample-basiert) pro Patch
  • 6 LFOs pro Patch
  • Plug-in für Windows (VST, RTAS, AAX) und Mac (VST, AU, RTAS, AAX)

Neu in Omnisphere 2.5
  • Integration von über 30 Hardware Synthesizern möglich
  • über 1000 neue Sounds
  • neues hochauflösendes Interface
  • Support für Windows Multitouch
  • Granular-Synthese möglich
Weitere Informationen
Weitere Informationen TestberichtSpectrasonics Omnisphere 2.5 Update

Kurzfassung


Keine Frage, Eric Persing und dem Spectrasonics-Team ist wieder einmal ein großer Wurf gelungen. Die Nachbildung von über 30 der besten Hardware-Synthesizer und die nahtlose Integration der Original-Hardware zur Klangsteuerung ist in dieser Form einzigartig und macht Omnisphere 2.5 zu einem riesigen Klangsystem, das nun auch per Touch Screen (Windows Multitouch) gesteuert werden kann. Die beiden Welten der Hardware- und Software-Klangerzeuger rücken ein großes Stück näher zusammen.
Die erlesene Klangqualität macht die Arbeit zu einem wahren Genuss. Mehr als 14.000 Patches, darunter tonnenweise inspirierendes Material für Kompositionen aller Art, von der Filmmusik über Ethno bis zu Club & Dance dürften für viele Jahre als unerschöpfliche Inspirationsquelle dienen.

Vier Layer pro Patch, aufwändige Multisamples, über 500 Wavetables, Emulationen klassischer Filter, ein umfassendes Modulationssystem und 57 Effektmodule sind die Eckdaten eines unterm Strich konkurrenzlosen Super-Synthesizers, den man ohne Übertreibung als Meilenstein bezeichnen darf.
Die Klangvielfalt von Omnisphere wird von keinem Hardware-Synthesizer erreicht, einschließlich großer Workstations, und auch unter den virtuellen Instrumenten definiert Omnisphere 2 die Referenzklasse. Und das Beste am Schluß: Das Update ist für Omnisphere-2-Besitzer kostenlos. Alle anderen haben nun etliche Gründe mehr, sich diesen Ausnahme-Synthesizer genauer anzusehen.


Spectrasonics Omnisphere 25


Inhalt
  • Bedeutende Neuerungen zum Nulltarif
  • Die Neuigkeiten im Überblick
  • Die wichtigsten Neuigkeiten im Detail und in der Praxis
  • Erweiterte Klangsynthese
  • Neue Klänge
  • Verbesserte und überarbeitete Grafik


Bedeutende Neuerungen zum Nulltarif

Zuletzt legte Spectrasonics mit Keyscape eine absolut bemerkenswerte Sammlung gesampelter State-Of-The Art-Keyboards vor, die sich zudem nahtlos in Omnisphere 2 integrieren ließ und den dortigen Klangfundus nochmals erheblich erweiterte. Nun hebt das Team um Eric Persing das Traum-Klanglabor aller Filmmusik-Komponisten nochmals in neue Höhen. Trotz kleinem Versionssprung gibt es für Omnisphere 2.5 Großes zu verkünden, dazu noch, ohne an Kunden hierfür zur Kasse zu bitten.


Die Neuigkeiten im Überblick

Hardware-Integration: Mehr als 30 der gängigsten Hardware-Synthesizer können ab sofort als luxuriöse Controller zur Klangsteuerung von Omnisphere 2.5 verwendet werden. Der Clou dabei ist, dass auch die Klangcharaktere dieser Synthesizer reproduziert werden. Man steuert also nicht nur ähnliche Parameter, sondern eine Emulation des jeweiligen Klangerzeugers.
In der neuen Kategorie HW (Hardware) finden sich zahlreiche Patches der emulierten Synthesizer. Die virtuellen Modelle von Moog, Dave Smith, Korg, Roland und einigen mehr klingen authentisch und gehören zu den besten Emulationen, die der virtuelle Klangkosmos zu bieten hat. Die Emulation wird sowohl auf Oszillatorebene durch die Wellenformen der Synthesizer als auch auf Filterebene durch die Emulation ihrer Filter umgesetzt. Und natürlich können experimentierfreudige Musiker, Wellenformen und Filter unterschiedlicher Synthesizer kombinieren.

Spectrasonics Omnisphere 25

Die Emulation reicht aber noch tiefer: So ist es gelungen, die typischen Klangeigenschaften bestimmter Schaltungen nachzubilden, etwa den Multidrive des Moog Sub 37, der fette und zugleich angezerrte Klänge ermöglicht.


Spectrasonics Omnisphere 25

Spielt man Omnisphere 2 über die Original-Hardware einen solchen virtuellen Synthesizer, vergisst man oft genug, dass der Klang hier ausschließlich aus der Software kommt. Glücklicherweise ist der Besitz einer solchen Hardware nicht zwingend nötig: Alle Patches lassen sich auch über ein beliebiges Controllerkeyboard spielen und die Parameter per MIDI-Lerndialog über externe Spielhilfen ansprechen sowie über eine Automation steuern.

Spectrasonics Omnisphere 25


Die Bibliothek wurde nochmals um über 1.000 Klänge erweitert und umfasst nunmehr sagenhafte 14.000 Sounds, die sich über einen komfortablen Browser mit zahlreichen Such-Optionen zielgerichtet suchen lassen.
Omnisphere 2.5 ist inzwischen mit einer hochauflösenden, skalierbaren 4K/Retina-fähigen Bedienoberfläche ausgestattet und bietet darüber hinaus Support für Windows Multitouch. Dazu lässt sich der Synthesizer per Touch Screen steuern. Entsprechend ausgestattet kann man Omnisphere inzwischen auch ein wenig anfassen …
Die Granular-Synthese wurde bislang durch futuristische Grafiken visualisiert. Das war zwar schön anzusehen, verriet aber wenig über die Klanggenese. Anstelle abstrakter spiralförmiger Gebilde erscheint nun eine Wellenformdarstellung. Überall dort, wo der Algorithmus Klangfragmente aus dem Sample generiert, erscheinen Markierungen in Form senkrechter Linien.

