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Toontrack Superior Drummer 3

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Toontrack Superior Drummer 3, erstklassiger Drum-Sampler großer Library und integriertem Mixer, für Windows und Mac, Lizenzcode
Toontrack Superior Drummer 3

Superior Drummer ist mehr als eine Sample-Library mit Schlagzeugklängen. Mit Superior Drummer 3 erhalten Sie eine komplette Produktionsumgebung zum erstellen von Drumtracks und Loops. Eine große Drum-Library mit über 230 GB Sample-Content steht ihnen zur Verfügung, um mit 6 Drumsets, 25 Snares, 16 akustischen Bassdrums und über 350 elektronischen Sounds beeindruckend schlagkräftige Tracks zu produzieren.

Features
  • Weit über 230 GB unbearbeiteter Drumsounds in höchster Klangqualität (44.1 kHz/24 bit)
  • 6 interne Drumsets (Gretsch, Ayotte, Pearl, Yamaha, Ludwig, Premier)
  • 25 akustische Snares, 35 verschiedene aufgenommene Konfigurationen
  • 16 akustische Bassdrums, 27 verschiedene aufgenommene Konfigurationen
  • Aufgenommen mit 11 zusätzlichen Surround-Mikrofonen für extrem realistische "immersive" Hörerfahrung
  • Wiedergabe in Stereo, 5.x Surround und bis zu 11.x Systemen
  • Aufgenommen, gemischt und produziert von George Massenburg
  • Integrierte Konvertierung realer Audiospuren zu MIDI
  • Über 350 elektronische Sounds von klassischen und vintage Drum-Machines
  • 35 neue interne Mixer-Effekte
  • Neue Core-MIDI Library mit weit über 1.600 individuell eingespielten MIDI-Grooves/Fills
  • Völlig neues, intuitives und frei skalierbares Interface mit herauslösbaren Tab-Fenstern
  • EDIT-PLAY-STYLE, TAP2FIND, Song Creator Funktionen und stark verbesserter Work ow mit Search-Browser Funktionalität für Sounds, MIDI usw.
  • Integrierter MIDI Grid-Editor
  • DAW Automation für die internen neuen Macro-Controls
  • Drag & Drop Import und Integration von individuellen eigenen Samples jeder Art
  • Support für Keyboard Shortcuts
  • Lieferung als Lizenzcode, Datenträger mit Core Library ist separat erhältlich

Superior Drummer 3 wurde auf der bewährten Grundlage seiner legendären und erfolgreichen Vorgängerversion Superior Drummer 2.0 von Grund auf neu designt und bietet nun einen völlig neuen und stark verbesserten intuitiven Workflow, unzählige neue Features, integrierte Audio-to-MIDI Konvertierung, 35 neue Mixer-Effekte, frei skalierbare und herauslösbare Interfaces und Fenster, eine völlig neu erstellte riesige interne MIDI-Library sowie eine bisher in keiner anderen Software verfügbare extrem umfangreiche interne Sound-Library an unbearbeiteten Drumsounds höchster Klangqualität.

Die riesige interne Core-Sound Library umfasst weit über 230 GB an unbearbeiteten Drumsounds in höchster "Immersive Sound" Klangqualität aufgenommen und produziert bei keinem Geringeren als Engineer-Legende und mehrfachem Award-Gewinner George Massenburg in den Galaxy Studios - das weltweit leiseste Recording-Studio, und somit bestens geeignet für Sound-Sampling. Zusätzlich zur großen Auswahl an Direktmikrofonen der Einzelinstrumente, den beiden Overheads-Konfigurationen und den klassischen Ambience-Mikrofonen bietet Superior Drummer 3 insgesamt 11 zusätzliche Raum-Mikrofone die nicht nur für beeindruckende Stereo-Mixes genutzt werden können sondern ebenfalls dazu verwendet werden können, umfangreiche Surround-Setups von traditionellem 5.1 über 7.0, 9.0 bis hin zu 11.0 zu realisieren. In Kombination mit der riesigen Auswahl an zusätzlichen Instrumenten und elektronischen Sounds unzähliger Vintage Drum-Machine-Klassiker für internes Stacking und kreatives Sound-Design bietet Superior Drummer 3 eine bisher noch nie dagewesene Fülle an klanglichen Möglichkeiten, damit Sie die Drumsounds Deiner wildesten Sound-Vorstellungen realisieren können.

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Aus steuerrechtlichen Gründen können wir ab dem 1. Januar 2015 Online-Lizenzen nicht mehr elektronisch in EU-Länder übermitteln. Wir müssen Lizenzcodes als Paket verpackt verschicken und bitten um Ihr Verständnis. Bestellungen aus Deutschland werden wie gewohnt per Email abgewickelt.



Testbericht Toontrack Superior Drummer 3
Der virtuelle Drummer von Toontrack spielte schon in der Version 2 in der Oberliga mit. Die dritte Generation wurde nun von Grund auf überarbeitet und hat zahlreiche neue Features an Bord.

Toontrack Superior Drummer

Schon alleine die rekordverdächtige Größe von mehr als 235 GB Samples (nach rund 25 GB bei Superior Drummer 2) markiert den Führungsanspruch unter den Schlagzeug-Boliden. Keine andere Drum-Library ist in ihrer Grundausstattung derart breit aufgestellt. Doch dem nicht genug: Superior Drummer bietet Möglichkeiten der Klang- und der Groove-Gestaltung, die man so anderswo nicht findet.