Spectrasonics Omnisphere 25

Auf diese Weise kann man die Entstehung der Klangwolken weitaus besser nachvollziehen. Mit diesem Algorithmus erzeugt im Nu lebendige Texturen, wie hier am Beispiel der "Broken Cello Bouncing Grains":








Die wichtigsten Neuigkeiten im Detail und in der Praxis

Über die Hardware-Integration wird Omnisphere haptisch erfahrbar und vermittelt dem Musiker das Gefühl, auf einem echten Hardware-Synthesizer zu spielen. Neben Modellen von Moog (Sub 37, Subsequent 37, Voyager, Little- und Slim Phatty) sind bislang folgende Hardware-Synthesizer integriert:

  • Dave Smith Instruments/Sequential (Prophet X, Prophet 12, Prophet-6, OB-6, Rev2)
  • Clavia (Nord Lead 1 und 2)
  • Access (Virus A und B)
  • Novation (Bass Station II, Circuit Mono Station, Peak),
  • Roland (SE-2, SH-01A, JP-08, JU-06, JX-03, System-1, System-1m, System-8, VP-03)
  • Korg (Minilogue, Monologue, Prologue)
  • Studiologic Sledge

Die Reihe konzentriert sich damit überwiegend auf aktuelle Synthesizer und soll sukzessive erweitert werden. Aufgerufen werden die Synthesizer über das neue HW-Symbol:

Spectrasonics Omnisphere 25

Spectrasonics Omnisphere 25


Während Native Instruments mit der Kontrol-Serie eine individuell zugeschnittene Steuerung von Software-Instrumenten per Mapping ermöglicht und Firmen wie Arturia und IK Multimedia ganze Kollektionen emulierter Hardware-Synthesizer bieten, fasst Spectrasonics beide Ansätze auf eigenständige Weise zusammen: Omnisphere 2.5 liefert nicht nur eine passgenaue Steuerung für mehr als 30 Hardware-Synthesizer, deren Regler direkt die korrespondierenden Parameter in Omnisphere bedienen, sondern auch Emulationen der zugehörigen charakteristischen Klänge. Die Nachbildungen profitieren dabei von speziellen Omnisphere-Funktionen, etwa dem XY-Klangmodulator Orb, dem riesigen Modulationssystem, dem Granular-Algorithmus, nahezu 60 hochwertigen Effekten und der Option auf vier Layer. So kann man den Sound der Originale erweitern und garantiert spektakulär in Szene setzen. Die mitgelieferten Hardware-Patches nutzen diese Möglichkeiten geschickt, ohne den Klangcharakter der Originale zu verwischen: Nicht selten hat man sogar das Gefühl, dass die Omnisphere-Version noch besser, strahlender, ausdrucksstärker klingt als das Original. Im direkten Vergleich mit Mitbewerbern klingt die Konkurrenz eher brav oder nüchtern. Puristen können hingegen einfach die Default-Patches eines Emulation laden, die Original besonders nahekommt.
Kommen wir zu konkreten Beispielen: In der Praxis bedient man etwa mit einem Minimoog Voyager ein Omnisphere-Patch, das den Sound des Voyagers nachbildet. Auf der Layer-Ebene finden sich die entsprechenden Wellenformen; Emulationen der Moog-Filter sind ebenfalls an Bord. Dreht man am Filter der Hardware, so springt Omnisphere automatisch ins Filter-Menü.

Spectrasonics Omnisphere 25

Klangmalereien mit dem Patch "Voyager Barberpoles"



Verwendet man das XY-Pad im Voyager, so erscheint das Orb, dessen Cursor den Bewegungen folgt und dabei unterschiedliche Klangfarben abfährt. Im Gegensatz zum Original kann man die Voyager-Nachbildung auf der virtuellen Ebene sogar polyphon spielen. Schon deshalb erhalten auch Besitzer der Hardware einen echten Zugewinn.
Dort, wo ein Synthesizer selbst über Effekte verfügt, wie etwa der OB-6, werden passende Effektmodule aufgerufen, sobald diese im Original anwählt.

Das Patch "OB 6 French Cinema" zusammen mit einem Beat aus Stylus RMX Metamorphosis:



Nun wäre die ganze Integration der Hardware-Synthesizer wenig spannend, wenn man auf sämtliche Originale angewiesen wäre. Sinnvollerweise profitieren Besitzer eines beliebigen Controller-Keyboards ab sofort von den imitierten Klängen von Moog, Oberheim, Prophet und Co, mitsamt umfassender Steuerung.


Erweiterte Klangsynthese

In der neuen Version wurde die Anzahl der Layer pro Patch von zwei auf vier verdoppelt. Hierdurch lassen sich beispielsweise auch Patches des Prophet X nachbilden, der über jeweils zwei digitale Oszillatoren und samplesbasierte Teilklänge verfügt.

Spectrasonics Omnisphere 25


Die 150 GB Sample-Library des Prophet X gehört natürlich nicht zum Umfang des Omnisphere-Updates. Omnisphere hat jedoch selbst zahlreiche aufwändige und ebenbürtige Sample-Instrumente zu bieten. Darüber hinaus kann man auch eigene Samples laden.

Das Patch "Prophet X - Caress":



Das Patch "Prophet X Phoenix Rising":



Jedes Patch beinhaltet sagenhafte zwölf Hüllkurven und acht LFOs. Eine Matrix mit 48 möglichen 48 Verknüpfungen dürfte keine Wünsche offen lassen. Die folgende Abbildung zeigt eine von vier Seiten dieser Modulationsmatrix:

Spectrasonics Omnisphere 25



Eine Omnisphere-Instanz mit vier Layern kann damit auf bis zu 64 LFOs, 64 Filter, 96 Hüllkurven und 160 Oszillatoren pro Note zurückgreifen. Es versteht sich von selbst, dass man damit nicht nur in unendliche Klangwelten vordringen, sondern auch die Leistung eines zeitgemäßen Rechners ausreizen kann.
Die Kollektion an Filtern wurde um State Variable Filter nach dem Vorbild des OB-6 erweitert. Wie im Original ist es dabei möglich, nahtlos zwischen einer Tiefpass-, Notch- und Hochpass-Charakteristik zu überblenden. Hinzu kommen mehr als 100 neue Wavetable-Oszillatoren, die eigens zur Erzeugung von Klängen entwickelt wurden, die den Profilen der korrespondieren Hardware-Synthesizer entsprechen.


Neue Klänge

Etwa 1.000 neue Patches besiedeln die neue Kategorie "Hardware Library" und ahmen den Klang der betreffenden Hardware-Synthesizer nach. Da sich unter den Kandidaten zahlreiche echte und virtuelle Analogsynthesizer finden, bedeutet dieser Zuwachs, dass sich somit auch die Bandbreite an Analogsounds erweitert hat.


Verbesserte und überarbeitete Grafik


Die neue Bedienoberfläche nutzt die hohe Auflösung von 4K/Retina-Monitoren aus, verfügt über größere Controller und ist in mehreren Stufen skalierbar:

Spectrasonics Omnisphere 25


Bei maximaler Größe kann Omnisphere dabei auch Bildschirme im TV-Format ausfüllen.


Plus
  • erstklassige Emulationen von 31 Synthesizern (Stand: September 2018)
  • einzigartige Steuerungsoption der Emulationen durch die Originale
  • neues Oberheim-Filter
  • neue, praxisorientierte Oberfläche des Granular-Moduls
  • Erweiterung auf vier Sound-Layer
  • rekordverdächtig umfangreiches Modulationssystem mit riesiger Matrix
  • kostenloses Update von Version 2 auf 2.5

Minus
-









Testbericht Spectrasonics Omnisphere 2Wer auf der Suche nach der amtlichen Library für die Film- und Spielevertonung ist, kommt um Omnisphere 2 nicht herum. Kein anderer virtueller Klangerzeuger bietet eine derart breite Palette an fertigen, kreativen Klängen für cineastische Stimmungen und darüber hinaus ein ausgewachsenes Klanglabor für eigene Hybrid-Sounds. Dadurch mischt Omnisphere 2 neben seiner führenden Rolle im Bereich Filmmusik auch bei Rock/Pop-Projekten und EDM kräftig mit.

Spectrasonics Omnisphere 2


Kurzer Abriss der Geschichte von Spectrasonics


Hinter Spectrasonics steht Eric Persing, der in den 1980er Jahren und bis 2005 als maßgeblicher Sounddesigner den Klang zahlreicher Roland-Sampler, -Synthesizer und -Drum-Machines prägte. Spectrasonics wurde 1994 ins Leben gerufen. Erste Sound-Libraries wie beispielsweise Distorted Reality sind noch heute gefragt.

Schließlich markierten die Klangerzeuger Trilian (Rundum-Sammlung akustischer, elektrischer und synthetischer Bässe), Stylus RMX (virtuelle Beat-Machine) und Atmosphere (spezialisiert auf Soundtracks) Meilensteine in der Welt der computerbasierten Klangerzeuger und eroberten dank einzigartiger Features und exzellentem Klang die Studios und Bühnen weltweit.


Spectrasonics Omnisphere 2

Omnisphere 2 - der Rundum-Sorglos-Synthesizer?

Aus Atmosphere wurde schließlich Omnisphere. In der zweiten Generation geht Omnisphere endgültig über das Format der Fundgrube für Filmmusiker und Spielevertoner, Ambient und Klangexperimente hinaus und liefert zusätzlich zahlreiche Sounds für Ethno, Pop, Rock, Club und Dance.



Omnisphere 2 wiegt rund 50 GB und beinhaltet satte 12.000 Sounds. Diese werden über einen komfortablen Browser mit Attributen und Favoriten-Funktion verwaltet, sodass man sich nicht im riesigen Angebot verliert, sondern schnell und gezielt fündig wird. Über Sound Match sucht Omnisphere 2 eigenständig passende Klänge zu einem bereits gewählten Referenzklang aus.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Omnisphere 2 stellt grundlegend nach wie vor eine schier unerschöpfliche Sammlung an filmmusikreifen, äußerst kreativen und ausdrucksstarken Vorlagen dar. Dazu zählen auch zahlreiche geschmackvoll arrangierte Retro-Klänge, die den Hörer um Jahrzehnte zurück beamen, sowie experimentelle Circuit-Bending Sounds mit fragiler bis destruktiver Note.





Beim letzten Audiodemo kamen Samples eines Modularsystems zum Einsatz:

Spectrasonics Omnisphere 2

Erstmals liefert Omnisphere auch eine Reihe aufwendig gesampelter Naturinstrumente, die teils mehrere Gigabyte RAM beanspruchen. Diese Instrumente mit zahlreichen anschlagsdynamischen Layern und Round Robins (alternierende Wiederholungssamples, die zusätzlich zur Dynamik für Abwechslungsreichtum sorgen) erreichen jedes für sich die Qualität von Spezialisten, können mit der Syntheseengine und den internen Effekten umfangreich bearbeitet und, falls gewünscht, auch drastisch verfremdet werden.

Ein Beispiel dafür ist die Hang-Drum, ein exotisches, tonal spielbares Percussion-Instrument aus der Schweiz, das sich dank zahlreicher Spielweisen facettenreich präsentiert:


Spectrasonics Omnisphere 2




Wer virtuell-analoge Synthesizer sucht, wird ebenfalls fündig: Kombinationen aus Samples altehrwürdiger Klangerzeuger und Wellenformen erzeugen Klänge, die zahlreiche Legenden wiederauferstehen lassen und mit der Syntheseengine von Omnisphere 2 über sich selbst hinaus wachsen.