Die wichtigsten Merkmale im Überblick:

  • Sieben neue akustische Schlagzeug-Kits (Ayotte, Gretsch, Ludwig Classic und Concert, Pearl, Premier und Yamaha), darunter 25 Snares und 16 Bassdrums
  • zahlreiche zusätzliche Einzelinstrumente, unter anderem 350 E-Drums
Toontrack Superior Drummer
  • umfangreiche Ausstattung mit Artikulationen (bis zu 34 bei den Hi-Hats)
  • alternative Schlegel: Besen, Rods und Mallets
  • Mehrkanalton von Stereo bis zu 11.x
  • voll kompatibel mit Toontrack EZX und SDX-Libraries (aus EZdrummer und Superior Drummer 2)
  • Stacks: Drumsounds können übereinander geschichtet und vielseitig kombiniert werden. So entstehen auch Hybridsounds mit Samples akustischer und elektronischer Instrumente.
  • Sounds von Drittanbietern können importiert werden.
  • Import eigener Samples
  • Mixer mit flexiblem Routing, Bussen und Sends
  • Übersprechungen der Nah-Mikrofone für jedes einzelne Mikrofon separat regulierbar
  • 35 Insert Effekte im Mixer
  • Umfangreiche Groove-Library mit mehr als 1600 Presets
  • intelligente Bearbeitung vorhandener Grooves (u. a. Verdichten oder Reduzieren von Schlagfolgen einzelner Instrumente; Song Creator erstellt komplette Arrangement-Vorlagen auf der Basis eines Patterns)
  • Tracker: Umwandlung von Audio in MIDI mit intelligenter Hit-Point-Erkennung zum Ersetzen oder Doppeln bereits vorhandener Drumtracks
  • Editieren von Schlagabfolgen und (Micro-) Timing im neuen Grid Editor
  • stufenlos skalierbares Interface
  • Erstellen eigener Fenster-Layouts (auskoppelbare Fenster)

Die breite Auswahl an Drum-Instrumenten einschließlich der elektronischen Gilde macht diese Library für viele Genres interessant, von Pop/Rock über Jazz und Blues bis hin zu Club/Dance. Um diese Spannweite mit Mitbewerbern abzudecken, benötigt man in der Regel eine Grundausstattung und mehrere Erweiterungs-Kits.

Aufgenommen wurde die Library in den renommierten Galaxy Studios, Belgien, die eine außergewöhnlich ausbalancierte Akustik bieten.

Leitender Toningenieur war niemand anderer als George Massenburg; hochdekorierter Toningenieur (und Erfinder des parametrischen Equalizers).

Als Besonderheit wurden dabei nicht nur die üblichen Nah-, Overhead- und Raum- bzw. Surroundmikrofone eingesetzt, sondern weitere Mikrofone in hohen Überkopf-Positionen (zwei Front-Höhenmikros, vier rückwärtige), um einen umfassenden Klang bereitzustellen, wie man ihn bislang bei Schlagzeug-Librarys noch nicht erlebt hat. George Massenburg bezeichnet diesen aufnahmetechnischen Ansatz nicht zu unrecht als "revolutionär".

Besondere Anerkennung verdient Norman Garschke, seines Zeichens studierter Schlagzeuger, Toningenieur, Produzent, Dozent und vor allem Mastermind bei Toontrack, wenn es um die richtigen Grooves geht: Er hat sämtliche Grooves mit virtueller Präzision und einem bemerkenswerten Gefühl für die unterschiedlichen Genres eingespielt, sodass dynamisch akzentuierte, lebendige Beats entstanden sind. Solche Beats mit gekonnten Micro-Timing können von Nicht-Schlagzeugern über ein Keyboard auch mit intelligenter Quantisierung kaum realisiert werden und stellen eine enorme Bereicherung für jeden Produzenten dar.


Warum das Ugrade? Braucht man die neue Version überhaupt, wenn man mit Superior Drummer 2 und EZdrummer glücklich ist?

Klare und kurze Antwort: Wer hier nicht zugreift, verzichtet auf das umfangreichste Upgrade, dass die Branche gesehen hat. Alleine der Zuwachs an Klangmaterial und Instrumenten ist immens. Noch mal zur Erinnerung: Superior Drummer 2 verfügte über 25 GB in der Grundausstattung. Der Upgrade-Preis ist zudem erfreulich niedrig angesetzt.

Um es ganz deutlich zu machen: Hier wurde eine komplett neue Core-Library entwickelt, und auch die Engine ist so umfangreich erweitert worden, wie man es auch bei "großen" Upgrades selten erlebt.

Hinzu kommt der einzigartige Sound, den das Team um George Massenburg verwirklicht hat. Dieser hebt sich deutlich von anderen Drum-Libraries ab. Die akustischen Drums in ihrer reinen, nicht mit Effekten bearbeiteten Form, klingen absolut edel, ohne dabei unnatürlich stilisiert oder aufpoliert zu wirken. Superior Drummer 3 bietet Schlagzeug pur mit idealer Raumakustik, ergänzt durch Klangdesign-Kits mit neuen, ausdrucksstarken Kreativsounds.

Der Mehrkanalton ist nicht nur für Hollywood-Kinosound interessant, wo 11.x gefragt ist. Im Stereo-Betrieb bedeutet 11.x, dass entsprechend viele Mikrofone zur Verfügung stehen, die einen satten, vollen Raumklang ergeben.

Hier ein Beispiel mit dem Ayotte Kit (ohne Effekte), zunächst mit der üblichen Surround-Mikrofonierung (einschließlich aller Nahmikrofone)…



…und nun mit den sechs weiteren Mikrofonen…



…bzw. diesen Mixer-Kanälen:

Toontrack Superior Drummer

Und weil es so gut klingt, noch ein zweites Beispiel. Hier kommen Effekte wie Transienten-Tool, Röhrensättigung, Kompressor und Bandecho zum Einsatz:



Der Klang ist bereits ausgesprochen voll und beeindruckend. Mit den zusätzlichen Mikrofonen aus dem 11.x - Setup wird es noch um eine Dimension wuchtiger:



Praxistipp:

Im Stereobetrieb sind die zusätzlichen Raummikrofone nicht in jedem Kit sichtbar und meist ausgeschaltet, teils aber dennoch angelegt. Um sie ins Spiel zu bringen, klickt man im Mixer auf Edit Visability (in der folgenden Abbildung oben rechts).

Toontrack Superior Drummer

Damit die Raummikrofone auch aktiv werden, klickt man auf das kleine Dreieck über dem Blend-Level-Regler, ganz oben in jedem Kanalzug, und schaltet sie über das Aufklappmenü ein ("Enable Blend from all Instruments").