Ein epischer analoger Streichersound (Oberheim):

Spectrasonics Omnisphere 2




Auch ein großes Angebot rhythmischer Klänge für Dance und Club ist nun Bestandteil von Omnisphere. Dabei lässt sich der Arpeggiator im Micro-Timing mit Beats aus Stylus RMX synchronisieren. Welcher andere Hersteller kann das bieten?

Hier habe ich das Timing eines Stylus Grooves auf ein Arpeggio eines Retro-Synths übertragen. Dazu zieht man einfach das MIDI-File aus der MIDI-Spur des Sequencers in das Groove-Lock-Feld des Omnisphere-Arpeggiators (am unteren Rand des Arp-Fensters).


Spectrasonics Omnisphere 2





Bei diesem MIDI-File-Import geht es ausschließlich um eine Angleichung des Timings, nicht um das Abspielen von Rhythmus-Patterns.

Überschneidungen zu Trilian und Stylus RMX gibt es kaum: Wer exzellente Bässe und Beats haben möchte, sollte sich die beiden anderen Spectrasonics-Produkte anschauen. Trilian-Bässe können in Omnisphere geladen und in Multis kombiniert werden.

Das betrifft auch die Keyboard-Klänge aus Keyscape: Diese stellen ebenfalls eine ideale Ergänzung zu Omnisphere 2 dar und liefern eine riesige Sammlung einzigartiger Tasteninstrumente.

Wer beide Produkte, Omnisphere 2 und Keyscape, sein eigen nennt, darf sich zudem über ein umfangreiches, kostenloses Erweiterungspaket freuen, Keyscape Creative, mit mehr als 1200 weiteren experimentellen Keyboard-Klängen. Besonders interessant bei diesen Patches ist, dass die aufwendigen Multisamples von Keyscape voll umfänglich über die Omnisphere Engine bearbeitet werden können, also einschließlich FM- und Ringmodulation, Granular-Algorithmen und Klangfahrten via ORB.

Ein Beispiel für eines der zahlreichen außergewöhnlichen und experimentellen Presets aus Keyscape:





Die Architektur im Überblick

Omnisphere 2 ist achtfach multitimbral: Acht Sounds (hier: Patches) können über ebenso viele MIDI-Kanäle simultan gespielt werden.

Für die Produktion im Studio wird man in der Regel einfach verschiedene Klänge in die Patches laden und diese über individuelle MIDI-Kanäle ansprechen. Um die verfügbare Rechenleistung optimal zu nutzen, kann es von Vorteil sein, gleich mit mehreren Omnisphere-Instanzen zu arbeiten, da diese dann von unterschiedlichen Kernen berechnet werden. Es gibt jedoch auch noch den Live-Mode für rasche Soundwechsel auf der Bühne und den Stack Mode für komfortable Split- und Layer-Konfigurationen.

Pro Patch stehen zwei Sounds simultan als Layer zur Verfügung. Über acht Stereoausgänge mischt man die Patches separat ab.

Grundlage eines Patches sind zwei Oszillatoren, die sowohl mit Multisamples als auch mit Wellenformen geladen werden können. Die Klänge beider Oszillatoren werden als Layer übereinander geschichtet, sodass bereits auf Patch-Ebene zwei unabhängige Sounds kombiniert werden können.


Arbeiten am Oszillator

Omnisphere 2 kombiniert die Klangquellen (Multisamples und Wellenformen) mit umfangreichen Optionen auf Oszillatorebene: Frequenz- und Ringmodulation, etwa für disharmonische Drifts, harsche Verfremdungen und metallische Effekte…

Spectrasonics Omnisphere 2

… Waveshaping für destruktive Klänge, Unisono für breite, fette Klänge oder Schwebungen. Mit dem Harmonia-Modul lassen sich feine Verstimmungen oder gleich ganze Vierklänge mit individuellen Intervallen erzeugen.

Schillernde Klangkaskaden und Texturen sowie schräge, tonal abdriftende Sounds gelingen mit dem Granular-Modul:

Spectrasonics Omnisphere 2

Omnisphere 2 verzichtet als vollwertiger Hybrid-Synthesizer auch nicht auf eine Filter- und Modulationsabteilung.

Pro Layer stehen zwei resonanzfähige Multimode-Filter zur Verfügung. Über ein Aufklappmenü erreicht man unzählige Charakteristika für Hoch-, Tief- und Bandpass, dazu eine Reihe von Spezialfiltern, darunter Notch-, Resonator- und Formant-Filter. Die Filter können in ihrem Einfluss auf den Klang gemischt und seriell oder parallel geschaltet werden. Mittels Vorverstärker können sie für härtere Gangarten auch hart angefahren werden.

Spectrasonics Omnisphere 2

Die Auswahl, die geboten wird, ist rekordverdächtig. Wer mit Filtermalereien arbeiten möchte, kann sich hier stundenlang austoben - denn nicht zuletzt können diese Filter auch moduliert werden. Klanglich können die Filter rundum überzeugen: Sie klingen musikalisch, nicht technisch, und stellen eine nicht zu unterschätzende Bereicherung der Klangpalette dar.


Umfassende und komplexe Modulationen

Auch Modulation wird bei Omnisphere 2 großgeschrieben: Auf Layer-Ebene lassen sich bereits diverse Modulationsquellen bestimmten Zielen zuordnen.

Modulationsquellen sind unter anderem sechs LFOs und vier Hüllkurven. Aber auch externe Spielhilfen können hier ohne den Umweg über den MIDI-Lerndialog (den es zusätzlich auch noch gibt) direkt zugewiesen werden:

Spectrasonics Omnisphere 2

Dreh- und Angelpunkt ist die Modulationsmatrix mit 24 Slots (auf zwei Seiten), wo Quelle und Ziel, Modulationsrichtung und -stärke konfiguriert werden. Unter den Modulationszielen fehlt wirklich nichts. Hier finden sich unter anderem alle Oszillator- und Filter-Parameter. Auch die geladenen Effekte können moduliert werden, und nicht zuletzt können auch Modulationsquellen selbst durch andere moduliert werden, sodass beispielsweise sehr eigenwillige und ungleichmäßige LFO-Verlaufsformen realisierbar sind.

Spectrasonics Omnisphere 2

Die Modulationsziele wählt man aus einem Aufklappmenü. Sehr angenehm ist, dass hier nicht sofort das ganze Basis-Repertoire, sondern nur die tatsächlich verwendeten Ziele auftauchen. Baut man etwa neue Effekte in eines der Racks, so erscheinen deren Parameter erst danach. Man verliert sich daher nicht in einem Parameterdschungel.

Die Hüllkurven erreicht man über deren Lupensymbol auf Layer-Ebene, wo auch gleich einige Presets für komplexe Kurven angeboten werden. Die Hüllkurven können über Ankerpunkte erweitert werden und im Loop-Modus als temposynchrone Verlaufsformen agieren, ähnlich wie LFOs mit individuellem Kurvenverlauf. Die Ankerpunkte werden bei Bedarf via Snap auf die Gitterpositionen des Taktrasters gezogen.

Spectrasonics Omnisphere 2

Zusammen mit den fest zugewiesenen Hüllkurven für den Lautstärkeverlauf und die Filtermodulation stehen vier frei zuweisbare Hüllkurven zur Verfügung.

Nicht auf Anhieb zu finden sind die Detailansichten der (wahlweise) temposynchronen, uni- und bipolaren LFOs. Diese tauchen links anstelle des Mini-Browsers auf, wenn man per Rechtsklick auf einen Regler diesem einen Modulator zuweist.
Es wäre schön, wenn sie auch während der Arbeit an der Matrix ohne den oben genannten Arbeitsschritt sichtbar würden.

Spectrasonics Omnisphere 2

Das Angebot an Wellenformen geht auch hier über Standards hinaus und bietet unter anderem Zufallsformen, Heatbeat, Sample & Hold, Bouncing Ball und einiges mehr.

LFOs und loopfähige Hüllkurven bieten zusammen einen mächtigen Werkzeugkasten für groovige Sounds.


Das ORB

Eine Spezialität von Omnisphere, die man schon von der Vorgängerversion kennt, ist das ORB. Hier finden Klangfahrten entlang einer Bahn und quer durch Parameterkonfigurationen statt, die entsprechend gemorpht werden. Das ORB geht damit über einen herkömmlichen XY-Modulator hinaus: Im Feld des ORB sind zahlreiche (unsichtbare) Parameterkonfigurationen verteilt. Durch welche Aspekte des Grundklangs gemorpht wird, entscheidet ein spezieller ORB-Algorithmus. Bastelt man an einem Klang und wechselt zwischendurch zum ORB, so stellt man oftmals fest, dass neue Effekte oder Oszillator-Module (Ringmodulation, FM etc.) vom Algorithmus erkannt und deren Parameter in die Klangfahrt integriert wurden.

Spectrasonics Omnisphere 2

Wer verschiedene Klangmetamorphosen ausprobieren möchte, klickt einfach auf den Würfel, der dem ORB zufällige Parameterkonfigurationen zuweist. Anschließend geht es los: mit der Maus, mit externen Controllern (per Rechtskick). Aber der Fokus des ORB fährt auch ganz alleine durch den Klang und kann durch eine variable Anziehungskraft zur Mitte hin zusätzlich gesteuert werden. Je weiter man sich vom Zentrum entfernt, desto deutlicher werden die Verfremdungen. Fahrten durch das ORB können zudem mit bis zu vier Takten Länge aufgezeichnet und später per Note-On getriggert werden.

Bei der Filmvertonung kann man mit einer Klangfahrt durch das Orb gezielt auf Veränderungen in der Szene eingehen. Stellen Sie sich beim folgenden Audiodemo eine futuristische Umgebung mit seltsamen Flugobjekten vor, die sich entfernen und wieder nähern:



Solche Texturen kann man auch gut als Intro verwenden. Im folgenden Audiodemo habe ich vier Omnisphere-Patches genutzt. Auch die ethnischen Trommeln stammen aus Omnisphere 2.



Dabei hat sich allerdings gezeigt, dass auch auf einem schnellen Rechner (Haswell Extreme-Workstation, Intel Core i7-5930K mit RME Fireface 801) die Puffergröße (und damit die Latenz) schnell erhöht werden muss, wenn nur eine Instanz von Omnisphere verwendet wird und ein Prozessorkern fast alleine die gesamte Berechnung erledigen soll.


Der Arpeggiator

Will man rhythmische Sequenzen oder zyklische Modulationen entwerfen, so bietet sich der Arpeggiator mit 32 Steps an, die in ihrer Notenhöhe, Notenlänge und Lautstärke eingestellt werden. Auch das Einflechten gebunden gespielter Noten ist möglich.

Spectrasonics Omnisphere 2
Anders als bei den meisten Mitbewerbern klingt der Arpeggiator aus Omnisphere 2 nicht stur und maschinenartig, wenn man es nicht will (wie bereits eingangs beschrieben: Man lädt über das Import-Feld am unteren Rand ein MIDI-File, auch per Klicken und Ziehen vom Host-Sequencer aus. Dessen Groove und Micro-Timing wird dann (dosierbar per Strength-Slider) vom Arpeggiator übernommen (nicht die Noten-Reihenfolge).

Groovige Schlagzeug-Beats bieten sich hierfür an. Diese müssen nicht zwingend von Stylus RMX kommen. Auch Toontracks EZdrummer (oder andere virtuelle Drummer) liefert viele Vorlagen lebendiger Rhythmen. Nicht zuletzt klingt es definitiv musikalischer, wenn das Arpeggio und der Beat miteinander harmonieren, anstatt nebeneinander her zu spielen.

Ein weiteres Mittel für eine Humanisierung ist die vorsichtige und gefühlvolle Automation der Regler Speed, Length und Swing.