Toontrack Superior Drummer

Feinjustierungen sind ebenfalls möglich: Für jedes Mikrofon kann der Anteil aller Instrumente, die darüber abgenommen werden, eingestellt werden:

Toontrack Superior Drummer

Zum Thema Mikrofone und Datenmenge: Die riesige Datenmenge geht bei weitem nicht alleine auf die zusätzlichen Mikrofone zurück, sondern erklärt sich vor allem durch die große Auswahl an Instrumenten, die in vielen Artikulationen, hoher dynamischer Auflösung und zahlreichen Round Robins geboten werden.

Hier die Auswahl an akustischen Snares, die sich wie ein Who ist Who der Instrumente dieser Gattung liest:

Toontrack Superior Drummer
Ludwig, Ayotte, Gretsch, Pearl, Sonor, Tama, Rogers … Hier werden alle gängigen Stile und Klangvorstellungen bedient.

Eines der vielen Highlights sind die Snare-Artikulationen mit Besen-Spielweise, die in allen denkbaren Facetten vorliegen und von Pianissimo an aufwärts über eine lückenlose dynamische Auflösung verfügen. Sogar feinste, leichte Besen-Wischer über das Fell sind vorhanden - eine Seltenheit unter den Drum-Librarys.

Ähnlich umfangreich ist die Auswahl an Bassdrums und Toms. Der Zukauf von Erweiterungspaketen für die Trommeln steht bei solch einem üppigen Angebot erst einmal nicht an.

Zum Blech: Vier akustische Hi-Hats sind an Bord, die teils auch mit Besen, filzbezogenen Mallets und Rods gespielt werden:

Toontrack Superior Drummer

Bei den Becken gibt es alles, was das Herz begehrt: Splash-, Crash-, Ride-, China-Becken, unter anderem von Zildjan, Masterwork und Paiste. Wer noch mehr Blech haben möchte, sollte sich Progressive Foundry SDX anschauen.

Schon die Vorgängerversion war mit Spielweisen reichlich gesegnet. Bei Superior Drummer 3 bleibt wirklich kein Wunsch offen.

Toontrack Superior Drummer

Hier ist wirklich jede Schlagtechnik enthalten. Bei der Snare ist die Auswahl ebenso lückenlos:

Toontrack Superior Drummer

Einen großen Fortschritt stellt die Fusion der EZdrummer Songwriting-Engine mit dem Instrumentenangebot und dem Mixer von Superior Drummer dar. In Superior Drummer 2 konnte man lediglich Grooves als MIDI-Files in den Host-Sequencer ziehen.

Nun ist es möglich,
  • die Grooves detailliert im Edit Play Style-Menü zu bearbeiten,
  • etwa einen Beckenschlag als Opener hinzuzufügen,
  • die Powerhand von der Snare auf ein Tom oder die Hi-Hat zu verschieben,
  • die Schlagdichte und Anschlagsdynamik jedes einzelnen Instruments zu verändern,
  • Schläge im Aufnahmemodus hinzuzufügen,
  • Patterns zu arrangieren (Copy & Paste, Stummschalten, Schneiden, Entfernen, Löschen einzelner Instrumente aus einem Pattern …).

Toontrack Superior Drummer

Neben dem globalen Quantisieren eines Patterns kann im Grid Editor jeder einzelne Schlag bearbeitet werden:

Toontrack Superior Drummer

Solche Arbeit erledigt man normalerweise im Host-Sequencer. Dass man Superior Drummer dafür nicht verlassen muss, bringt den Vorteil mit sich, dass Änderungen an der Komplexität eines Patters und das Feinjustieren des Timings Hand in Hand gehen.

Toontrack hat den Song Creator des EZdrummers aber nicht einfach übernommen, sondern auch erweitert. Nun können alternative Tracks angelegt werden. Und nach wie vor bastelt der Song-Creator auf Knopfdruck ein komplettes Arrangement und stellt gleich mehrere Variationen für Intro, Strophe, Bridge, Pre-Refrain, Refrain, Fills und Endings bereit.

Toontrack Superior Drummer

Ein weiteres Highlight sind die Effekte, 35 an der Zahl. Hier finden sich zahlreiche Emulationen analoger Klassiker und dank tiefer Editierbarkeit massenhaft Optionen für ein kreatives Klangdesign. Die Effekte wären einen Test für sich wert. Ich komme weiter unten in einem eigenen Kapitel darauf zurück.


Erstes Kennenlernen

Der Superior Drummer bietet die Menüs Drums, Grooves, Mixer und Tracker.

Die Browser sind in die entsprechenden Fenster integriert: Im Drum-Menü lassen sich Kits und Instrumente über Aufklappmenüs an verschiedenen Stellen importieren. Unter Add Instrument? Search for Instrument erreicht man einen komfortablen Attribute-Browser. Das Grooves-Fenster bietet den Zugang zu allen Patterns aller vorhandenen Toontrack-Libraries, ebenfalls mit Attributen. Aber der Reihe nach:

Wenn man mit Superior Drummer startet, möchte man sich zunächst einmal die Kits anhören und Grooves ausprobieren. Die Kits erreicht man alle über die Kopfzeile per Aufklappmenü. Hier kann man auch zwischen der Superior Drummer 3 - Library und anderen EZX- und SDX-Erweiterungen wechseln, soweit man über solche bereits verfügt.

Das Angebot an Kits sieht folgendermaßen aus:

Toontrack Superior Drummer

In der rechten Spalte sehen Sie eine Auswahl der Vorlagen für elektronische Drums, entworfen von Richard Devine. Akustische Kits mit fertigem Klangdesign, also Mixer- und Effekteinstellungen, finden sich in großer Zahl - neben den Clean Kits. Will man aus diesen Kits nur einzelne Instrumente, Mixer-Einstellungen und/oder fertig konfigurierte Macro Controls laden, so ist das ebenfalls möglich:

Toontrack Superior Drummer

Wer nicht selbst an seinen E-Pads sitzt oder über ein Keyboard trommeln möchte, wird sich im nächsten Schritt nach dem passenden Groove umsehen. Die Grooves finden sich im gleichnamigen Menü, welches man entkoppeln und auf einen großen Monitor legen sollte, soweit vorhanden, denn das Angebot ist riesig.