Neben zahlreichen Patches der Kategorie "ARP + BPM", die vom Arpeggiator Gebrauch machen, gibt es auch eine große Auswahl von fertigen Mustern:

Spectrasonics Omnisphere 2


Die Effekte

Abseits der Klanggestaltung auf Oszillatorebene, durch Modulatoren und mittels ORB, stehen ganze 37 Effekte-Racks mit jeweils vier seriell geschalteten Effektmodulen zur Verfügung. Es versteht sich von selbst, dass diese Fülle an Möglichkeiten nicht dazu dienen soll, einen Klang mit mehr als 100 Effekten zu verbiegen. Das würde sowohl die Hörgewohnheiten des Publikums als auch die CPU überfordern. Der Vorteil liegt vielmehr in der flexiblen Positionierung: Effekte können auf Layer-Ebene, global auf Patch-Ebene, über Patch-Aux-Sends und dazu in vier Aux-Sends eines Multis (mit acht Patches) sowie als finale Master-Effekte eingebaut werden.

Spectrasonics Omnisphere 2
Zur Auswahl stehen ganze 58 verschiedene Effektmodule, davon sind 25 neu in Omnisphere 2. Zur besseren Übersicht sind die Effekte nach Kategorien geordnet, für die schnelle Klanggestaltung gibt es Presets für ganze Racks und auch als Parameterkonfigurationen auf Effektebene.

Bei den neuen Analog-Effekten Phase, Flanger, Vibrato und Chorus wird Vintage groß geschrieben.

Spectrasonics Omnisphere 2

Mit Ausnahme des Chorus sind die Retro-Modulationseffekte zum Tempo synchronisierbar. Bei den Effekten kommen teils Emulationen legendärer Hardware zum Einsatz, etwa Boss- und TC-Chorus sowie der Oberheim Phasor aus dem Jahre 1974.

Der Vintage-Sound, den diese Emulationen erzeugen, ist vom Feinsten und kann locker mit erstklassigen Spezialisten mithalten, für die man oft mehr als 100.- EUR bezahlt. Schade nur, dass Spectrasonics die Omnisphere-Effekte nicht als separates Plug-in Bundle anbietet. Das wäre bestimmt ein Renner.

Auch die Amp/Cabinet-Simulationen können sich sehen und hören lassen:

Spectrasonics Omnisphere 2

Über eine zweite Menü-Seite wählt man ein bestimmtes Abnahme-Mikrofon.

Spectrasonics Omnisphere 2

Es stehen Modelle für alle Genres von Jazz über Blues, Rock und Pop bis zu Metal zur Verfügung.

Spectrasonics Omnisphere 2

Da Omnisphere 2 eine ganze Reihe von gesampelten Gitarren, darunter Strats und zwei PRS-Modelle, beinhaltet, kann man von den Amp/Cabinet-Emulationen regen Gebrauch machen. Abgesehen davon eignen sie sich in Kombination mit anderen Klangquellen für einen gediegenen Lo-Fi-Sound.

Neben den Amps und Cabinets findet sich mit dem Effekt Thriftshop eine Kombination aus Verzerrer und Lautsprechersimulation (Faltungstechnik), die sich vor allem für destruktive Zwecke eignet. Die Auswahl an Lautsprechern ist riesig und beinhaltet unter anderem Megaphon, Telefon, diverse Billig- und Retro-Radios mit und ohne Röhren, Kopfhörer und Fernseher.

Spectrasonics Omnisphere 2

Die Effekte Resonators und Innerspace finden sich in der Kategorie "Creative". Resonators produziert metallische Klangfarben mithilfe von Kammfiltern. Per Rückkopplung kann das Ausklingen der Resonanzen gesteuert werden.

Innerspace liefert Impulsantworten der besonderen Art. Hier findet sich gurgelndes Wasser, raschelnde Plastikfolien, das Knistern einer Vinylscheibe, zerreißendes Papier und vieles mehr. Klangtexturen, räumliche und rhythmische Impulsantworten in großer Auswahl laden zu extravaganten Klangexperimenten ein.

Das resonanzfähige Envelope-Filter mit 27 alternativen Charakteristika reagiert auf den Pegelverlauf des Audiosignals und eignet sich hervorragend, einer rhythmischen Klangquelle typische Filtermodulationen aufzuprägen, die Hand in Hand mit dem Groove ablaufen.

Weitere Highlights unter den neuen Effekten sind das markante, kernige Crying Wah, dessen Filter man idealerweise über ein Expression Pedal (nach MIDI-Lerndialog) steuert…

Spectrasonics Omnisphere 2

… sowie die Verzerrer Stompbox, Metalzone, Foxxy Fuzz und Toxic.

Spectrasonics Omnisphere 2

In puncto Rocksound sollte damit kein Wunsch offenbleiben. Alleine der Stompbox-Effekt beherbergt elf Emulationen klassischer Bodentreter, die man via Aufklappmenü wählt.

Spectrasonics Omnisphere 2

Wie schon erwähnt liegt eine Stärke von Omnisphere 2 in der umfangreichen Modulation, die auch sämtliche Effektparameter der Layer- und Part-Effekteracks einschließt.

Fasst man die Effektmodule am Rand an, so kann man sie per Klicken und Ziehen auch innerhalb eines Racks verschieben, die serielle Reihenfolge also nachträglich ändern. Einziges Manko: Zugewiesene externe Spielhilfen vollziehen dieses Verschieben nicht mit. Hat man beispielsweise das Filter des Crying Wah einem Expressionpedal zugewiesen und tauscht dessen Position mit dem Bandecho Retroplex, so steuert man plötzlich die Dry/Wet-Balance des Echos mit dem Pedal.