Toontrack Superior Drummer

Über die Attribute Genre, Stil, Type, Taktart, Power Hand gelangt man schnell zur passenden Auswahl. Zur Orientierung werden auch das Originaltempo und die Taktlänge angezeigt. Die Grooves kann man hier vorhören, dazu auch im fliegenden Wechsel ein anderes Kit laden und den ausgewählten Groove anschließend in den Track im unteren Bereich des Hauptfensters ziehen:

Toontrack Superior Drummer

Die unterschiedlichen Farben markieren Intro, Strophe, Fills, Bridge, Pre-Chorus, Chorus und Endings. Dort können die Patterns wie bereits beschrieben arrangiert werden.

Es lohnt sich, mit Grooves und Kits zu experimentieren. Hier eine Zusammenstellung von Patterns mit dem Kit Cobweb von Andreas Estensen:

Die Instrumentierung ist sparsam…

Toontrack Superior Drummer

…der Sound umso beeindruckender - sehr kreativ, was Herr Estensen hier abliefert.



Die selben Patterns mit dem Kit Nebula von Richard Devine:

Toontrack Superior Drummer




Gestalten von Instrumenten

Im Drums-Fenster kann man nicht nur einzelne oder gleich mehrere Instrumente (per STG/Cmd + rechte Maustaste) laden…

Toontrack Superior Drummer

…sondern diese auch modifizieren. Ein blauer Rand markiert das ausgewählte Instrument.

Toontrack Superior Drummer

In der rechten Sidebar
  • stellt man die Lautstärke ein,
  • stimmt das Instrument um plus/minus zwei Oktaven,
  • zeichnet eine ADSR-Lautstärke-Hüllkurve mit Offset und logarithmischer oder exponentieller Form im Release,
Toontrack Superior Drummer
  • zeichnet eine Tonhöhenkurve mit bis zu acht Ankerpunkten oder weist Echtzeit-Tuning einem externen Controller zu,
  • gestaltet eine Velocity-Kurve mit zehn Ankerpunkten und Velocity Gate, wenn man verhindern will, dass sehr sanfte oder extrem starke Tastenschläge den Klang triggern
  • und hebt mit Soft Hit Level die Lautstärke sehr sanfter Anschläge bei Bedarf an, etwa um Ghost Notes einer Snare besser hörbar zu machen.

Toontrack Superior Drummer

Um einen maximal lebendigen Klang zu erzielen, schaltet man Hit Variation ein und wählt eine adäquate Anzahl von alternativen Samples für die unterschiedlichen Dynamikbereiche. Begrenzungen sind an dieser Stelle angebracht, wenn man mit vielen Effekten und bei geringer Latenz arbeitet. Sollte das System in den Grenzbereich seiner Belastbarkeit abdriften, bietet sich vor allem eine Limitierung der Stimmenzahl an.

Toontrack Superior Drummer

Grundsätzlich ist es von Vorteil, wenn man die Library auf einer schnellen SSD Festplatte installiert. Die Kits sind teilweise über 2 GB groß, was sonst zu nicht unerheblichen Ladezeiten führen würde, und auch für das Sample-Streaming bei geringen Latenzen ist man mit einer SSD auf der sicheren Seite.

Über MIDI Mapping legt man Artikulationen auf bestimmte Tasten und erreicht ein komfortables Menü, in dem man speziell für entsprechend ausgelegte E-Drums bis zu drei Artikulationen pro Pad laden und den Zonen der Spielfläche zuweisen kann.

Toontrack Superior Drummer

Wer nicht über E-Drumpads einspielt, kann zwischen diesen Artikulationen über einen externen Controller wechseln, etwa per Modulation-Rad oder Expression-Pedal (nach MIDI-Lerndialog).

Unterm Strich bietet Superior Drummer dank einer genau definierbaren Dynamik mit abwechslungsreichen Sample-Variationen ein ausgesprochen nuanciertes, lebendiges Spiel. Letztendlich ist ein authentisches Spielgefühl und ein natürliches Klangerlebnis das A und O eines virtuellen Drummers. Auch hier präsentiert sich das Toontrack-Produkt als makellos und darf ohne Übertreibung als neue Referenz betrachtet werden.

Spielt man Superior Drummer 3 über Pads oder entsprechend geübt über eine Klaviatur, kommt ein echtes Spielerlebnis wie an einem optimal abgenommenen, akustischen Kit auf, das große Freude bereitet. Lässt man ein Groove-Arrangement durchlaufen, so macht es nicht minder Spaß, in Echtzeit eine Snare, Hi-Hat, Bassdrum, Toms bis ins Detail zu formen.


Zusätzliche Instrumente

Wie man Instrumente übereinanderlegt, haben wir beim MIDI Mapping schon gesehen. Darüber hinaus ist es aber auch möglich, weitere Instrumente zu laden und diese eigenen Tasten zuzuweisen. Das funktioniert über die Schaltfläche "Add Instrument" und anschließend "Search for Instrument".

Toontrack Superior Drummer

Unter "Electronic" trifft man auf eine riesige Auswahl an Bassdrums und Snares, darunter Klassiker legendärer Beat-Machines und viele Exemplare, die bereits effektvoll aufbereitet sind - praktischerweise alle mit Vorhörfunktion.

Neben den elektronischen Drums und sämtlichen Instrumenten der akustischen Kits gibt es Percussion wie Single und Group-Claps, Kuhglocken, Tamburin und Shaker.

Toontrack Superior Drummer

Um die neuen Instrumente auch über die Tasten zu erreichen, klappt man in der rechten Sidebar das Menü "Show/Hide MIDI Mapping Keys" auf und verschiebt bei Bedarf die Trigger-Tasten der neuen Instrumente.

Toontrack Superior Drummer

Superior Drummer 3 ist derart umfangreich mit Artikulationen ausgestattet, dass oftmals (fast) alle 127 Tasten belegt sind. Selbst eine 88er Klaviatur muss man also transponieren, um an alle Spielweisen heranzukommen.

Schaut man sich das MIDI-Mapping genauer an, kommt man aus dem Staunen nicht heraus: Alleine die akustische Hi-Hat verfügt über 34 Artikulationen, darunter 6 Open Tip, 5 Open Bell und 3 Open Edge-Artikulationen. Wo diese genau angesiedelt sind, erfährt man, indem man im MIDI Mapping Menü auf "Show in MIDI Mapping Keys" klickt:

Toontrack Superior Drummer

Trotz des riesigen Umfangs an Artikulationen verliert man daher nicht den Überblick. Die Artikulationen abseits der fertigen Grooves selbst gekonnt einzuspielen ist natürlich eine andere Sache.


Import eigener Samples

In Superior Drummer 3 kann man nach Herzenslust eigene Samples importieren, Stacks bilden und sogar an der Anschlagsdynamik solcher Stacks arbeiten - in diesem Umfang einzigartig unter den virtuellen Drummern und geeignet, neue Horizonte zu erschließen. Deshalb schauen wir uns dieses interessante Feature genauer an:

Man startet über das kleine Import-Fenster:

Toontrack Superior Drummer

Auf diese Weise produzierte Stack-Hits werden anschließend als solche im Mapping Menü angezeigt:

Toontrack Superior Drummer

Alle Samples eines Stacks werden zunächst unabhängig von der Anschlagsdynamik zusammen abgespielt. Stacks sind in diesem Stadium gedoppelte Sounds, keine Velocity-Layer.

Über "Add Instrument" lassen sich sowohl eigene Samples als auch Samples des Superior Drummer 3 und darüber hinaus aller vorhandenen Toontrack-Drummer-Librarys zu einem Stack zusammenfügen. Hier habe ich spaßeshalber vier Bassdrums und einen Beckenschlag auf eine Taste gelegt:

Toontrack Superior Drummer

Es kommt aber noch besser: Jedes einzelne Instrument eines Stacks kann über sämtliche Instrumenten-Parameter individuell gestaltet werden - etwa mit den Lautstärke- und Pitch-Hüllkurven, der Rückwärts-Option, der Velocity-Kurve und der Velocity-Gate-Funktion. Über die beiden Velocity-Funktionen ist es dann doch noch möglich, anschlagsdynamisch gestaffelte Layer zu erzeugen. Man stellt die Kurven und das Gate der einzelnen Instrumente einfach so ein, dass sie nur in einem bestimmten anschlagsdynamischen Bereich erklingen.

Zum Beispiel so:

Toontrack Superior Drummer

Hier würde das Becken, das zusammen mit diversen Bassdrum-Hits in einem Stack liegt, nur im Velocity Bereich zwischen den Werten 45 und 101 getriggert.

Und es geht noch weiter: Die Sounds lassen sich per Links-Klick auf die Icons einzeln probehören, mittels Rechts-Klick öffnet sich ein weiteres Kontextmenü. Unter anderem können hier einzelne Sounds des Stacks wieder entfernt, durch andere Samples überschrieben oder auch individuellen Mikrofonen und damit Mixer-Kanälen mit eigenen Effekten zugeordnet werden:

Toontrack Superior Drummer

Das zeigt, wie groß die gestalterische Freiheit bei Superior Drummer geschrieben wird. Die Möglichkeiten, auch eigene, komplexe Kits mit individuellem Mikrofonrouting und Effekten zu erzeugen, sind schier grenzenlos. Der virtuelle Drummer wird hier zu einem regelrechten Klanglabor. Kein Mitbewerber dieses Marktsegments kann dabei mithalten.


Der Mixer

Um den Mixer in voller Pracht zu erleben, braucht man einen XXL-Monitor. Da trifft es sich gut, dass man die Sichtbarkeit einzelner Kanäle auf die Schnelle verändern, etwa die Mikrofone, Busse und Ausgänge zusammen oder auch einzelne Kanäle ein- und ausschalten kann.

Toontrack Superior Drummer

Alle akustischen Instrumente in allen Spielweisen wurden mit einheitlicher Mikrofonierung aufgezeichnet. Dabei ging Toontrack über das übliche Maß weit hinaus. Zwei Snare-Mikros (Top und Bottom, Letzteres in Stereo) gleich drei Bassdrum-Mikros, zwei Overheads (dynamische und Kondensatormikros), drei Ambient-Kanäle und sechs Surroundkanäle (Front L/R, Center, Surround L/R, Front Height, Rear Height und Rear Height Wide) bieten einen bislang unerreichten Umfang an Mikrofonierungsoptionen.

Alle Stereo-Mikrofonierungen (Overheads, Ambience, Surround-Mikros) verfügen über separate Panner für das linke und das rechte Mikrofon. Insgesamt sind (ohne Overheads) 17 Raummikrofone am Start.

Toontrack Superior Drummer

Oben rechts im Mixer stellt man ein, ob man im Stereo- oder Mehrkanalbetrieb arbeitet. In der rechten Sidebar lassen sich Übersprechungen für jeden Mikrofonkanal und zwischen allen Mikrofonen justieren - samt Phasenumkehrschalter. Auch hier hat man wieder Zugriff auf die einzelnen Instrumente eines Stacks (siehe vorheriges Kapitel).

Baut man eigene Samples oder Instrumente anderer Toontrack-Libraries ein, so stimmt natürlich die Aufnahmesituation nicht überein. Um das auszugleichen, hat man die Option zwischen dem Routing zu den vorhandenen Nahmikrofon-Kanälen oder der Einrichtung eines User-Mixerkanals.

Sogar Laufzeitunterschiede zwischen den Mikrofonen lassen sich über Time Offset korrigieren.