Audio Import über den Soundsource Browser, Sample-Extras

Eigene Audiodateien im PCM-WAV- und Aiff-Format bis 24 Bit/192 kHz können importiert und als Klangquellen genutzt werden. Auch Looppunkte werden erkannt (beispielsweise aus Sony Sound Forge 2, Steinberg Wavelab, DSP Quattro). Eine umfangreiche Bearbeitung eigener Samples, etwa zu Multisamples etc., ist nicht möglich. Omnisphere 2 ist kein ausgewachsener, voll editierbarer Sampler. Werkssamples können hingegen bearbeitet werden und bieten individuelle Parameter, etwa mischbare Nebengeräusche oder Mikrofonpositionen. Wer experimentieren will, kann ein spezielles Releasesample eines anderen Instruments aus einem Aufklappmenü auswählen und anhängen.


Der Browser

Ideal für ein erstes Kennenlernen und das schnelle Finden passender Sounds ist der Browser. Zum einen gibt es ihn als Miniaturausgabe links neben der Bedienoberfläche. Von hier aus hat man immer einen direkten Zugriff auf das Klangarchiv:

Spectrasonics Omnisphere 2
Über das Lupensymbol des kleinen Patch Browsers erreicht man die komplette Ansicht:

Spectrasonics Omnisphere 2

Wie in der Abbildung oben zu sehen ist, hilft eine Kategorisierung und diverse Attribute beim Finden des richtigen Klanges.

Das Datenvolumen einzelner Patches ist sehr umfangreich. Doch bereits während des Ladevorgangs kann vorgehört und auch ein neues Patch angewählt werden, ohne dass es zu Audioknacksern oder gar zur Instabilität kommt.

Für das Stöbern durch die Klänge sollte man sich viel Zeit nehmen. Omnisphere 2 glänzt nicht nur mit Masse, sondern auch mit Klangqualität und unzähligen kreativen und geschmackvoll designten Klängen.

Exzellentes bis extravagantes Klangdesign war schon immer ein Markenzeichen von Eric Persing und wird hier auf die Spitze getrieben:

Die Suche nach neuen Klängen für Omnisphere 2 nahm teilweise den Charakter einer Expedition an. Wie klingen etwa Stalaktiten in einer (radioaktiven!) Höhle? Dort war die Crew mit Paddelboot und erlesenem Recording-Equipment unterwegs.



Hier eine weitere Version der Höhlen-Expedition, ein Klang, der sich für geheimnisvolle Szenen oder auch für Meditation eignet. Man beachte die ebenso zarte wie detailreiche Kulisse an Nebengeräuschen:



Experimentiert wurde nicht nur in Höhlen, sondern auch im Studio, wo man beispielsweise einen Hut mit dem Bogen gestrichen…

Spectrasonics Omnisphere 2

… oder analogen Klangerzeugern Befremdliches abgerungen hat, wie beispielsweise beim Patch "Oskar Matzerath", welches sich für unheimliche und bedrohliche Motive eignet:



Bei Oskar Matzerath (aus der Blechtrommel von Günter Grass, Verfilmung durch Volker Schlöndorff) hätte man zwar eher schrille Schreie, zerspringendes Glas und blecherne Trommelwirbel erwartet, doch der atmosphärisch dichte, in sich brüchige und detailreiche Klang hat ohne Zweifel etwas Narratives. Solche einzigartigen Klangkulissen finden sich zu Hauf in der Bibliothek von Omnisphere 2 - nicht nur für unheilschwangere und spannungsgeladene Szenen, auch für freundlich bis romantisch gestimmte Motive. Alle diese Klänge sind kleine, atmosphärisch überzeugende Kompositionen für sich.

Neben dem Patch-Browser, mit dem man die multitimbralen Slots 1 bis 8 der Reihe nach füllen kann, gibt es einen Multi-Browser, der gleich mehrere zueinander passende Klänge lädt, auch vorbereitet als Split- und Layer-Klänge für den Live- und Stack-Mode.

Spectrasonics Omnisphere 2

Der Live Mode


Für den Live-Betrieb gibt es zusätzliche den Live Mode, in dem man zwischen acht verschiedenen Patches mittels Steuertasten des Masterkeyboards (Keyswitches) oder nach MIDI-Lerndialog über einen externen Controller wechselt. Auf diese Weise lassen sich etwa verschiedene Artikulationen eines Instruments umschalten oder zwischen Sounds wechseln, ohne dabei eine weitere Omnisphere-Instanz zu starten oder den MIDI-Kanal zu wechseln.

Per Rechtsklick und MIDI Note Learn bestimmt man die Steuertaste, die den Klang ein- und ausschaltet:

Spectrasonics Omnisphere 2

Als Besonderheit können im Live-Mode auch mehrere Patches gleichzeitig als Layer gespielt werden. Im Switch-Betrieb sind einzelne Patches wiederum so lange aktiv, wie die Steuertaste gehalten wird, vergleichbar mit den sogenannten Hot Keys anderer Sample-Instrumente.

Obendrein können Soundwechsel auch taktgenau eingerichtet werden. Arbeitet man mit Arpeggien oder rhythmischen Klängen, so werden diese beispielsweise erst mit Beginn des nächsten Taktes aktiv. Auf diese Weise wird ungenauen Einsätzen von Rhythmen vorgebeugt.


Der Stack Mode

Im Stack Mode verteilt man die acht Patches eines Omnisphere 2 - Multis auf die Klaviatur. Hier werden Splits eingerichtet und Klänge in Abhängigkeit zur Anschlagsdynamik übereinander geschichtet. Der Stack Mode bietet drei Fenster:

Im Notes-Fenster werden Klänge als Layer oder Splits verteilt und entlang der Klaviatur auch ein- und ausgeblendet. Per Rechtsklick öffnet sich ein Kontextmenü, mit dem wie schon im Live Mode Rhythmen und Arpeggien temposynchron gestartet werden.

Hier werden Rhythmen je nach Notenhöhe unterschiedlich kombiniert:

Spectrasonics Omnisphere 2

Im Velo-Fenster werden die Patches anschlagsdynamisch übereinander geschichtet.

Hier hängt zusätzlich die Lautstärke der einzelnen Rhythmen von der Notenhöhe ab:


Spectrasonics Omnisphere 2

Im CC-Menü überblendet man schließlich zwischen den Patches mit Hilfe eines frei zuweisbaren externen Controllers. Da das Modulationsrad häufig für Filter oder Effekte vergeben sein dürfte, bietet sich beispielsweise ein Expressionpedal an.

Um den Anspruch an die CPU bei Omnisphere 2 - Multis in Grenzen zu halten, empfiehlt es sich bei der Konfiguration im Live- oder Stack-Mode, die leistungsstarken Effektmodule nicht auf Patch-Ebene, sondern als Send-Effekte in den AUX-Kanälen des Multis einzurichten. Wie bereits erwähnt, wird Omnisphere 2 von einem Kern berechnet, es sei denn, der Sequencer selbst verfügt über ein funktionierendes und stabiles Multithreading.

Omnisphere 2 bietet allerdings auch Eco-Optionen wie Lite-Versionen aufwendiger Klänge oder die Möglichkeit, Samples auszudünnen, also nicht benutztes Material aus dem Arbeitsspeicher zu entfernen.


Fazit

Omnisphere 2 ist der mit Abstand am breitesten aufgestellte virtuelle Klangerzeuger, den der Markt Anno 2017 zu bieten hat. Das dürfte auch noch eine Weile so bleiben. Omnisphere 2 wird über Jahre hinweg nicht an Faszination verlieren.

Geboten werden unzählige Instrumente für die Filmmusik und Spielevertonung, darunter Texturen, Klangkulissen und Klangevolutionen, die praktisch produktionsfertig sind. Am anderen Ende des Spektrums kommen aber auch Club/Dance-Geners auf ihre Kosten, und der Reichtum an rhythmischen Sequenzen, den Omnisphere 2 hierfür bietet, dürfte ebenfalls für nächtelange Exkursionen durch den Klangkosmos dieses Chamäleons reichen.

Dem nicht genug finden sich auch zahlreiche aufwendig gesampelte Instrumente. Gitarren, Keyboards, ethnische Instrumente und Seltenes wie beispielsweise die Hang-Drum sind dank zahlreicher Velocity-Layer, Round Robins und diversen Artikulationen, zwischen denen man im Live-Modus umschalten kann, ausgesprochen lebendig spielbar. Im Stack Modus kann man bis zu acht Instrumente über die Tastatur verteilen - horizontal als Splits oder vertikal als anschlagsdynamische Layer.

Omnisphere 2 glänzt durch eine Audioqualität auf Referenzniveau und viele enorm detailreiche Sounds. Das Klangdesign und die kreative Fantasie, welche Spectrasonics hier entfalten, sind unübertroffen. Davon zeugen zahlreiche ebenso extravagante wie rundum gelungene Experimente, etwa der Sound von Stalaktiten mit subtiler Hintergrundkulisse eines Höhlen-Labyrinths oder ein mit dem Bogen gestrichener Hut.

Omnisphere 2 ist aber nicht nur eine unerschöpfliche Fundgrube an erstklassigen Instrumenten, sondern auch ein leistungsstarkes Klanglabor, das zu eigenen Exkursionen einlädt: Multisamples und Wellenformen für virtuell-analoge Klänge gehen als Dual-Layer Hand in Hand. Frequenz- und Ringmodulation auf Oszillatorebene, ein enorm breites Spektrum an Filtern, eine prall gefüllte Modulationsabteilung mit temposynchron loopfähigen, zeichenbaren Hüllkurven, Klangfahrten via Orb und nicht zuletzt mehr als 50 sorgfältig emulierte Effekte lassen keine Wünsche offen. Die Effekte erreichen dabei das Niveau von Spezialisten.

Omnisphere 2 ist kein CPU-Killer und kann auch live eingesetzt werden. Wer aufwendige Multis mit vielen Effekten betreiben will, sollte allerdings über einen Rechner mit schnellen Prozessoren verfügen.

Reizvoll ist die Kombination mit Spectrasonics Keyscape, nicht nur, weil dadurch viele seltene Tasteninstrumente aus den letzten 600 Jahren hinzukommen, sondern weil man als Besitzer beider Versionen Keyscape Creative kostenlos erhält - eine Sammlung extrem farbenprächtiger, oftmals abgedrehter Klänge - Klangerlebnisse, die man anderswo vergeblich sucht.

Des Weiteren bietet sich die Kombination mit Stylus RMX für alle an, die im Pop/Dance Bereich mit Arpeggien und Klangsequenzen unterwegs sind, denn die Übertragung des Micro-Timings von Stylus Grooves auf die Arpeggien aus Omnisphere liefern mitreißende Beats, die richtig in die Beine gehen und wegen des perfekten Zusammenspiels äußerst virtuos klingen. (Nebenbei: Das funktioniert auch mit MIDI-Grooves anderer Anbieter, etwa den virtuellen Drummern von Toontrack.)

Angesichts der riesigen Sammlung von mehr als 12.000 durchweg überzeugenden und vielfach faszinierenden Klängen einerseits und des tief editierbaren Klanglabors andererseits, geht der Preis völlig in Ordnung. Leider kann man die tollen Effekte nicht außerhalb von Omnisphere 2 als separate Plug-ins nutzen. Wer mit Omnishpere 2 arbeitet, braucht so schnell keinen weiteren Synthesizer.

Plus
  • aktuell der leistungsstärkste virtuelle Hybrid-Klangerzeuger
  • riesige Sammlung ausdrucksstarker, phantasievoller Klänge für alle denkbaren Motive
  • breites Spektrum von der Filmmusik bis zu EDM
  • viele einzigartige Experimental-Sounds und seltene Instrumente
  • Audioqualität auf Referenzniveau
  • tief editierbares Klanglabor ohne große Lernhürden
  • umfangreiche Modulationsmöglichkeiten
  • große Sammlung exzellenter Effekte (Emulationen, Faltungstechnologie.)
  • achtfach multitimbral mit Live- und Stack-Modus

Minus
  • keine Standalone-Version
  • kein Undo/Redo
  • hohe Anforderungen an die CPU bei komplexen Multis

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