Effekte und Modulationen über Makro-Regler

Die Effekte werden im Mixer als Inserts eingebaut. Ganze 15 Slots stehen pro Kanalzug zur Verfügung. Das dürfte wirklich mehr als genug Spielraum bieten, auch für extravagantes Klangdesign. Erfreulicherweise sind die internen Effekte in ihrem Anspruch an die CPU recht genügsam. Toontrack hat bereits mit EZmix gezeigt, dass gut klingende Effektketten nicht zwingend CPU-Killer sein müssen. Die Effekte von Superior Drummer 3 stammen jedoch nicht aus dem EZmix - Repertoire, sondern von Overloud.

Alle 35 Effekte mit allen Funktionen darzustellen, würde den Rahmen dieses Tests sprengen. Im Folgenden habe ich einige Module herausgegriffen, die ich besonders interessant finde:

Das Transient Modul verfügt über einen (internen) Sidechain-Input. Auf diese Weise lassen sich etwa die Transienten einer Bassdrum leicht herunterfahren, wenn gleichzeitig tief gestimmte Toms gespielt werden.

Toontrack Superior Drummer

Auch einige der Kompressoren verfügen über die Sidechain-Funktion. Die Liste der Dynamikwerkzeuge verrät,…

Toontrack Superior Drummer

…dass auch eine Emulation des Fairchild Limiters an Bord ist,…

Toontrack Superior Drummer

…hier mit zusätzlichem Mid/Side-Modus. Er macht ordentlich Dampf bei einer Snare und Druck bei Toms und Bassdrum. Die Emulation des "Heiligen Grals" unter den Kompressoren (Kommentar von Toontrack) ist rundum gelungen.

Auch ein Multibandkompressor mit vier Bändern, variablen Crossoverfrequenzen und zusätzlichem High-Pass Filter fehlt nicht.

Toontrack Superior Drummer

Damit kann man schon einiges machen - aber als weniger versierter Toningenieur auch verschlimmbessern. Ein paar Presets mehr als nur Kick Enhance, Presence und Drum Bus Lift, wären beim Multiband-Kompressor schön gewesen.

Unter den Halleffekten finden sich die Module Plate, Room, Hall, Spring, Classic und Inverse. Hier werden mit Raumgröße und -form, Diffusion, Klangfarbe, Dämpfung, temposynchronem Pre-Delay und temposynchroner Halldauer alles in allem überdurchschnittliche Ausstattungen geboten. Auch der Klang der algorithmischen Raumsimulatoren kann sich hören lassen und harmoniert gut mit den Aufnahmen von George Massenburg.

Mit diesem Equalizer können Sie jeden Sound in Form bringen:

Toontrack Superior Drummer

Die über Anfasser zeichenbare Hüllkurve und die Auswahl aus 10 Charakteristika (diverse Cut-, Shelf-, Bell-, Pass-, Notch-Filter) macht aus ihm ein mächtiges, vielseitiges Werkzeug.

Speziell EDM-Beats, die auf die Elektronischen Drums zurückgreifen, kann man mit dem Creative-Filter effektvoll in Szene setzen.

Toontrack Superior Drummer

Das resonanzfähige Multimode-Filter mit Low-, High-, Bandpass und Bandstop, Flankensteilheiten von 6, 12, 18 und 24 dB, Digital- und Analog-Modus, kann über diversen LFOs, vorgegebene Sequenzen und Hüllkurven gesteuert werden - auch temposynchron.

Für Lo-Fi gibt es fünf Verzerrer einschließlich Bit Crusher.

Die virtuelle Bandmaschine, deren Spulen hübsch animiert sind, bietet über Drive eine regelbare Sättigung/Kompression, kann auf Wunsch rauschen und eiern, alt und modern klingen und durch die Geschwindigkeitsregulierung höhenreich und seidig oder, langsam betrieben, stark patiniert wirken.

Toontrack Superior Drummer

Was will man mehr? Die Ausstattung und auch die Klangqualität erreicht das Niveau mancher Spezialisten.

Ein echter Knaller ist das Tape Delay, auf Knopfdruck temposynchron, auch in punktierten Noten und Triolen. Mit einem Rückwärts-Modus, Bandeiern und Anzerrung lädt es zu Experimenten ein. Fein dosiert und animiert kann man einer Snare Ghost-Notes oder Flatterechos hinzufügen.

Toontrack Superior Drummer

Per Rechtsklick lassen sich Delay-Parameter (wie alle anderen Regler in Superior Drummer auch) einem externen MIDI-Controller zuweisen.

Eine Alternative ist die Zuweisung zu einem der Macro-Regler, die man mit mehreren Zielen verknüpfen und dann umfangreiche Klangmodulationen quer durch alle Instrumente und Mixerkanäle hinweg realisieren kann - eine äußerst spannende Angelegenheit. Es stehen ganze 100 Macro-Regler zur Verfügung. Wer diese alle braucht und steuern will, ist mir allerdings ein Rätsel.

Welcher Bereich des jeweiligen Parameters wie gesteuert werden soll, kann differenziert eingestellt werden:

Toontrack Superior Drummer

Will man die Tonhöhe der Snare steuern, so können gleich alle Artikulationen mit individuellen Pitch-Modulationen ausgestattet werden. Slope verändert die Parametersteuerung über den Modulationsweg hinweg von linear zu exponentiell oder logarithmisch.


Zwischenfazit zu Effekten und Mixer

Es bleibt festzuhalten, dass das Arsenal an teils tief editierbaren Effekten außerordentlich großzügig und klanglich auf der Höhe der Zeit ausgefallen ist. Da wünscht man sich fast, diese Effekte auch extern als Plug-ins verwenden zu können. Einige der Klangdesign-Kits, insbesondere jene von Andreas Estensen und Richard Devinde, verwenden interne Effekte mit beeindruckenden Resultaten.

Der Mixer mit seinen Routing-Optionen und Effekten ist derart gelungen und auch in puncto Bedienung modern, praxisnah und durchdacht, dass er eine echte Alternative zur Bearbeitung im Host-Sequencer darstellt. Im Standalone-Betrieb wird man diesen Komfort und den Leistungsumfang besonders zu schätzen wissen.

Dabei sollte klar sein, dass man über 16 Stereo-Einzelausgänge des Mixers auch umfangreich und gezielt externe Effekte einbinden kann.


Der Tracker

Der Tracker dient dazu, einen Audioclip in ein MIDI-Pattern umzuwandeln. Nach der Analyse des Clips und dem Export des generierten MIDI-Files lassen sich beispielsweise Beats aus Loop-Librarys oder Aufnahmen einer Schlagzeug Session über den Superior Drummer spielen. Es können also einzelne Instrumente gedoppelt, ersetzt oder gleich der ganze Beat mit frischen Drums versorgt werden.

Dazu lädt man den Audioclip in eine Spur des Trackers. Dieser übernimmt nicht automatisch Tempo und Taktart des Host-Sequencers, die man also zumindest überprüfen und bei Bedarf manuell eingeben sollte. In der Tempospur des Trackers lassen sich sogar fließende Tempowechsel einzeichnen. Über "Find Tempo" analysiert der Tracker das Tempo und erzeugt die Tempospur.  Ebenso können Taktwechsel eingetragen werden.

Das Importieren von Audioclips sollte eigentlich per Drag & Drop funktionieren, idealerweise direkt aus der Spur des Host-Sequencers. Auf unserem Testsystem ließen sich Audiofiles allerdings nur über das Source-Feld, per Navigation durch die Rechnerhierarchie und den "Datei öffnen" Befehl von Windows 8.1 laden (Extreme Haswell Workstation, Cubase 9 Pro). Keine große Panne, aber auch nicht wirklich komfortabel.

Ein Beat wird nicht in einem Rutsch in alle beteiligten Instrumente aufgegliedert. Man gibt Schritt für Schritt die Instrumente an und lässt diese separat analysieren. Sofern diskrete Spuren der Direktmikrofonierung einer Schlagzeugabnahme vorliegen, sollte man diese nacheinander verwenden. Dazu kann man praktischerweise auch mehrere Tracks im Tracker anlegen. Toontrack hat wirklich an alles gedacht: Sogar Übersprechungen anderer Mikrofone können heruntergeregelt werden, um eine möglichst saubere Erkennung zu gewähren.

Beim Erkennen eines Instruments in einem Loop stellt man mit Target Sound den Instrumententyp ein und unter Triggered Artikulation das Replacement-Instrument.

Toontrack Superior Drummer

Sollten einzelne Schläge dennoch nicht exakt erkannt worden sein, so lässt sich das über ein Editierwerkzeug nachholen. Diese Arbeit gelingt dank Transienten- und/oder Grid-Snapping recht einfach. Bei Ghost Notes einer Snare kann es erforderlich werden, in die Wellenformdarstellung hineinzuzoomen und ohne Snapping die Schläge manuell zu lokalisieren.

Mit dem Scherenwerkzeug lassen sich auch Abschnitte des Clips herauslösen und separat exportieren.

Für einen ersten Versuch habe ich einen Beat aus Stylus RMX Advanced, Back Beat, verwendet. Der Loop verfügt über reichliche Rauminformationen, die Snare wird hier sehr dynamisch gespielt, die Hi-Hat eher dezent. Das dürfte keine leichte Aufgabe für den Tracker werden.

Hier das Original:



Die Analyse der Bassdrum gelingt auf Anhieb:

Toontrack Superior Drummer

Dazu habe ich unter Sound Recognition "Kick" gewählt. Der Tracker verfügt über einen intelligenten Algorithmus, der die Charakteristik spezifischer Schlaginstrumente kennt und diese aus einem komplexen Beat "heraushört".

Toontrack Superior Drummer

Bei der maximalen Vergrößerung sieht man, dass der Tracker diesen Bassdrum-Hit samplegenau lokalisiert hat. Bei anderen Hits greift er maximal zwei Samples zu spät. Diese Abweichungen sind so gering, dass man sie nur korrigieren muss, wenn man zur Gilde der Hyper-Perfektionisten zählt.

Hier spielt die Stylus-Bassdrum mit der Ludwig Bassdrum aus dem George Massenburg-Kit wunderbar zusammen. Im Mixer des Superior Drummers habe ich für die Bassdrum die Höhenmikrofone der 11.x Surround-Konstellation zugeschaltet, wodurch die Bassdrum einen sehr dominanten und vollen Klang erreicht.



Auch die Analyse der Snare gelingt trotz der hohen Dynamik recht gut. Über einen Amount-Regler kann man nämlich die Analyse-Empfindlichkeit der Dynamik des Originalsignals anpassen und erwischt dann auch leise Schläge und Ghost Notes. Vor dem MIDI-Export lässt sich das Analyseergebnis vorhören, dank Mix-Regler auch mit Beimischung des Originals.

Bei der Hi-Hat wird es etwas schwieriger. Zugegeben: Diese raschelt im Originalbeat auch etwas undifferenziert im Hintergrund. Die Hit-Point-Erkennung funktioniert dennoch bei maximaler Empfindlichkeit sehr gut, und es ist wirklich phänomenal, dass dabei nicht etwa Snare-Hits als Hi-Hat-Schläge fehlinterpretiert werden.

Im Grid Editor sieht man hier links das Mapping und kann die Schläge der Hi-Hat ohne Umwege direkt auf die passenden Artikulationen ziehen.

Toontrack Superior Drummer

Das Doppeln des Stylus Beat hört sich (ohne Detailkorrekturen) so an:



Bei weitere Versuchen mit anderen Beats habe ich festgestellt, dass die Erkennung einzelner akustischer Schlaginstrumente aus einer Schlagzeuggruppe gelegentlich der Nachbearbeitung Bedarf. Es funktioniert nicht immer auf Anhieb so reibungslos und annähernd vollautomatisch wie im oben beschriebenen Beispiel. Mir den Werkzeugen des Trackers erreicht man aber eigentlich immer das gewünschte Ergebnis. Wer hingegen separate Instrumentenspuren bearbeitet, wird im Nu die passenden MIDI-Files erhalten.

Die Arbeit mit Beats von E-Drums und Groove-Machines ist zwar durchaus reizvoll, jedoch eher experimentell - abhängig davon, wie weit die elektronischen Instrumente im Klang von akustischen abweichen. Die Analysealgorithmen des Trackers sind auf akustische Bassdrums, Snares, Toms, Hi-Hats und Becken zugeschnitten.


Ergänzendes

Kits, Instrumente, Grooves und Effekte-Presets können nicht nur geladen, sondern auch gespeichert werden. Will man die Ergebnisse eigener Kreativität festhalten, ist dies lückenlos und auf allen Ebenen möglich.

Im Settings-Menü/General kann der MIDI-Out von Superior Drummer aktiviert werden, sodass die Grooves direkt andere externe Drummer triggern. Einige Mitbewerber bieten Toontrack-Mappings.

Auch ist es möglich, diverse Pfade zu Toontrack-Drummer-Librarys anzugeben. Der EZdrummer, SDX-Erweiterungen und Superior Drummer 3 müssen also nicht mehr auf der selben Festplatte und im selben Ordner liegen.

Superior Drummer 3 gibt es optional auf einer SSD-Fetplatte mit USB 3.0 Anschluss und kann von dieser aus gespielt werden.


Fazit

Mit Superior Drummer 3 zieht Toontrack der Konkurrenz regelrecht davon. Dieser virtuelle Drummer ist ein Meilenstein in der Entwicklung der softwarebasierten Schlagwerke, und das so gerne bemühte Prädikat "revolutionär", welches George Massenburg hier verwendet, ist dieses Mal tatsächlich gerechtfertigt.

Dazu hat der hochdekorierte Meister nicht unwesentlich beigetragen, denn die Grundlage für dieses Referenzprodukt ist der absolut edle Sound. Die Mikrofonierung bis zu 11.x Mehrkanalton, von der man auch beim Stereo-Betrieb mit einem voluminösen, vollen Raumklangs profitiert, schafft ein selten differenziertes, rundes und ausbalanciertes Klangerlebnis, wie es mir bei gesampelten Schlagzeugen bislang noch nicht begegnet ist.

Neben den edel klingenden akustischen Kits in Reinform finden sich eine Reihe weiterer Schlagzeug-Sets mit teils experimentellem Klangdesign. Diesen Zugaben von Richard Devine, Andreas Estensen, Andy Sneap und anderen gebührt großes Lob. Hier kann man bislang ungehörte Schlagzeugwelten entdecken.

Der umfangreich ausgestattete Mixer, mit individuell dosierbaren Übersprechungen auf allen Kanälen und für alle Mikrofone, verfügt nun über ganze 35 hochwertige Effekte, von denen wiederum 15 in einer einzigen Insert-Kette geladen werden können.

Der eigenen Klanggestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Superior Drummer bietet alle erdenklichen Freiheiten, die eigene Kreativität einfließen zu lassen: Samples können importiert und zu Stacks übereinander geschichtet werden - auch als anschlagsdynamisch gestaffelte Hits.

Zu dem überwältigend umfangreichen Inhalt mit sieben Kits, zahlreichen Zusatzinstrumenten, 350 E-Drum-Sounds und insgesamt mehr als 235 GB Daten kommen über 1600 neue Grooves, virtuos eingespielt von Norman Garschke, die eine breite Palette aller Pop-, Rock- und Dance Genres abdecken.

Durch die Integration und Erweiterung des Song Creators aus EZdrummer kann man anhand dieser Grooves praktisch unendlich viele Variationen und sogar Vorlagen für komplette Arrangements auf Knopfdruck erstellen.

Mit dem neuen Tracker können zudem Schlagzeugaufnahmen und Drumloops analysiert und einzelne Instrumente oder ganze Kits mit Instrumenten aus Superior Drummer gedoppelt oder ersetzt werden.

Die modern gestaltete, skalierbare Bedienoberfläche mit auskoppelbaren Fenstern erleichtert den Einsteig in die vielschichtige Umgebung des Superior Drummers enorm. Der Aufbau ist durchdacht und praxisnah gestaltet. Wichtige Funktionen oder alternative Instrumente können über verschiedene Wege erreicht werden. Einzelne Zonen wie Mikrofongruppen im Mixer, Macro Regler und Song Creator können auf die Schnelle geöffnet oder geschlossen werden.

Schlagzeuger, die Superior Drummer in der Standalone-Version nutzen, werden sich darüber freuen, dass sie bis zu drei Sounds den Spielzonen entsprechend ausgestatteter Pads adressieren können.

Unterm Strich ist Superior Drummer ein rundum geglücktes Produkt, an dem es wirklich nichts auszusetzen gibt. Gemessen am enormen Leistungsumfang, dem grandiosen Klang und der schier unerschöpflichen Fundgrube grooviger Rhythmen ist der Preis ausgesprochen günstig. Das Upgrade von Superior Drummer 2 kostet dabei weniger als die Hälfte der Vollversion. Auch das Crossgrade von EZdrummer 2 ist ein interessantes Angebot.

Neben dem Download wird die Library gegen Aufpreis spielfertig auf einer SSD-Festplatte angeboten, die nur noch über USB 3.0 angeschlossen und autorisiert werden muss.

Plus:
  • riesiges Angebot an akustischen Kits und elektronischen Drumsounds
  • erstklassiger Sound
  • mehr als 1600 Grooves
  • Mehrkanalton bis 11.x
  • umfangreiche Mikrofonierung mit regulierbaren Übersprechungen
  • intuitives Erstellen von Patterns und Arrangements (Song Creator)
  • Wandlung von Drumloops und Schlagzeugaufnahmen in MIDI Patterns
  • Import und Stacking eigener Samples einschließlich anschlagsdynamischer Staffelung
  • skalierbare, flexible Bedienoberfläche
  • nahtlose Integration von EZX- und SDX-Packs
  • fairer Preis

Minus:
  • -

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